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Wo die Bergziegen hinunter gehen: Schwaben sitzen in Watzmann-Westwand fest

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Die Männer waren einem Wildwechsel gefolgt. (Fotos: BRK BGL)
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Die »Bergziege« – eigentlich ein Gamsbock.(Fotos: BRK BGL)

Ramsau – Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers haben am Dienstagnachmittag zwei verstiegene Schwaben per Rettungstau aus der Watzmann-Westwand ausgeflogen.


Die beiden wollten die Watzmann-Überschreitung machen und hatten vom Grat aus in Blickrichtung zum Wimbachschloss einen vermeintlichen Steig entdeckt, der sich aber als reiner Wildwechsel entpuppte. Darum saßen sie nach kurzer Zeit im absturzgefährlichen Gelände fest und setzten um kurz nach 15 Uhr einen Notruf ab.

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Die Hubschrauber-Besatzung nahm einen Ramsauer Bergwachtmann auf und entdeckte die beiden Bergsteiger bereits beim ersten Suchflug in der riesigen Westwand. Der Pilot brachte zwei Bergretter zu den Verstiegenen. Die Retter sicherten die Männer, die dann unverletzt per Tau ausgeflogen wurden und nur meinten: »Die Bergziegen gehen da ja auch runter.«

Früher gab es ähnliche Einsätze in der Westwand häufiger, wobei Bergsteiger nicht die komplette Überschreitung bis zum Südspitz-Abstieg absolvierten und dachten, frei durch die Westwand ins Gries abkürzen zu können. Der Einsatz dauerte gute zwei Stunden. »Was am Berg zunächst wie ein richtiger Steig aussieht, ist oft nur ein häufig benutzter Wildwechsel und verliert sich dann im freien, absturzgefährlichen Gelände, wo man ohne fundierte Ortskenntnisse und bergsteigerisches Können nicht mehr weiterkommt«, warnt der Ramsauer Bereitschaftsleiter Rudi Fendt.

Noch während dieses Einsatzes ging ein weiterer Notruf vom Ingolstädter Haus im Steinernen Meer ein, wo der Wirt einen Wanderer beobachtet hatte, der rund 20 Gehminuten vom Haus entfernt mit Kreislaufproblemen immer wieder pausieren musste. Die Besatzung von »Christoph 14« landete am Haus und untersuchte den Mann notärztlich, der zur Hütte zurückkehrte und dort blieb.

Am Montag gegen 11.45 Uhr musste die Bergwacht Ramsau einen Krankentransport von der Blaueishütte ins Tal durchführen. Am Sonntag gegen 13.40 Uhr rückten sie ebenfalls wegen eines Krankentransports zur Bindalm im Klausbachtal aus, wo ein Patient mit Kreislaufproblemen abgeholt werden musste.

Am Sonntag gegen 10.30 Uhr ging ein Notruf vom Hochkalter ein, wo sich eine 47-jährige Schönauerin beim Aufstieg vom Wimbachgries zur Sittersbachscharte an der Hand verletzt hatte. Die Frau und ihr Begleiter stiegen noch gut 60 Höhenmeter bis in die Scharte auf und wurden dann dort von »Christoph 14« und einem Ramsauer Bergretter abgeholt. IM Tal fuhr sie dann der Rettungswagen weiter zur Kreisklinik Bad Reichenhall. red/BRK BGL