»Wir wollen die Innenstadt zu einem Erlebnisraum machen«

Bildtext einblenden
Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer und der Stadtrat wollen Einheimischen und Gästen den Weg in die Stadtmitte nahelegen: Sie möchten die Attraktivität der Innenstadt steigern. Um sie zu einem Erlebnisraum zu machen, haben sie ein »Zehn-Punkte-Programm« aufgelegt.

Traunstein – Mit einem Zehn-Punkte-Programm wollen Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) und der Stadtrat Traunsteins Zentrum beleben. Die Maßnahmen reichen von der Ausweitung des Stadtmarketings über die Auflage eines kommunalen Förderprogramms gegen Leerstände bis zur Veranstaltung eines »Kultsommers« in diesem Jahr. In einer Online-Pressekonferenz am Mittwoch hat der Rathauschef die zehn Punkte präsentiert, die zum »Traun-steinPlan« für die Entwicklung der Stadt bis 2030 gehören (wir berichteten). »Wir wollen die Innenstadt zu einem Erlaubnisraum machen«, betonte Hümmer.


Die Corona-Pandemie verändere die Innenstädte massiv, so der Oberbürgermeister. So sei auch in Traunstein mit Geschäftsaufgaben zu rechnen. Es gelte, eine Kettenreaktion an Schließungen zu verhindern und die Innenstadt weiterzuentwickeln. »Wir wollen eine Innenstadt, die der zentrale Begegnungspunkt für die Bürgerinnen und Bürger ist und der Kern unserer Wohlfühlstadt bleibt.« Die hohe Lebensqualität Traunsteins sei »untrennbar mit einer vitalen Innenstadt verbunden«.

Anzeige

»Wir müssen um jeden Besucher kämpfen«

Ganz oben auf dem »Zehn-Punkte-Programm« des Oberbürgermeisters und des Stadtrats steht die Zielsetzung, das Stadtmarketing zu vertiefen. »Wir müssen als Stadt um jeden einzelnen Besucher kämpfen«, so Hümmer. Die Innenstadt müsse sich in Zukunft als einheitliches und Traunsteins bestes Einkaufszentrum verstehen. Aufgabe des Stadtmarketings müsse es in Zukunft sein, mit allen beteiligten Akteuren – mit Händlern, Gastronomen, Immobilieneigentümern, Kulturschaffenden und Touristikern – neue Möglichkeiten der Standortsicherung und -profilierung zu erarbeiten, die Attraktivität der Innenstadt zu steigern und damit dann dafür zu sorgen, dass die Verweildauer der Besucher in der Innenstadt zunimmt.

Aufzubauen sind laut Hümmer ein Flächenmanagement und ein digitaler Flächenkataster. Leerstände in der Innenstadt müssten erfasst und abgebaut werden. Um sie zu beseitigen, kündigte der Rathauschef an, dass die Stadt Traunstein ein kommunales Förderprogramm auflegen werde. Der Oberbürgermeister betonte, dass die Zuschüsse nicht zu 100 Prozent bei den Eigentümern bleiben werden, sondern zum Teil dann auch und gerade den Mietern zugute kommen werden.

Regelmäßige Treffen mit Vermietern und Händlern

Schmieden will Hümmer ein »Bündnis vitale Innenstadt«. In regelmäßigen Abständen möchte er mit Vermietern und Händlern zusammenkommen, um die Innenstadt gemeinsam weiter zu entwickeln. »Geschäftsinhaber und Immobilieneigentümer müssen zu einer gemeinsamen, neuen Mietpartnerschaft zusammenfinden.«

Als weitere Zielsetzung gab der Oberbürgermeister aus, auf dem bereits eingeschlagenen Weg voran zuschreiten und weiter am »digitalen Gesicht der Innenstadt« zu arbeiten. Mit »hey-traunstein« habe die Stadt bereits einen ersten Schritt unternommen. Das neue digitale Stadtportal sei keine neue Verkaufsplattform. Ein derartige Initiative würde dem Handel »mehr Steine als Brot in den Weg legen«. Die Zielsetzung des neuen Protals liege vielmehr darin, den Bürgern Lust darauf zu machen, dass sie in die Innenstadt gehen.

Nach dem Lockdown – wann immer er auch aufgehoben wird – will die Stadt nach Angaben von Hümmer in einem Zeitraum von vier Wochen die Parkgebühren erstatten. Das beabsichtigte Vorgehen lautet wie folgt: Die Händler und Dienstleister geben ihren Kunden die Parkgebühren zurück – und die Stadt wiederum erstattet den Unternehmen dann die Beträge.

Wie im vergangenen Jahr verlangt die Stadt Traunstein auch heuer wieder aufgrund der Corona-Pandemie – was schon beschlossene Sache ist – keine Sondernutzungsgebühren für die Freischankflächen in der gesamten Stadt. Ebenso verzichtet sie in diesem Jahr auf die Erhebung der Gebühr für die Aufstellung von Werbeträgern im öffentlichen Raum.

Konsequent umsetzen möchte die Stadt laut Hümmer das Prinzip »Innen vor Außen«. Unter anderem bedeute diese Zielsetzung auch, zu verhindern, dass sich Dienstleiter wie die Sparkasse »draußen vor der Stadt weiterentwickeln«.

»Kultsommer« vom 8. Juli bis 7. September

Nicht zuletzt will die Stadt heuer laut Hümmer einen »Kultsommer« veranstalten – und zwar in der Zeit vom 8. Juli bis 7. September. Seinen Angaben zufolge laufen im Rathaus bereits die Vorbereitungen. Auf die Beine stellen wolle die Stadt ein Programm, das eine bunte Mischung aus kulturellen und musikalischen Veranstaltungen darstellt.

Einstellungen