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Wunderbare Marien-Verehrung im Dom zu Ebbs

Der beeindruckende barocke Dom zu Ebbs bot den ausgewählt feierlichen Rahmen zum »Alpenländischen Marien-Oratorium« von Hans Berger. Seine große Fan-Gemeinde im vollen Gotteshaus tat ein Übriges zum gelungenen Abend. Das Marien-Oratorium war das 34. in der Reihe der diesjährigen Konzerte des Musiksommers zwischen Inn und Salzach, dessen Künstlerischer Leiter Dr. Helmut Wittmann persönlich die Gäste betreute, darunter war auch der Ehrenvorsitzende der Konzertreihe, Altlandrat Jakob Strobl.

Hans Berger mit seinem großen Ensemble, dem Montini Chor, dem Männerchor Reisach, dem Audorfer Kinderchor und dem Solo-Quartett. (Foto: Reichenbach)

Hans Berger ging zu Beginn auf die Parallelen der bedeutenden Pfarrkirche »Maria Himmelfahrt« zur seinem Oratorium ein und sprach der Pfarrei Ebbs mit Pfarrer Geistlicher Rat Hans Kurz und dem Kulturamt Ebbs herzlichen Dank für die Unterstützung aus.

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Wer Hans Berger bisher nur im kleinen Ensemble mit volkstümlicher Musik erlebt hatte, war erstaunt über den mit Sängern und Musikern gefüllten Altarraum. Der Montini Chor, der Männerchor Reisach und der Audorfer Kinderchor, Solisten, Dreigesänge und ein Solo-Quartet, sowie das Große Ensemble mit Hans Berger an der Zither und als Leiter entrückten die Zuhörer in das Lebens Mariens. In sechs Teilen von Mariä Empfängnis und Geburt bis zur Marienverehrung und Aufnahme Mariens in den Himmel steigerte sich die Spannung zwischen den Liedern der Solisten und Chöre und den Stücken des Großen Ensemble, oft eingeleitet durch das feine Zitherspiel von Hans Berger. Unter den 26 Stücken waren fünf Uraufführungen, darunter das »Ave Maria«, die das bisher bekannte Oratorium ergänzten. Ein fein ausgearbeitetes Programm mit den verwendeten Bibeltexten und weiteren Texten, zum Beispiel aus dem Gotteslob, ermöglichte ein noch intensiveres Verstehen.

»Herr, du Gott unserer Väter, du hast Joachim und Anna erwählt, der Mutter deines menschgeword'nen Sohnes das Leben zu schenken« führten die Chöre in das Leben Mariens ein. Ein feines Nachspiel des Ensembles stimmte ein auf das »Mutter-Anna-Lied« und »Ein Jungfrau ist geboren«, triumphierend beginnend der Männerchor Reisach, in den die Frauen einstimmten. Die gefühlvolle »Pater-Rupert-Mayer-Intrade« war Ausklang des ersten Teiles.

Zur »Mariä Verkündigung« mit dem »Ave Maria« und dem Zwiegespräch des Engels (Irmgard Schöpfer) und der Jungfrau Maria (Katharina Blassnigg) erklangen froh die Frauen: »Wir wollen danken, loben, dem Herrn im Himmel droben, dass er uns all erlöst.« Nach dem St. Josefs-Menuett des Ensembles hob das St. Josef-Lied des Männer-Dreigesanges (Andreas Smettan, Sebastian Kurz, Franz Böhm) und des Männerchores die Rolle Josefs im Lebens Marias stimmgewaltig in den Vordergrund. Andreas Smettan verkörperte den Evangelisten im biblischen Geschehen.

In Mariä Heimsuchung, dem Besuch von Maria bei der Base Elisabeth, sang Anna Resch die Elisabeth, die Kinder und alle Chöre stimmten ein. Jubelnd erklang anschließend das Magnifikat »Danket dem Herren, er hat uns erfüllt, Großes hat er an uns getan«. Nach dem Bibeltext zu Elisabeth und Zacharias kündigte der Engel (Irmgard Schöpfer) die Geburt des Johannes an.

Im großen Teil zur »Geburt Christi« beeindruckten als Uraufführungen die Bibeltexte »Und plötzlich war bei dem Engel ein himmlisches Heer« und »Ehre sei Gott in der Höhe« sowie nach dem »Heiliges ist hier geschehen« und dem feinen Glaubensbekenntnis mit Soli, Chor und Ensemble das »So war uns Jesus geboren« nach einem Text von Ludwig Thoma. Zart erklang danach das »Lichtmess-Lied« der Audorfer Sängerinnen, bevor das gemeinsame »Salve Regina« und ein Zwischenspiel des Ensembles zum letzten Teil, der Marienverehrung und der Aufnahme Mariens in den Himmel, überleitete.

Bei den drei Strophen »Heiligste Jungfrau« sang wieder der Audorfer Kinderchor. Als schönen Kontrast trug danach der Männerchor Reisach das »Hochstätter Marienlied« von Rosi Berger vor. »Selig die Frau, deren Leib dich trug...« sang »Eine Frau aus der Menge« (Anna Resch), und der Evangelist erwiderte »Selig sind die, die das Wort Gottes hören und befolgen«. »Maria aufgenommen ist zu ihrem Sohne Jesus Christ« der Chöre mit einem gemeinsamen jubelnden Halleluja und dem überraschenden Orgel-Ausklang von Johannes Berger war ein abschließender Höhepunkt des Marien-Oratoriums. Zart und fein begann danach auf der Zither als weitere Uraufführung ein altes Mariengebet »Jungfrau, Mutter Gottes mein, lass mich ganz dein Eigen sein«, bevor mit der Danksagung »Mit Maria lasst uns singen: Großes hat der Herr getan« mit dem Solo-Quartett (Susanne Kurz, Anna Resch, Rainer Zuchtriegel, Bernhard Oberauer) noch einmal alle gemeinsam zu hören waren.

Gespannt warteten die Gäste auf die Aufforderung zum gemeinsamen Schlussgesang, bevor Hans Berger zuerst den Applaus erbat. Das gemeinsame »O Maria, sei gegrüßt«, der Titel des Alpenländischen Marien-Oratoriums, sollte still in den Abend begleiten. Der begeisterte lange Applaus erklang vor- und nachher. bre