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Wo man singt, da lass dich ruhig nieder …

3.5
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Auftritt des Teisendorfer Männerchors mit Dirigent Stephan Hadulla.

Der erste »Chor-Hoagascht« in Teisendorf war ein voller Erfolg. Die zahlreichen Zuschauer, die in die Aula der Agliardis-Schule gekommen waren, erlebten einen Abend mit beschwingten und nachdenklichen, oft auch leicht ironischen Liedern, vorgetragen in der bekannt hohen Qualität des Chores unter der Leitung von Stephan Hadulla.


»Hoagascht« komme von »Heimgarten«, erläuterte Vokal-Express-Vorstand Georg Waldherr. Der heimische Garten war früher der Platz, wo man gemütlich beisammensaß, aß, trank und ratschte. So solle es auch an diesem Abend sein, meinte Waldherr. Mit dem Volkslied »Ein Jäger zu dem Weiher ging« eröffnete der Vokal-Express schwungvoll den Abend. Schwermütiger ging es weiter mit dem bekannten Lied »Sah ein Knab' ein Röslein stehn«, ein von Heinrich Werner 1827 vertontes Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe in einem Satz von Franz Lehrndorfer.

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An die Klassik knüpfte Joachim Otrozonsek mit einer in Gedichtform vorgetragenen Parodie auf Heinrich von Kleists »Zerbrochenen Krug« an, in der selbst Schuldirektor und Ministerialrat sich als literarische Banausen entpuppen. »Wenn alle Brünnlein fließen« hieß es zum Abschluss des ersten Blocks in dem leicht und fröhlich vorgetragenen Volkslied von Walter Reim aus Schwaben. In der dritten und vierten Strophe schwenkte der Chor um auf eine bayerische Variation des Liedes, mit lustiger Anspielung auf das »Fensterln«. In der Folge wechselten sich Männerchor und Vokal-Express mit jeweils drei Liedern ab.

35 Jahre lang hatte Ernst Gruber den Männerchor Teisendorf geleitet. Vor allem Lieder von Friedrich Silcher hatten es ihm angetan. Gleich vier solcher Lieder – »Süß Liebe liebt den Mai«, »Frisch gesungen«, »Der Wanderer« und »Huchei die muß ich haben« – trug der Männerchor beim Hoagascht vor. Den Spagat zwischen Heimat und Fernweh beschrieb das Franz-Biebl-Lied »Der Bayerische Himmel«. Der Refrain ist eine Ode an Bayern, wenn es heißt »wohin ich mich wend' und wohin ich auch schau, sieh den bairischen Himmel, so weiß und hellblau«.

Ein Höhepunkt war das alte Volkslied »Das Wandern ist des Müllers Lust«, neu gesetzt vom Calmus Ensemble Leipzig, lautmalerisch vorgetragen vom Vokal-Express.

Auch leicht rustikale und ironische Lieder fanden Eingang in das Programm und belustigten die Zuhörer wie der »Tod von Basel« oder der extra für den Hoagascht verfasste »Rustikal Tango«. Auf die bekannte Melodie des »Kriminaltango« von Piero Trombetta entstand eine Parodie auf den Fußball und seine Fans, mit einem Drama »auf grünem Rasen«, mit »knackenden Knochen, blutenden Nasen, noch schnell einer Grätsche« und »jubelnden Massen«.

Für besinnliche Momente sorgten nachdenkliche und romantische Lieder wie »Zogen einst fünf wilde Schwäne« oder »Es zog manch Lied ins Herz mir ein« von Antonin Dvorák.

Die Besucher waren von Beginn an begeistert und belohnten die Akteure mit kräftigem Applaus.