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Wohltuender Nervenkitzel

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Das Henschel Quartett brillierte beim Musiksommer-Konzert in der Traunsteiner Klosterkirche. (Foto: Barbara Heigl)

Geradezu verlieben konnten man sich in die Musiker des Henschel Quartetts und deren Musik, die im Rahmen des Musiksommers zwischen Inn und Salzach in der Traunsteiner Klosterkirche brillierten. Das weltweit erfolgreich konzertierende Streichquartett brachte eine bemerkenswert geschmackvolles, anregendes und aufregendes Programm zu Gehör. Kein Stück nahm dem anderen den Platz weg, und in der Rückschau blieben die Werke gut im Gedächtnis.


Funkelnd, glanzvoll und elegant das Reiterquartett von Joseph Haydn, avantgardistisch, witzig, energetisch und ernst das Streichquartett Nr. 1 von Erwin Schulhoff (1894-1942), und nach der Pause das Streichquartett in C-Dur von Ludwig van Beethoven, das in seiner monumentalen Struktur jeden Winkel des Kirchenraumes zu füllen schien. Die Musik des außerordentlichen Konzertabends war ein geradezu wohltuender Nervenkitzel, und man folgte mit Lust den abenteuerlichen Wegen der verschiedenen Themen in ihren Wiederholungen, Vertiefungen und Umspielungen. Mit für das Auditorium beglückender Impulsivität spielten die Musiker sich zu, gingen aufeinander ein, lauschten aufeinander und verneigten sich virtuos mit großer und tief empfundener, fast schon demütiger Spielfreude vor dem jeweiligen Komponisten.

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Dieses tiefe musikalische Empfinden der Musiker übertrug sich eins zu eins auf die Zuhörer und machte dieses Konzert zu etwas ganz Besonderem. Eine Art intuitiver Kommunikation mit dem Publikum war der Auslöser für ein ganz intimes Hörerlebnis, das mit zwei nochmals enthusiastisch beklatschten Zugaben von Dvorak und Schulhoff ein schwungvolles Ende fand und vielen im Publikum ein seliges Lächeln auf die Lippen zauberte. Barbara Heigl