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Die zur Jurierung des Europäischen Gestaltungspreises 2022 eingereichte Figurengruppe »Wohin entwickelt sich die Welt?« von Marco Bruckner.
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Der Bildhauer Marco Bruckner aus Pittenhart. (Fotos: Giesen)

»Wohin entwickelt sich die Welt?«

Der Bildhauer Marco Bruckner aus Pittenhart ist für den Europäischen Gestaltungspreis der Holzbildhauer 2022 nominiert.

Mit seiner Skulpturengruppe »Wohin entwickelt sich die Welt?« schaffte er es in den zweiten Durchgang zusammen mit 49 weiteren ausgewählten Werken. Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb von der Landesinnung der Holzbildhauer Baden-Württemberg. Alle Arbeiten werden im Regierungspräsidium Karlsruhe am Rondellplatz Anfang März zu sehen sein und anschließend im Schloss Rochusberg in Karlsruhe. Im März wird die Jury dann die endgültigen Gewinner des Gestaltungspreises nominieren.

Marco Bruckner, 1996 in Prien geboren, hat für seine Skulpturengruppe »Wohin entwickelt sich die Welt?« vier Teile aus schwarz geflammtem Eschenholz geschaffen. Gezeigt wird die Entwicklung des Menschen in seiner Umwelt von einer Höhle zu einem Haus und immer mehr Menschen, sodass im übertragenen Sinn für sie die Luft immer dünner wird, der Lebensraum immer knapper. Die Skulpturen zeigen die Veränderungen des Klimawandels, denn die tiefen Furchen und Hohlräume der Skulpturen symbolisieren die Wunden der Erde.

Marco Bruckner, der durch sein an mehreren Orten gezeigtes »Luther-Projekt« 2017 weithin bekannt wurde, stellt bei dem neuen Projekt die bedrohliche Situation der Welt durch den Klimawandel dar. Wie auch bei seiner großen Ausstellung im Traunsteiner Kulturforum Klosterkirche deutlich wurde, macht sich der Künstler viele Gedanken über das derzeitige politische, gesellschaftliche und religiöse Leben und setzt seine Gedanken unmittelbar in seinen Werken um. So lautete eine der in der Klosterkirche gezeigten Figurengruppen »Wenn die Welt aus den Fugen gerät«. Dabei beschäftigte er sich mit der Natur und Tieren, die die Menschen immer mehr aus ihrem angestammten Lebensraum verdrängen, sodass ein gefährliches Ungleichgewicht zwischen Natur und Mensch entsteht.

Marco Bruckner hatte schon 2013 den Dannerpreis erhalten, 2018 den ARTS-Kulturförderpreis und 2021 die Nominierung für den Kunstpreis Deutschland 2021.

Im Alter von erst acht Jahren ging er mit seinem Opa, damals Landwirt in Pittenhart, gerne in den Wald, wo er seine Beziehung zu Natur und Holz entwickelte. Neben der Schule war es sein Hobby, Drechselarbeiten, Gebrauchsgegenstände und abstrakte Figuren zu fertigen. 2013 begann Bruckner seine Ausbildung zum Holzbildhauer an der Holzbildhauerschule in Berchtesgaden und beendete sie erfolgreich im Sommer 2016. Seither arbeitet er als freier Bildhauer und veranstaltet in seinem Atelier in Pittenhart regelmäßig Ausstellungen. Sowohl was die Verbreitung seiner Werke anbetrifft, als auch bei seiner stetigen künstlerischen Arbeit ist er mit immer neuen Ideen sehr aktiv.

Christiane Giesen