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Bedürfnissen betagter Menschen Rechnung tragen: Alterstraumatologiezentrum Traunstein-Ruhpolding erfolgreich zertifiziert

Würdevoll altern bei maximaler Lebensqualität

Das Alterstraumatologiezentrum Traunstein-Ruhpolding unter der unfallchirurgischen Leitung von Prof. Dr. Rupert Ketterl, Chefarzt der Unfallchirurgie Traunstein, und der Geriatrischen Leitung von Dr. Herbert Bruckmayer, Chefarzt Geriatrie Ruhpolding wurde durch die Firma CERT iQ, Zertifizierungsdienstleistungen GmbH aus Fürth, erfolgreich zertifiziert. Die Leitende Ärztin der Geriatrie Ruhpolding, Dr. Marianne Gerusel-Bleck, und Dr. Tobias Lewens, Funktionsoberarzt der Unfallchirurgie Traunstein, koordinieren das Alterstraumatologiezentrum Traunstein-Ruhpolding.

Erfolgreich hat das Team des Alterstraumatologiezentrums Traunstein-Ruhpolding die Zertifizierung bestanden. (Foto: Buthke)

Ziel des Alterstraumatologiezentrums Traunstein-Ruhpolding ist es, die Patienten in Traunstein zügig zu operieren und bei stabilen Wundverhältnissen in die Alterstraumatologie nach Ruhpolding zu verlegen. Eine frühzeitige Organisation der sozialen Wiedereingliederung zusammen mit den Angehörigen, den Hausärzten und den Einrichtungen des Landkreises sichert eine umfassende Versorgung und einen Abgleich der festgelegten Ziele. Ein zum Beispiel vor einer Operation mit einem Rollator mobiler Patient soll dieses Ziel nach der Operation erneut erreichen. »Das Fachgebiet Alterstraumatologie ist deshalb so wichtig, weil der Wunsch, bei maximaler Lebensqualität würdevoll zu altern, eine große gesellschaftliche Herausforderung ist«, betont Dr. Bruckmayer. Über Jahrzehnte seien die spezifischen Probleme bei der Behandlung der Alterstraumata vernachlässigt worden. Dies sei vor allem ein Problem der Wahrnehmung des Alterungsprozesses in unserer Gesellschaft gewesen.

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In der Alterstraumatologie wird in einem ganzheitlichen Ansatz den Besonderheiten des unfallverletzten, betagten Menschen Rechnung getragen. Die Besonderheiten sind dabei die Vorerkrankungen des Patienten, die Biologie des Alterns, die altersspezifischen Unfallmuster und das veränderte soziale Umfeld. Dieser erweiterte Ansatz umfasst aber auch die Unfallprävention, die Behandlung der Osteoporose und die Verhütung von Unfallkomplikationen bereits im Vorfeld.

In einem fachübergreifenden (interdisziplinären) Team arbeiten in der Geriatrie Ruhpolding Unfallchirurgen, Internisten, Geriater, speziell ausgebildete Krankenpflegekräfte, physikalische Therapeuten, Ergotherapeuten, Neuropsychologen, Logopäden, Musiktherapeuten, Mitarbeiterinnen des Sozialdienstes und Seelsorger eng zusammen. Das Ziel ihrer Behandlungen ist die Rückführung des Patienten in ein selbstbestimmtes Leben. Am Wichtigsten ist die Integration der medizinischen Fachgebiete in ein ganzheitliches Therapiekonzept. Bereits in der Notaufnahme sollte die Zusammenarbeit der Unfallchirurgen, Internisten bzw. Geriater, speziell ausgebildeten Pflegekräften, die auf die Bedürfnisse Betagter ausgebildet sind, aufeinander abgestimmt werden.

Bei den Verletzungsmustern kommen praktisch alle Verletzungsarten vor: schwere Weichteilverletzungen, die durch die abnehmende Festigkeit der Haut- und Unterhautstrukturen bedingt sind, oder knöcherne Schädelverletzungen. Ferner Verletzungen des Brustkorbes, der Wirbelsäule und des Beckens. Sehr häufig sind es komplexe Brüche des Oberarms, des Ellbogens und Brüche des Handgelenks. Der »Klassiker« sind die Brüche des Oberschenkelhalses und des körpernahen Oberschenkels. Kompliziert werden diese Brüche oft durch einliegende Hüftprothesen. Nicht selten sind die Patienten mehrfach verletzt. Diese Mehrfachverletzungen (Polytrauma) sind fast immer lebensbedrohlich.

»Die Unfallchirurgie Traunstein hat die Besonderheiten des Traumas des alten Menschen erkannt und leistet intensive Forschungsarbeit zu speziellen Operations- und Behandlungstechniken durch die Teilnahme am Alterstraumaregister, denn die Behandlung der Unfälle des alten Menschen bietet andere, besondere Herausforderungen als beim jungen, gesunden Patienten«, so Prof. Dr. Ketterl. Ziel seien spezielle Operationsverfahren, die den vorgefundenen Frakturmustern, Knochen- und Weichteilverhältnissen Rechnung trügen und eine sichere Heilung und sofortige Belastbarkeit und Bewegung ermöglichten. Bjr