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Sollten zwei kleinere Standorte für eine Mobilfunkanlage in Seebruck technisch nicht machbar sein, würde der Gemeinderat die bereits untersuchte Variante am Feuerwehrhaus an der Pullacher Straße mittragen. Der Mobilfunkturm sollte dann aber auf Drängen des Gemeinderats auf der Nordwestseite des Hauses aufgestellt werden. (Foto: Rasch)

Wohin mit der Mobilfunkanlage?

Seeon-Seebruck – Die Ersatzstandortsuche für eine Mobilfunkanlage in Seebruck ist weiterhin ungeklärt. Auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung im Truchtlachinger Bürgersaal konnte keine konkrete Lösung für einen Standort auf Gemeindegrund gefunden werden, den die Gemeinde der Telekom vorschlagen könnte. Nachdem die jetzige Mobilfunkanlage in der Ortsmitte von Seebruck Ende Februar 2025 gekündigt wurde, ist die Telekom gemeinsam mit der Gemeinde auf der Suche nach einem Ersatzstandort.


Wie berichtet, hatte eine Mobilfunkfirma bereits im letzten Jahr drei machbare Alternativen für einen Masten-Standort vorgeschlagen und dabei das Feuerwehrhaus an der Pullacher Straße, ein kleines Gebäude an der Ludwig-Thoma-Straße/Ecke Poststraße und ein unbebautes Grundstück in der sogenannten »Reimer-Kurve« favorisiert. Die Mehrheit des Gemeinderats war jedoch dafür, einen unabhängigen Gutachter damit zu beauftragen, neben den bereits vorgeschlagenen Standorten weitere mögliche Standorte zu untersuchen. Die Ergebnisse des Gutachtens wurden jetzt in der Gemeinderatssitzung vorgestellt.

Laut Gutachter sind neben den empfohlenen Standorten insgesamt sieben Standorte untersucht worden. Darunter auch der Parkplatz westlich von Seebruck, der sich aber im FFH-Gebiet befinde und deshalb nicht näher untersucht worden sei. Auch ob sich das Späne-Silo der Firma Regnauer eigne, sei geprüft, aber für ungeeignet empfunden worden. Eine Antenne im Industriegebiet oder auf dem Gebäude des Hafenwirts zu installieren, würde an den sogenannten Interferenzen und an ortsplanerischen Gründen scheitern. Gut eignen hingegen würde sich die »Alternative 2« an der Ecke Postweg/Ludwig-Thoma-Straße, nur wenige Meter vom jetzigen Standort entfernt.

Aus Sicht des Gutachters wäre diese Variante neben dem Feuerwehrhaus und dem Grundstück in der »Reimer-Kurve« der beste Standort. Hier stelle sich allerdings die Frage, ob die Telekom diesen Standort akzeptiere.

»Wir haben damit den klaren Auftrag des Gemeinderats erfüllt und weitere Standorte auf Gemeindeflächen untersuchen lassen«, erklärte Bürgermeister Martin Bartlweber (FW). Dies sei auch wichtig gewesen, denn jetzt wisse man, wo es konkret nicht gehen würde. Weiter räumte er ein: »So ein Masten ist nicht toll und ortsbildprägend. Andererseits brauchen wir aber die Versorgung in Seebruck.« Seine Meinung, dass der Standort in der »Reimer-Kurve« wegen einer späteren Wohnbebauung auf gar keinen Fall in Frage komme, wurde allgemein geteilt. Die Anregung von Clemens Kronast (FW), ob technisch zwei kleinere Standorte machbar wären, soll jetzt der Telekom vorgeschlagen werden. Sollte dies nicht möglich sein, würde man mit dem Standort Feuerwehrhaus an der Nordwest-Seite mitgehen.

Auf Nachfrage der 3. Bürgermeisterin Dr. Christine Kosanovic (FW), wie es sich verhält, sollte die Gemeinde gar keinen Standort vorschlagen und die jetzige Funkanlage abgeschaltet werden, warnte der Gutachter davor, dass die Telekom dann auf Privatgrundstücke zurückgreifen werde, wo die Gemeinde kein Mitspracherecht habe. Bei einer Abschaltung müsse man davon ausgehen, dass Seebruck dann nicht mehr ausreichend versorgt werden könne. Eine Abschaltung ist nach Auffassung von Josef Daxenberger (CSU) keine Alternative: »Jeder hat ein Handy in der Tasche und die Firmen brauchen eine gescheite Verbindung«, sagte Daxenberger. Er halte den Standort am Feuerwehrhaus für die vernünftigste Lösung und darüber sollte miteinander gesprochen werden.

Der Beschlussvorschlag, der Telekom den Standortan der Nordwestseite des Feuerwehrhauses vorzuschlagen, jedoch vorrangig mit der Telekom eine Alternative mit zwei kleineren Maststandorten abzustimmen, wurde gegen die Stimme von Toni Mayer (Grüne) mitgetragen. Mayer stimmte aus ortsplanerischen Gründen dagegen.

ga