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Wohngebiet statt Dorfgebiet geplant

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Hier auf dieser Wiese im Grabenstätter Ortsteil Bergen bei Erlstätt soll ein Wohngebiet mit vier Bauparzellen entstehen. (Foto: Müller)

Grabenstätt – In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat beschlossen, den am 19. Juni vergangenen Jahres gefassten Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplans »Am Alpenblick« im Erlstätter Ortsteil Bergen zu korrigieren. Anstatt der bislang geplanten Ausweisung eines Dorfgebiets soll nun gemäß der Baunutzungsverordnung ein allgemeines Wohngebiet festgesetzt werden.


Die Gesamtfläche wird laut Planung aus rund 2011 Quadratmetern Bauland, 544 Quadratmetern Verkehrsfläche und 228 Quadratmetern Grünfläche bestehen.

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Architekt Henry Scholtysik stellte den Gemeinderäten die beiden Planvarianten mit jeweils vier Bauparzellen vor. In der 417 Quadratmeter großen Parzelle 1 ist in beiden Planvarianten eine Doppelhaushälfte mit Carport und Garage vorgesehen und in der unmittelbar östlich davon angrenzenden 393 Quadratmeter großen Parzelle 2 die andere Hälfte des Doppelhauses und eine Garage. Hier ist das Gelände noch vergleichsweise eben. In der östlich davon gelegenen 713 Quadratmeter großen Parzelle 3 wird in beiden Planvarianten ein Wohngebäude mit maximal zwei Wohneinheiten und jeweils einer Garage angedacht. Es handelt sich um die größte Bauparzelle und jene mit der steilsten Hanglage, was Scholtysik nach eigener Aussage durchaus »Kopfzerbrechen bereitet« habe. Es sei nun die Aufgabe des Planers, das Gebäude in den nach Osten gleichmäßig ansteigenden Hang einzufügen.

Die 488 Quadratmeter große vierte Bauparzelle befindet sich in beiden Planvarianten südlich der Parzellen 1 und 2 auf der anderen Seite der geplanten Zugangsstraße. Auch dort ist ein Wohngebäude mit maximal zwei Wohneinheiten und jeweils einer Garage vorgesehen. Laut Scholtysik würden sich die beiden Planvarianten nur hier unterscheiden. In Variante 1 hätte das Gebäude eine Nord-Süd-Firstausrichtung und in Variante 2 eine Ost-West-Firstausrichtung.

Bei der Schallbelastung von der südlich vorbeiführenden Staatsstraße 2095 »könnten die Grenzwerte vor allem in der Nacht überschritten werden«, gab Scholtysik zu bedenken. Schalldichte Fenster wären ratsam. Auf die Frage von Anita Kohlbeck (SPD), ob die Hanglage nicht auch Probleme mit dem Oberflächenwasser nach sich ziehe, meinte Bürgermeister Georg Schützinger, dass jeder auf seinem Grundstück das Niederschlagswasser selbst entsorgen müsse.

»Wir könnten die Wendeplatte am Ende der Zugangsstraße auch größer machen, das würde aber mehr Flächenverbrauch bedeuten«, so Scholtysik auf die Frage von Franz Kreiler (Bürgergruppe), ob die Müllabfuhr dort problemlos rangieren könne. Auch bei der Schneeräumung könnte es dort Schwierigkeiten geben, hieß es. Andreas Lukas (FW) brachte zusätzliche Stellplätze ins Spiel. »Pro Wohneinheit sind zwei Stellplätze vorgesehen«, man könnte aber dort, wo keine Garagen und Zugänge zu den Häusern geplant seien, weitere ausweisen, betonte der Architekt.

Gerhard Wirnshofer (Bürgergruppe) sprach sich für die Planvariante 2 aus, weil man mit der südorientierten Ausrichtung des Satteldachs (Ost-West-Firstausrichtung) in Bauparzelle 4 die Solarenergie besser nutzen könne. Zudem riet er dazu, bei den Doppelhaushälften über die vorgesehene maximale Wandhöhe von 5,75 Metern hinauszugehen, um das Dachgeschoß besser nutzen zu können und keinen Wohnraum zu verschenken. Scholtysik unterstützte diesen Vorschlag. Eine seitliche Wandhöhe von mindestens 6,25 Metern soll nun geprüft werden.

Einig wurde man sich auch dahingehend, eine Dachneigung von bis zu 27 Grad (statt maximal 22 Grad) zu ermöglichen. Zudem sollen Mindestdachüberstände festgelegt und bei der Parzelle 3 eine flexiblere Firstrichtung ermöglicht werden. Scholtysik bat man, zur Veranschaulichung noch eine Schnittdarstellung des Höhenverlaufs zu erarbeiten.

Nach der Diskussion gaben die Gemeinderäte geschlossen grünes Licht für die Planvariante 2. Die Ergebnisse der Beratung sollen nun noch eingearbeitet und der fortgeschriebene Planentwurf zur endgültigen Billigung dem Gemeinderat nochmals vorgelegt werden. Bürgermeister Schützinger erinnerte daran, dass man sich erst am Verfahrensanfang befinde. mmü