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»Wir wollen eine perfekte sportliche Veranstaltung«

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Auf so hervorragende äußere Bedingungen wie beim Weltcup im Januar 2020 hofft Herbert Fritzenwenger auch bei der World Team Challenge in Ruhpolding – auch wenn diesmal wohl keine Fans in der Arena sein dürfen. (Foto: Brenninger)

Die Corona-Pandemie erschwert die Aufgabe, aber die Vorfreude ist trotzdem groß: Am Montag, 28. Dezember findet in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena die World Team Challenge (WTC) der Biathleten statt. Der spannende Wettbewerb kann heuer bekanntlich nicht in der Veltins-Arena auf Schalke ausgetragen werden und wurde daher nach Ruhpolding verlegt.

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Die Fans dürfen sich auf zehn hochkarätige Zweierteams aus neun Nationen freuen. Zwei Mixed-Mannschaften nämlich kommen aus Deutschland, die weiteren »stellen die anderen Top-Nationen aus dem Weltcup«, erklärt Herbert Fritzenwenger.

Der WTC-Erfinder und Organisator freut sich darüber, dass das deutsche Top-Team mit Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal/Stützpunkt Ruhpolding) und Benedikt Doll (SZ Breitnau) – den beiden zuletzt erfolgreichsten deutschen Athleten – bereits feststeht. Und obwohl er die Namen noch nicht verraten darf: Letztlich stehe auch das zweite deutsche Team schon fest, »und das sind ebenfalls zwei sehr erfolgreiche Deutsche«, verspricht er.

Die erste »Zusagerunde« für die Athleten endet am 20. November. »Ich habe schon durchwegs positive Rückmeldungen, aber bei vielen Nationen halt erst die fixe Zusage von einem Teil des Duos.«

Außerdem müsse man natürlich die Entwicklung bis Ende Dezember abwarten. »Daher muss man auch immer einige Sportler als Reserve in der Hinterhand haben.«

Veranstalter des Rennens ist der Deutsche Skiverband (DSV), das örtliche Organisationskomitee besteht aus Mitgliedern des SC Ruhpolding – dessen Vorstand Fritzenwenger ja ist –, der Firma Triceps (Vermarktung) und dem DSV. Für das Rennen selbst wird der SCR gar nicht so viele Helfer brauchen, nach Schätzung von Fritzenwenger dürften es etwa 50 Personen sein. »Das ist ja das Attraktive an der Veranstaltung, dass man das mit verhältnismäßig wenig Menschen im Stadion durchführen kann.« Den größten Aufwand habe – auch in personeller Hinsicht – das übertragende ZDF, »die stellen die deutlich größte Gruppe.«

Daher gilt es, alles akribisch vorzubereiten. Das ZDF und einige Subunternehmer waren bereits zu einer ersten Besichtigung vor Ort, »aber da sind noch viele weitere technische Vorbesichtigungen nötig«, erläutert der Ruhpoldinger. Für das Fernsehen seien unter anderem die Lichtverhältnisse wichtig, aber natürlich auch, wo und wie die technische Ausrüstung untergebracht werden kann.

»Wir müssen Hygienekonzepte erstellen und dabei vor allem die Zugangsbereiche klar abgrenzen«, weiß Fritzenwenger. Schließlich gelte es, die einzelnen Helferteams – zum Beispiel Zeitnahme- oder Schießstand-Personal – jeweils nur in einer eigenen »Blase« zu halten. Auch bei der Wegeführung der Athleten gehe es darum, dass sich möglichst wenige Menschen begegnen. »Wir haben in den letzten Tagen gut gearbeitet und sind überzeugt, dass alles gut vorbereitet ist.«

Klar sei auch: »Wir wollen nichts riskieren, deshalb planen wir sehr sorgfältig.« Dazu gehört, dass man in allen Bereichen möglichst reduzierten Aufwand – gerade in personeller Hinsicht – betreibt. Daher wird es auch diesmal kein Junioren-Rennen geben, um nicht noch mehr Sportler im Stadion zu haben. Ganz verzichten muss der Nachwuchs aber nicht: »Wir planen, wenige Tage später auf der WTC-Originalstrecke etwas für den Nachwuchs aus der Region anzubieten. Aber wann genau, das müssen wir noch abwarten.«

Die Vorfreude ist jedenfalls groß, auch bei Stadionleiter Engelbert Schweiger von der Chiemgau-Arena. Zwar stelle die Arena »nur das Stadion zur Verfügung«, dennoch sei es für den Standort Ruhpolding wichtig, dass dort in diesem Winter ein hochkarätiger Wettbewerb stattfinde. Schließlich wurden bislang neben dem nach Oberhof verlegten Weltcup auch schon die Sommer-WM 2020 sowie die für Anfang 2021 geplanten World Winter Games (größte Sportveranstaltung für Soldaten) und die Britischen Meisterschaften abgesagt. »Das sind alles relevante Sachen«, betont Schweiger. Deshalb »haben wir natürlich auch alle ein Interesse dran, dass man hier eine tolle Veranstaltung macht.«

Fritzenwenger betont ebenfalls: »Gerade nach dem Ausfall des Weltcups hat die World Team Challenge für den Standort national und international enorme Auswirkungen. Viele internationale TV-Vermarkter hätten sogar gerne noch mehr internationale Athleten dabei.« Das ist zwar nicht machbar, aber klar sei: »Wir wollen eine perfekte sportliche Veranstaltung für die Aktiven und das Fernsehen bieten.«

Angesichts der derzeitigen Infektionszahlen rechnet Fritzenwenger nicht damit, dass Fans ins Stadion dürfen. »Wir kalkulieren auf jeden Fall ohne Zuschauer«, stellt er klar. Das gilt natürlich nur für Fans in der Arena – im Fernsehen sollen es dafür möglichst viele werden... who