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Wolfram holt EM-Silber vom Ein-Meter-Brett

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EM-Silber
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Martin Wolfram freut sich über seine Silbermedaille. Foto: Jens Büttner Foto: dpa
Dritte
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Maria Kurjo zeigt in Rostock ihre Bronzemedaille. Foto: Jens Büttner Foto: dpa
EM-Silber
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Martin Wolfram wurde bei der EM überraschend vom Ein-Meter-Brett Zweiter. Foto: Jens Büttner Foto: dpa
Kopfüber
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Oliver Homuth holt sich im Kunstspringen vom Ein-Meter-Brett Rang drei. Foto: Jens Büttner Foto: dpa
Turmspringerin
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Julia Prokoptschuk, die Siegerin vom Turm, taucht Luft ausblasend wieder auf. Foto: Jens Büttner Foto: dpa
Finale
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Maria Kurjo springt im Frauen-Finale vom Turm zu Bronze. Foto: Jens Büttner Foto: dpa

Rostock (dpa) - Vier Medaillen in zwei Tagen - der deutsche Start in die Wassersprung-EM von Rostock kann sich lassen. Ihr jeweils erstes internationales Edelmetall ließ Martin Wolfram und Oliver Homuth schon auf dem Weg zur Siegerehrung dauergrinsen.


Erstmals seit 14 Jahren holten deutsche Springer überraschend gleich zwei EM-Medaillen vom Ein-Meter-Brett. Der Dresdner Turmspezialist Wolfram bekam am Mittwoch als Zweitplatzierter seines Ausweich-Wettkampfs 414,75 Punkte. »Das hätte ich nie gedacht, ich bin unheimlich stolz«, sagte der 21-Jährige. Oliver Homuth vom Berliner TSC kam auf ganze 3/10 Zähler weniger, freute sich aber ebenso wie Maria Kurjo. Die Berlinerin wurde zum dritten Mal in Serie EM-Dritte vom Turm.

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Illja Kwascha aus der Ukraine verteidigte souverän seinen Titel mit 467,75 Punkten. »Kwascha ist der Brettspringer schlechthin, ich sehe keinen, der ihm gefährlich werden könnte«, sagte Wolfram anerkennend. »Mich freut besonders, dass beide jungen Männer in unserem Team die Nerven behalten haben«, sagte Bundestrainer Lutz Buschkow. Er hatte sich bereits am Abend zuvor über die Silbermedaille im Team-Wettbewerb freuen können.

Alle Deutschen steigerten sich im Vergleich zu ihren Vorkämpfen. Kurjo zeigte im Finale erneut keine Nerven, auch weil sie sich Wertungen und Sprünge der Konkurrenz nie anschaut. Mit 323,00 Punkten musste sie nur die ukrainische Titelverteidigerin Julia Prokoptschuk (373,30) und Russlands Julia Koltunowa (371,10) ziehen lassen. Auch ohne dreieinhalbfachen Delfin-Salto, bei dem sie 2010 in Rostock und 2012 im Training zweimal mit dem Kopf die Plattform touchiert hatte, ist Kurjo in Europa stets dabei. »Der ist kein Thema mehr, den haben wir abgehakt, der ist für alle Zeiten weg, ganz sicher«, sagte sie. Kurjos 18 Jahre alte Berliner Teamkollegin Kieu Dong wurde Neunte (275,80).

Wie Kurjo lagen auch Wolfram und Homuth im Finale stets auf Medaillenkurs hinter dem früh enteilten Kwascha. Mit seinem letzten Sprung zog Wolfram noch ganz knapp am Teamkameraden vorbei. »Da war ich etwas nervös. Wenn ich runter komme, ärgere ich mich vielleicht ein bisschen, aber nicht jetzt«, sagte Homuth angesichts seiner internationalen Punkt-Bestleistung.

Wolfram springt nach einer Schulter-Operation nur zum Formaufbau die nicht-olympische Disziplin vom Ein-Meter-Brett. Hier war er 2007 einmal Junioren- Europameister, wurde dann zum Turmspezialisten: »Ich wusste gar nicht mehr, was ich hier noch für Qualitäten habe.«

Sein Tiefpunkt ist noch keine elf Monate her: Beim Olympia-Wettkampf von London lag der Sportsoldat überraschend auf Medaillenkurs, ehe er sich die Schulter auskugelte und unter größten Schmerzen den Wettkampf auf Platz acht beendete. Erst 2014 wird er wieder von der Zehn-Meter-Plattform springen. »Ich vermisse das Turmspringen sehr. Beim Brett ist man abhängig vom Anlauf, dass das Brett einen gut schmeißt, beim Turm hat man seine harte Unterlage, da kann man sich drauf verlassen«, erklärte der 21-Jährige. Weil er aber kein verlorenes Wettkampfjahr wollte, probierte er sich wieder auf dem lange nicht mehr gesprungenen Brett - mit Erfolg.

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