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»Wir wollen Ende 2021 fertig werden«

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Ein Bagger kümmert sich um die Abbauarbeiten an der Ruine. Im Idealfall erfolgt im Frühjahr 2021 der Bau des neuen Gebäudes Nonntal 15. (Foto: Patrick Vietze)

Berchtesgaden – Vier Jahre lang war es still um das Grundstück Nonntal 15, auf dem einst das 300 Jahre alte Klettnerhaus stand. Doch nun hat man die Abbrucharbeiten an der Ruine, die bei Einheimischen so viel Unmut erzeugte, wieder aufgenommen. Grundstückseigentümer Armin Rank will das Projekt nun zu Ende bringen. Sein erklärtes Ziel ist es, so formuliert er es zumindest, dass Ende 2021 das Wohn- und Geschäftshaus steht.


Das historische Ensemble im Nonntal wird seit Jahren von einer Lücke mit den Überresten einer Hausruine unterbrochen, die Einheimische gerne als »Schandfleck« bezeichnen. Diese Lücke könnte in aussichtsreicher Zeit geschlossen werden. »Wir müssen das neue Haus unter der Berücksichtigung des Ensembleschutzes errichten«, sagt der Fürstenfeldbrucker Armin Rank, dessen Familie seit 150 Jahren im Besitz der Immobilie ist. »Das Bauwerk soll sich der Hausreihe anpassen. Der Bau soll dem historischen Gebäude ähneln«, versichert Rank.

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In Abstimmung mit dem Landratsamt wolle er gewisse Formalien für die Baugenehmigung klären. Unter anderem müsse noch die Baugrubensicherung behandelt werden. »Planung und Genehmigung dauern etwas länger. Bis dahin können wir die Abbauarbeiten fortsetzen. Sonst verzögert sich das Projekt nochmals«, sagt Rank. Sollte alles nach Plan laufen, kann nach den Worten des Bauherrn im Frühjahr 2021 mit dem Neubau begonnen werden. Die Errichtung würde im Optimalfall ein Jahr dauern. Ranks erklärtes Ziel: »Wir wollen Ende 2021 fertig werden.«

Sollte es tatsächlich so kommen, dann könnte ein Schlussstrich unter ein langwieriges Projekt gezogen werden, das vor rund acht Jahren auf unrühmliche Weise begonnen hatte. Denn damals hatte das Landratsamt die gerade erst begonnenen Abbrucharbeiten wegen Verstößen gegen den Denkmalschutz eingestellt. Nach weiteren 1 460 Tagen des Dahinbröckelns hat die Kreisbehörde dann im Jahr 2016 den Denkmalschutz aufgehoben und eine Abbruchanordnung wegen Einsturzgefahr erlassen. Zu schützen gab es da auch nichts mehr, denn die Ruine war mittlerweile weitgehend auseinander gefallen. Damit schien der Hauseigentümer sein Ziel erreicht zu haben, denn er musste sich nicht mehr um den Denkmalschutz kümmern. Die Hoffnung, dass hier schnell ein neues Gebäude entsteht, mussten die Nachbarn aber bald aufgeben. Nachdem die einsturzbedrohten Mauern beseitigt und zumindest der Fußweg wieder begehbar war, überließ der Eigentümer die Ruine wieder sich selbst.

Vier Jahre später will Armin Rank nun nicht mehr in die Vergangenheit zurückblicken. Er zeigt sich optimistisch: »Wir blicken nach vorne.« Die Nachbarn werden es aufmerksam beobachten. Patrick Vietze