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WM-Traum geplatzt: »Frankreich guillotiniert« Spanien

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WM-Traum geplatzt
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Die spanischen Spieler lassen nach der Niederlage gegen Frankreich die Köpfe hängen. Foto: Juan Carlos Hidalgo Foto: dpa

Madrid (dpa) - Als das Unfassbare Realität geworden war, wurde es in der Madrid Arena für einen Moment mucksmäuschenstill. Auf dem Parkett starrten die spanischen Basketball-Stars entgeistert ins Leere, bei den Anhängern auf den Rängen flossen die Tränen.


Das völlig überraschende Viertelfinal-Aus des WM-Gastgebers traf die stolze Sportnation Spanien völlig unvorbereitet. »Die Niederlage aller Zeiten: Spanien verliert gegen Frankreich und verpasst das Halbfinale einer WM, bei der die Krönung eigentlich vorprogrammiert war«, schrieb die Tageszeitung »El Mundo« über die verdiente 52:65-Niederlage.

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Anstatt im Endspiel die NBA-Stars endlich vom Thron zu stoßen, bleibt für Spaniens goldene Basketball-Generation um die Gebrüder Pau und Marc Gasol nur die Zuschauerrolle. »Der Traum entschwindet. Frankreich guillotiniert die Seleccion«, titelte die Zeitung »Mundo Deportivo« auf Seite eins. »Das ist eine schmerzhafte und bittere Niederlage. Wir haben unser schlechtestes Spiel gezeigt«, sagte NBA-Star Pau Gasol.

Der Neuzugang von den Chicago Bulls war mit 17 Punkten einer der wenigen Spieler, die sich gegen die Niederlage stemmten. Ansonsten schienen die Iberer dem Druck nicht gewachsen zu sein und scheiterten am Ende an ihren eigenen Nerven. »Sie haben uns zerdrückt«, sagte Barcelonas Juan Carlos Navarro entgeistert.

Am Ende wurden den Spaniern ihre unterirdische Wurfquote aus der Distanz und die Unterlegenheit beim Rebound zum Verhängnis: Lediglich unfassbare 2 von 22 (!) Dreipunktwürfen des Weltmeisters von 2006 fanden ihren Weg in den Korb, bei den Rebounds waren die Hausherren mit 28:50 unterlegen. »Ei n miserables Spanien hat sich das Aus verdient«, schrieb »La Vanguardia« auf seiner Titelseite.

Die Franzosen waren hingegen völlig aus dem Häuschen. »Das hat uns kaum jemand zugetraut. Wir waren die einzigen, die daran geglaubt haben«, sagte Boris Diaw von den San Antonio Spurs. Der Europameister hatte aus der klaren Niederlage gegen Spanien seine Lehren gezogen und durch den Zuschlag der Finalrunde für die EM im kommenden Jahr zudem einen weiteren Schub bekommen.

»Aber wir sind noch nicht fertig. Jetzt wollen wir mehr«, sagte Diaw, in Abwesenheit von Superstar Tony Parker der Antreiber im Team. Im Halbfinale wartet nun Serbien, dann soll es im Endspiel gegen die NBA-Stars gehen. Für dieses Traumfinale waren eigentlich die Spanier eingeplant - bis zum »Desaster« (»El Pais«) von Madrid.

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