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Witz, Musik und gute Stimmung

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Als Postbote ist Sepp Aschauer inzwischen zur Symbolfigur des Teisendorfer Starkbieranstichs geworden. (Foto: Fürmann)

Teisendorf – Als Publikumsmagnet hat sich ein weiteres Mal der Starkbier-anstich des CSU-Ortsverbands und der Brauerei Wieninger im Teisendorfer Poststall erwiesen. Über 800 Besucher kamen zu den beiden Terminen, um über die satirisch-humorvollen Einlagen herzhaft zu lachen und sich an Musik, Gesang, Stimmung und frischem Starkbier zu erfreuen.


In bewährt trocken-humorvoller Weise führte Bürgermeister Thomas Gasser über dreieinhalb Stunden durch das abwechslungsreiche Programm, das eine Abordnung der Teisendorfer Blasmusik unter der Leitung von Helmut Nitzinger musikalisch gestaltete. Wie schwierig sich die Akteure in der Vorbereitung des Abends getan hatten, zeigten sie den Zuschauern in einem Sketch. Bei vielen Vorbereitungstreffen kam keinem eine zündende Idee, das Bier aber schmeckte immer und man war von Beginn an überzeugt: »Des werd a Gaudi.«

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Schwer tat sich nach eigenen Aussagen diesmal auch Bräu Christian Wieninger mit seiner Rede, »weil ihm so rein gar nichts einfalle«. Was er dann aber von sich gab, war durchaus einfallsreich und lebensnah. Oder wissen Sie, warum Pizzaschachteln eckig sind, obwohl die Pizza rund ist? Oder was passiert, wenn man hintereinander zwei gute Witze erzählt und man sich bei jedem halb totlacht? Für diese und ähnliche Fragen erntete Wieninger viele Lacher.

Die Gruppe »Da Her G'sang« (Josef Altinger, Stefan Mösenlechner, Franz Aschauer, Stefan Häusl, Andi Baumgartner, Horst Brunner) begrüßte die Gäste mit »boarischem G'sang« und thematisierte auf humorvolle Weise Themen aus der Gemeinde wie den Turnhallenbau, das neue Bio-Bier oder das Parken an der Marktstraße.

Frech-witzig waren auch die von dem Trio Maria Lindner, Ludwig Pastötter und Georg Wetzelsperger vorgetragenen G'stanzl, die in Teisendorf einfach »zum Starkbier g'hörn«. Ob der Landrat, der sich bei den Olympischen Spielen zwar keine Medaille, dafür aber die Korea-Grippe geholt hat, der Pfarrer, den man in der Kirche zu selten sieht, oder der Kaplan, der als Münchner leider kein Bairisch spricht, der Ober-Feuerwehrler, dessen Mülltonne neben der Straße gebrannt hat oder der Gemeinderat, von dem man zu wenig hört, alle bekamen ihr Fett ab.

Zwischendurch sorgten der Promiwitz, auf Wunsch der Zuschauer erzählt von der Chefin des Poststall-Bedienungsteams, Bettina Klinger, und dem neuen Geschäftsführer der Brauerei, Andi Brüggmann, sowie die so nebenbei erzählten Witze des Moderators für viele Lachsalven und gute Stimmung. Und »Dorfpolizist« Stefan Schimmel glänzte mit kurzen, humorvollen Anmerkungen und Sticheleien zu alltäglichen Dingen des Lebens und nahm manchen Besucher aufs Korn.

Der Höhepunkt des Abends war erreicht, als Sepp Aschauer als Postbote mit seinem gelben Briefträgerfahrrad in den Saal fuhr. Er ist inzwischen zur Symbolfigur des Teisendorfer Starkbieranstichs geworden. Auch heuer plauderte der Postbote in seiner fulminanten, oft hintergründigen Rede viele »Briefgeheimnisse« aus. Da ging es um einen Häuslebauer, der sein Grundstück mit einer hohen Mauer umzäunt hat und sich jetzt Rat holt beim Präsidenten in Übersee, wie er sie bezahlen soll (»I hope, I can learn what of you«). Oder um den Aufzeiger, der beim Eisstockschießen eingebrochen ist, denn »der Klügere« – hier das Eis – gibt nach« sowie den Apotheker, der für alles und jeden einen Rat hat, weil er (angeblich) alle Leiden schon selber gehabt hat. Und falls nicht er, dann waren es »sei Frau oder sei Papa«. Auch die Geistlichkeit blieb nicht verschont. So zum Beispiel warte man trotz der Anwesenheit von fünf Pfarrern im Pfarrverband noch immer sehnlichst auf den »Teisendorfer Pfarrer«, und wundere sich über die »High-Speed-Seelsorge«.

Postbote Sepp nutzt jetzt auch digitale Quellen

Weil der Postbote Sepp seine Informationen auch aus den Sozialen Medien zieht, konnte er auch über eine Whats-App-Nachricht von Landrat Grabner an den JU-Vorsitzenden des Berchtesgadener Lands berichten. Wegen der Hackerangriffe auf seinen Account, so Grabner, werde er Mark Zuckerberg den Kauf von Baugrund im Berchtesgadner Land verwehren.

Auch Infos aus dem umfangreichen Terminkalender des Bürgermeisters mit persönlichen Vermerken, die es in sich hatten, hatte der Postbote parat. Alles in allem sei es für ihn immer ein »einschneidendes Erlebnis« seine gesammelten Erkenntnisse beim Starkbier-anstich kund zu tun, meinte der Postbote zum Schluss. Dies geht seinen Zuhörern nicht anders.

An beiden Abenden zapfte Bezirksrat Georg Wetzelsperger die Starkbierfässer routiniert an. kon

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