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»Wort und Bild - ein ganz besonderes Paar«

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Aus dem »Pfaffinger Stundenbuch« des Buchkünstlers Wilhelm Neufeld (1908 bis 1995) stammt diese Zeichnung, die viel über das Selbstverständnis des eigenwilligen Künstlers verrät. Zu sehen in der online-Präsentation »Wort und Bild – ein ganz besonderes Paar« der Städtischen Galerie Traunstein.

Die für Januar und Februar geplante Ausstellung »Wort und Bild – ein ganz besonderes Paar«, die im Rahmen des regionalen Literaturfestivals »Leseglück – grenzenlos Literatur« in der Städtischen Galerie Traunstein angekündigt war, kann aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden.

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Deshalb hat die Städtische Galerie eine kleine Online-Präsentation mit Exponaten und Texten zusammengestellt. Natürlich kann eine Online-Präsentation nur ein kleiner Ersatz sein für eine »richtige« Ausstellung, in der originale Kunstwerke ansprechend im Raum arrangiert zu sehen sind. Die technischen Darstellungsmöglichkeiten sind eingeschränkt und das aktive Kunsterlebnis entfällt fast ganz. Was derzeit am schmerzlichsten vermisst wird, ist die Möglichkeit, mit anderen Ausstellungsbesuchern ins Gespräch zu kommen, sich über das Gesehene auszutauschen und in einer angenehmen Atmosphäre Kunst auf sich wirken zu lassen.

Einen kleinen Eindruck von den Skizzenbüchern und Mappenwerken und in die durch Zitate belegte Gedankenwelt der Künstler Wilhelm Neufeld, Georg Huber und Günther Schuhböck vermittelt die online-Präsentation aber durchaus. Der mit dem renommierten Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig ausgezeichnete Buchkünstler Wilhelm Neufeld ist in der städtischen Kunstsammlung mit Holzschnitten, die zu Texten aus der Weltliteratur entstanden sind, vertreten. Darüber hinaus darf sich die städtische Kunstsammlung glücklich schätzen, ein umfangreiches Konvolut von originalen Zeichnungen kombiniert mit handschriftlichen Notizen aus dem Nachlass des 1995 verstorbenen Künstlers übernommen zu haben.

Aus diesem Bestand werden Blätter aus dem »Pfaffinger Stundenbuch« gezeigt, die viel über das Selbstverständnis des eigenwilligen Künstlers verraten. Auch die Textzitate von Günther Schuhböck, der als künstlerischer Autodidakt zu den spannendsten Persönlichkeiten der Region zählte, tragen viel dazu bei, seine kritischen und sarkastischen Bilderwelten als hitzige Kommentare zur Gegenwart zu lesen, die an Aktualität nichts eingebüßt haben.

Als dritte künstlerische Position wurden einige Skizzen aus den über 30 als Malbüchlein umfunktionierten Schulheften des ehemaligen Traunsteiner Kunsterziehers Georg Huber gewählt. Seine Skizzenbücher enthalten Landschafts- und Architekturzeichnungen ebenso wie Bewegungsstudien und Stillleben. Eine Besonderheit sind die Zeichnungen, die im belgischen Kriegsgefangenenlager in den Jahren von 1944 bis 1948 entstanden sind, und die den Lauf der Jahre widerspiegelnden Selbstporträts des Künstlers.

Die online-Präsentation »Wort und Bild – ein ganz besonderes Paar« kann auf der Homepage der Stadt Traunstein bei den aktuellen Kunstprojekten der Städtischen Galerie eingesehen werden: www.traunstein/kultur-brauchtum/staedtische-kultureinrichtungen/staedtische-galerie/aktuelle-kunstprojekte/

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