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Vermieter bekommen Tipps vom Experten – Gute Fotos für den Internet-Auftritt machen

»WLAN ist wichtiger als ein Radio«

Berchtesgaden – Das Internet spielt bei der Urlaubsbuchung eine immer wichtigere Rolle. Viele Tipps und Tricks dazu verriet der Experte Thomas Brunner bei einem Vortrag für Vermieter, den die BGLT zusammen mit dem Nachfrageportal »Traum-Ferienwohnungen.de« kürzlich veranstaltet hat.

Die Geschäftsführerin der BGLT, Maria Stangassinger begrüßte den Referenten Thomas Brunner im gut besuchten Kleinen Saal des Kongresshauses. (Foto: Merker)

Thomas Brunner begrüßte die Vermieter von Ferienwohnungen mit einem »Moin« aus Bremen. Dort befindet sich der Sitz des 2001 gegründeten Nachfrageportals speziell für Ferienwohnungen. Der Experte lieferte viele Informationen rund um das Informationsverhalten des Kunden im Netz und die Kommunikation auf digitalem Wege. »Die meisten Gäste informieren sich sonntags über ihren Urlaub, meistens zwischen 19 und 22 Uhr, dabei rufen 45 Prozent über ihr Handy die Seiten auf.« Also sollte der Gastgeber eine mobil aufrufbare Website bereitstellen.

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Was das Angebot an Ferienwohnungen in der Region anbelangt, ist die Nachfrage nach größeren Wohnungen für mehr als sechs Personen groß. Bei solchen für zwei bis vier Personen übersteigt das Angebot die Nachfrage. »Darum sollten sie ihre Zielgruppe kennen«, betont Brunner. »Gerade junge Menschen buchen immer mehr Ferienwohnungen, wohingegen die Zahl der früher klassischen Wohnungsbucher von 50 plus kleiner wird.« Das junge Klientel reist durchschnittlich mit 4,7 Personen an, daher die Nachfrage nach größeren Wohnungen.

Ein Entscheidungskriterium ist, dass der Vermieter kostenfreies WLAN zur Verfügung stellt. »Das ist den Gästen wichtiger, als dass ein Radio vorhanden ist.« Selbst im Urlaub will man vernetzt bleiben.

»Acht von zehn Verbrauchern buchen ihren Urlaub online.« Gerade darum ist es wichtig, dass der Gastgeber sich um seinen Internetauftritt sorgt. An erster Stelle stehen die ins Netz gestellten Fotos, denn der erste Eindruck bekommt keine zweite Chance. Darum gab Brunner praktische Tipps, wie man selbst gute Fotos von seiner Ferienwohnung machen kann. »Grundsätzlich sollte man alle Lichter in dem Raum anmachen und dann die Kamera gerade halten. Wenn sie gekippt wird, erzeugt das stürzende Linien im Bild.« Dann sollte man aus halber Raumhöhe das Foto schießen, also im Normalfall aus Brusthöhe. »Besser ohne Blitz arbeiten«, empfahl der Vortragende. Anhand vieler Beispielbilder zeigte er, wie man mit vorhandenen Mitteln ein Wohlfühl-Ambiente erzeugt. Dazu zählen der eingedeckte Tisch, Akzente durch farbige Kissen, Decken und Bilder, sowie, falls vorhanden, das flackernde Feuer im Ofen. »Aber schüren sie keine Erwartungen, die dann nicht erfüllt werden.« Steht eine Obstschale auf dem Tisch im Foto, dann muss sie auch bei der Anreise des Gastes da sein. Zu den Fotos gehören Bildunterschriften, die ansprechen und Gefühle wecken. »Das Foto ist wichtig, doch der Text ist das Salz in der Suppe. Stellen sie ihre Besonderheiten heraus.«

Auch das für den Vermieter manchmal schwierige Thema der Bewertungen sprach der Redner von Traum-Ferienwohnungen.de an. »Die Bewertungen sind die neue Währung im Internet«, sagte er dazu. Darum sollte man auf negative Bewertungen sofort reagieren und freundlich antworten. Aber auch positive Bewertungen sollten kommentiert werden. Man solle den Gast unbedingt zu einer Bewertung auffordern. Denn alles dreht sich darum, mit dem Gast zu kommunizieren und ihn so zu binden. Dazu zählt auch, während des Urlaubs ansprechbar zu sein, Tipps zu geben und auf Besonderes hinzuweisen. »Sie haben die regionale Kompetenz. Welche Schlechtwetter-Alternativen gibt es und wo gibt es etwas Besonderes zu sehen?« Der Urlauber suche heute nicht mehr so sehr nach Action, sondern er möchte die Region kennenlernen. Immer mehr möchten dann ihre Erlebnisse sofort zum Beispiel über Facebook teilen. Gut, wenn der Vermieter dann eine solche Seite hat.

Neben dem Pflegen der digitalen Seite betonte Brunner aber, dass man die Werbung vor Ort, wie zum Beispiel das »Ferienwohnung«-Schild oder den Hausprospekt, nicht vernachlässigen darf. Christoph Merker