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WM-Countdown: Kann die Seleção «im Hurrikan» wirbeln?

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Brasiliens Nationalmannschafft steckt mitten in einem Umbruch. Foto: Fernando Bizerra Foto: dpa

Brasilia (dpa) - Anpfiff Brasilien! Mit dem Auftaktspiel zum Confederations Cup am Samstag gegen Japan beginnt für die Seleção der Countdown zur Heim-WM 2014. Die Euphorie ist groß, die Skepsis aber auch.


Das Team von Trainer Luiz Felipe Scolari steckt mitten im Neuaufbau. Auch die Defensivspezialisten Dante und Luiz Gustavo vom Champions-League-Sieger FC Bayern München stehen für den Umbruch, der den fünfmaligen Weltmeister im nächsten Jahr zur «Hexacampeão» führen soll und von der ganzen Fußballnation mit Argusaugen beobachtet wird.

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«Wir haben etwas verloren, weil wir keine Altstars mehr in der Auswahl haben. Aber wir haben an Stärke gewonnen durch die Jungen und wünschen uns, dass wir Erfolg haben», sagt Scolari. Bis zur WM, so erklärte es einst Scolaris gescheiterter Vorgänger Mano Menezes, wird Brasiliens Fußball «in einem nie nachlassenden Hurrikan leben.»

Denn selbst der dritte Sieg beim Confed Cup hintereinander wäre ein Muster ohne Wert: 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika war Brasilien ein Jahr nach der gelungenen Generalprobe dann beim Endrundenturnier gescheitert. «Wir allen kennen unsere Verantwortung und werden alles tun, um den Titel beim Confed Cup und - viel wichtiger - bei der WM zu gewinnen», sagt Neymar.

Der 57 Millionen Euro teure Neuzugang des FC Barcelona ist zusammen mit Lucas vom FC Paris Saint-Germain der Liebling der Dutzend Zahnspangenträgerinnen, die in Brasília erwartungsvoll vor dem Trainingsplatz auf dem Gelände der Militär-Feuerwehr steht. Zugang haben die Fans nicht, der Mannschaftsbus rollt an ihnen vorbei. Dabei schwänzen die Mädchen fünf Tage lang die Schule, um den Starkickern überallhin zu folgen. «Die wollen nur unser Geld. Wir sollen sie hier und bei der WM unterstützen, aber wir dürfen nicht mal zum Training», schimpft ein 17-Jähriger im kanariengelben Shirt.

«Wir fangen neu an, aber wir sind immer noch Brasiliens Nationalteam», sagt Scolari. «Und als Nationalteam brauchen wir die Unterstützung für jene, die das brasilianische Trikot auf dem Platz tragen, die versuchen, den vierten Confed-Cup-Titel zu holen.» Vor allem Neymar, Oscar und Lucas sollen die Mannschaft voranbringen. Ronaldinho und Kaká, die glücklosen Stars von 2006 und 2010 hat Scolari aussortiert. Aus dem Südafrika-Kader von vor vier Jahren sind nur noch Torhüter Julio Cesar, Barcelonas Außenverteidiger Daniel Alves und der jetzige Kapitän Thiago Silva dabei.

Die «Mini-WM» ist auch ein mentaler Härtetest für die Hochbegabten um Neymar. «Der Druck, der vom Umfeld ausgeht - das heißt von den Medien und der gesamten Bevölkerung - lässt einen Reaktionen zeigen, die man sonst vielleicht nicht zeigen würde», erklärt der Nationaltrainer, den alle nur Felipão nennen. «Der Confederations Cup wird ganz entscheidend sein, um zu sehen, wie die Spieler darauf reagieren, im positiven und im negativen Sinne. Davon ausgehend werden wir dann unsere Entscheidungen im Hinblick auf die Weltmeisterschaft treffen.» Das Turnier jetzt sei «Gold wert»: Zu 90 Prozent werde er seine WM-Mannschaft hier finden.

Derzeit setzt der 64-Jährige auf elf in Brasilien beschäftigte Profis und 13 aus anderen Ländern. 2002 hatte Scolari die Seleção zum letzten WM-Titel geführt. Carlos Alberto Parreira (70), der Coach der Weltmeister-Mannschaft von 1994, war als brasilianischer Trainer 2006 im Viertelfinale ausgeschieden und ist inzwischen Technischer Direktor. Mit unbeweglicher Miene in einem Plastikstuhl versunken beobachtete er am Donnerstag die Pressekonferenz mit dem neuen Superstar Neymar. «Unser größtes Problem ist die Generationslücke», räumt Parreira ein.

Er kennt den Bohei um die brasilianischen Ballzauberer wie kein anderer - und auch die Kritiker im fußballverrücktesten Land der Welt. «Wir sind noch nicht so weit», sagt das große Idol Pelé ein Jahr vor der WM über die Mannschaft, die in der FIFA-Weltrangliste auf Rang 22 abgerutscht ist. Sie habe eine gute Basis, «aber wir müssen das Mittelfeld organisieren und besser zusammenspielen».

Brasiliens Teams beim Confed Cup