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WM-Vorfreude in Belgien - Buffon rettet Italienern 0:0

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Hoffnungsträger
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Der Belgier Kevin De Bruyne feiert sein Tor zum 1:0 gegen Serbien. Foto: Thierry Roge Foto: dpa
Keeper
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Torwart Gianluigi Buffon hat gegen die Tschechen gut gehalten. Foto: Filip Singer Foto: dpa
Zweikampf
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Der Tscheche Petr Jiracek (l) kämpft mit dem Italiener Ignazio Abate um den Ball. Foto: Filip Singer Foto: dpa
Torjubel
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Die Portugiesen freuen sich über das Tor zum 1:0 von Helder Postiga (M) gegen Russland. Foto: Mario Cruz Foto: dpa

Berlin (dpa) - 50 000 Fans im König Baudouin-Stadion von Brüssel waren schier aus dem Häuschen, selbst den aktuellen Monarchen Albert II. hielt es auf der Tribüne kaum auf seinem Platz. Nach dem 2:1 gegen Serbien ist für Belgien die erste Teilnahme an einer Fußball-WM seit 2002 greifbar nah.


«Brasiiiiiiiiil», jubilierte die Zeitung «Het Laatste Nieuws», doch Coach Marc Wilmots gab sich als Spaßbremse. «Jeder sollte jetzt mit den Füßen auf dem Boden bleiben. Mit 19 Punkten sind wir noch nicht in Brasilien. Der Weg ist noch lang», sagte der frühere Schalker Bundesliga-Profi an die Adresse der euphorisierten Fans des WM-Vierten von 1986.

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Gleiches gilt für Italien, das allein dank der Paraden von Torwart-Routinier Gianluigi Buffon einen Punkt aus Prag mitnahm, und Bosnien-Herzegowina. Die Balkan-Elf mit den Bundesliga-Profis Vedad Ibisevic und Sejad Salihovic träumt nach dem 5:0-Erfolg in Lettland vom Debüt auf der Weltbühne des Fußballs. Portugal atmet derweil nach dem 1:0 gegen Russland erleichtert auf: Nach dem Fehlstart in die WM-Qualifikation geht die Seleção als Erster in die Sommerpause.

Bundestrainer Joachim Löw dürfte die Resultate der deutschen Gruppe C recht entspannt zur Kenntnis genommen haben, liegt doch der vermeintlich stärkste Kontrahent Schweden nach dem 1:2 in Wien gegen Österreich weiter acht Punkte hinter der DFB-Auswahl zurück. Triple-Sieger David Alaba als Schütze des Führungstores lässt das Austria-Team vom WM-Comeback nach 16 Jahren träumen. Derweil feiern die punktgleichen Iren ihren Oldie Robbie Keane, der die Färöer mit allen drei Toren zum 3:0 im Alleingang bezwang.

Die Renaissance von Belgiens «Roten Teufeln» ist eng mit dem Namen Kevin De Bruyne verknüpft. Dem 22-jährigen Profi, vom FC Chelsea an Werder Bremen ausgeliehen und von Clubs aus dem In- und Ausland umworben, gelang per Kopf die Führung gegen Serbien. «Das war mein erstes Kopfballtor als Profi», wunderte sich De Bruyne. Der frühere HSV-Profi Vincent Kompany hielt trotz Nasenbeinbruchs durch. «Was tut man nicht alles für sein Land, hey?», twitterte der belgische Kapitän, ehe er sich im Krankenhaus behandeln ließ.

Belgien profitierte zudem von einem Ausrutscher Kroatiens. Der zuvor punktgleiche Rivale unterlag in Zagreb Schottland mit 0:1 und büßte seine gute Ausgangsposition ein. «Jetzt wird es schwer für uns», gestand Coach Igor Stimac, dessen Mannschaft gegen das bis dahin sieglose Team von Gordon Strachan den Einsatz vermissen ließ.

Ungeachtet des Punktverlusts in Tschechien fährt Italien optimistisch zum Confederations Cup nach Brasilien. «Ich mache mir keine Sorgen», sagte Nationaltrainer Cesare Prandelli nach dem torlosen Remis. «Wir waren nicht brillant, haben aber Charakter gezeigt.» Das galt nicht unbedingt für Mario Balotelli, der seinem Ruf als «Enfant terrible» auch an der Moldau alle Ehre machte.

Nachdem er selbst viele Fouls hatte einstecken müssen, trat der Milan-Star zurück und sah dafür die Gelb-Rote Karte (72.). «Ich habe nichts gemacht», beschwerte sich der aufgebrachte Balotelli, der auf dem Weg in Kabine gegen eine Wand trat. «Mario muss lernen, sich unter Kontrolle zu halten», kritisierte Prandelli seinen exzentrischen Star. Kapitän Buffon nahm den Hitzkopf in Schutz: «Zwei Gelbe Karten stellen seine Entwicklung nicht infrage.»

Für Portugal war der Erfolg über die bis dahin verlustpunktfreien Russen Gold wert. «Ich spreche nicht gerne von einem entscheidenden Spiel, aber es war ein sehr wichtiges», gab Trainer Paulo Bento zu. Helder Postiga traf für den EM-Halbfinalisten von 2012, während Cristiano Ronaldo im Nationaltrikot einmal mehr wirkungslos blieb.

Einen unerwarteten Rückschlag musste Montenegro mit dem 0:4 gegen die Ukraine hinnehmen. «Das war unser mit Abstand schlechtestes Spiel, aber wir können zurückkommen», versicherte Trainer Branko Brnovic. Mit einem Erfolg über den EM-Gastgeber von 2012 hätte man den Vorsprung vor England auf fünf Zähler ausgebaut, jetzt sitzt dem Außenseiter vom Balkan auch die Ukraine wieder im Nacken.