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WM-Weckruf gegen Österreich: Viel Arbeit für Löw

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Manuel Neuer
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Manuel Neuer wirft sich dem Schuss des Ex-Bremers Marko Arnautovic entgegen. Foto: Expa/Johann Groder Foto: dpa
Debütant
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Debütant Nils Petersen (M) beim Zweikampf mit dem Österreicher Sebastian Prödl. Foto: Christian Charisius Foto: dpa
Führungstreffer
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Mesut Oezil (r) wird von Nils Petersen (M) und Julian Brandt für sein Tor zum 1:0 gefeiert. Foto: Christian Charisius Foto: dpa
Ausgleich
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Augsburg-Profi Martin Hinteregger (r) sorgte für den Ausgleich für die Gastgeber. Foto: Christian Charisius Foto: dpa
Comeback
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Musste bei seinem Comeback zweimal hinter sich greifen: Torwart Manuel Neuer. Foto: Christian Charisius Foto: dpa
Führung
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Schalke-Profi Alessandro Schöpf (l) bejubelt mit seinen Teamkollegen sein Tor zum 2:1. Foto: Christian Charisius Foto: dpa
Unwetter
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Ein Unwetter machte die Austragung des WM-Tests Deutschlands in Klagenfurt fast unmöglich. Foto: Christian Charisius Foto: dpa

Manuel Neuer feiert ein gelungenes Comeback im Nationaltrikot. Vor der WM-Testpleite in Österreich kann der Torhüter die Weltmeister aber auch nicht bewahren. Auf Bundestrainer Joachim Löw wartet vor dem WM-Start in zwei Wochen gegen Mexiko noch sehr viel Arbeit.


Klagenfurt (dpa) - Trotz eines WM-würdigen Comebacks von Manuel Neuer hat Deutschland gegen Österreich die erste Niederlage seit 32 Jahren kassiert. Eine auf vielen Positionen noch mit Ersatzkräften besetzte Fußball-Nationalmannschaft unterlag nach Blitz und Donner in Klagenfurt mit 1:2 (1:0).

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»Wenn wir so spielen, haben wir keine großen Chancen«, analysierte ein merklich unzufriedener Bundestrainer Joachim Löw. Immerhin: Kapitän Neuer überzeugte nach achtmonatiger Wettkampfpause schon wieder mit einigen Klasse-Paraden. Doch auch der Kapitän musste sich am Samstag über Unzulänglichkeiten seiner Vorderleute ärgern.

Nach einem Fehlpass-Geschenk der Österreicher hatte Mesut Özil den WM-Titelverteidiger in Führung gebracht (11. Minute). Doch die Bundesliga-Profis Martin Hinteregger (53.) und Alessandro Schöpf (69.) bestraften vor 29.200 Zuschauern mit ihren Toren eine nach der Pause kopflose deutsche Elf. »Die Niederlage ärgert mich schon, weil wir vieles nicht umgesetzt haber, was wir uns vorgenommen haben. Wir hatten viele Ballverluste, vieles war eigentlich schlecht«, sagte Bundestrainer Joachim Löw im ZDF.

»Wir wissen, dass wir noch einiges zu tun haben, aber wir haben vollstes Vertrauen in das Team und das Trainerteam. Das werden wir dann hinbekommen«, sagte Marco Reus, der noch länger auf die Rückkehr ins DFB-Team hatte warten müssen als Neuer.

15 Tage vor dem WM-Start gegen Mexiko hat Bundestrainer Joachim Löw noch viel Arbeit. Von den potenziellen Nachrückern konnten bis auf Verteidiger Niklas Süle und Neuling Nils Petersen keiner nachweisen, dass er die etablierten Kräfte um die in Österreich geschonten Toni Kroos, Mats Hummels oder Thomas Müller in Bedrängnis bringen kann.

Am Montag muss Löw noch vier Akteure für seinen endgültigen 23er-Kader aussortieren. Viele Pluspunkte konnte keiner der Wackelkandidaten sammeln.

Neuer agierte in seinem 75. Länderspiel, dem ersten seit 599 Tagen, souverän, strahlte Selbstvertrauen aus, als hätte es keine Dauerverletzung gegeben. Fragezeichen hinter der WM-Tauglichkeit gibt es so keine. Beweise, dass er auch seine starken Reaktionen nach acht Monaten Wettkampfpause nicht eingebüßt hat, lieferte der Kapitän mehrfach. »Er hat gut gehalten und keine Probleme gehabt«, sagte Löw.

Als der Hoffenheimer Florian Grillitsch auf das kurze Eck schoss, tauchte Neuer ab und lenkte den Ball mit der rechten Hand zur Ecke (32.). Als Marko Arnautovic (55.) frei vor ihm stand, schnellte der Arm blitzschnell hoch. Die Gegentore durch Hinteregger und Schöpf waren für ihn nicht zu verhindern. Die wichtigste Erkenntnis für Löw: Neuers Fuß bereitete auch auf dem schweren, vom Regen getränkten Rasen offenbar keine Probleme mehr.

Der Vorlauf der Partie war für Neuer und seine Kollegen zu einer Geduldsprobe geworden. Mehrfach musste der Anpfiff wegen heftiger Regenfälle, Hagel und starker Gewitter verschoben werden. Erst mit 103 Minuten Verspätung ging es los. »Auf der einen Seite denken wir natürlich, dass wir das Spiel unbedingt brauchen, auch um den Rhythmus aufzunehmen. Auf der anderen Seite wollen wir natürlich die Verletzungsgefahr minimieren«, erklärte Teammanager Oliver Bierhoff im ZDF die Überlegungen in den Katakomben des Wörthersee Stadions.

Die nicht für die WM qualifizierten Österreicher standen von Beginn an sehr tief, verteidigten mit einer Fünferkette. Für das Löw-Team ein willkommener Test, denn auch bei der WM werden die Gruppengegner gegen den Weltmeister auf eine massive Defensive setzen.

Das Tor servierten die Gastgeber der DFB-Elf: Torwart Jörg Siebenhandl von Sturm Graz misslang ein Pass, Özil schlenzte den Ball in seinem 90. Länderspiel zum 23. Tor ins lange Eck. Nach viel Kritik in den vergangenen Wochen tat dem Regisseur der Treffer sichtlich gut. Neben Neuer, Joshua Kimmich, Jonas Hector und Sami Khedira gehörte Özil zu einem Quintett, dass seinen Platz zum WM-Auftakt gegen Mexiko sicher haben dürfte.

Alle anderen mussten vorspielen: Der robuste Süle und Antonio Rüdiger in der Abwehrzentrale wie auch die jungen Leroy Sané und Julian Brandt auf den Außenbahnen. Brandt (20.) bot sich nach gutem Zusammenspiel mit dem mutigen wie mannschaftsdienlichen Neuling Nils Petersen die Chancen zum 2:0 - diesmal parierte Siebenhandl. Auch aus aussichtsreicher Position im Strafraum hatte der nicht entschlossen genug agierende Leverkusener Brandt kein Schussglück (38.).

In Sebastian Rudy bot Löw zur zweiten Halbzeit für Khedira einem weiteren möglichen Streichkandidaten die Chance zum Vorspielen. Doch das deutsche Spiel hatte seine Statik verloren. Besonders Ilkay Gündogan hatte große Probleme, für defensive Stabilität zu sorgen. Beim ersten Gegentor stand Hector völlig falsch.

Plötzlich bestimmte Österreich das Spiel. In der deutschen Offensive passierte viel zu wenig, es fehlte die Führungsstärke. Löw brachte Timo Werner und erstmals seit 795 Tagen wieder Marco Reus. Doch das Geschehen spielte sich vornehmlich rund um den deutschen Strafraum ab. Schöpf schoss flach und hart ins lange Eck. Rot-weiß-rot und ihr deutscher Trainer Franco Foda hatten ihr Fußballfest - und Löw viele schnell zu lösende WM-Hausaufgaben.

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