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Zahlreiche Besucher strömen trotz Regens am Sonntag zum Hintersee

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Musik auf dem Hintersee: Die Blaskapelle Ramsau nahm auf einem selbstgezimmerten Floß Platz und wurde von starken Männern über den See gezogen. Fotos: Anzeiger/Voss (5), privat (1)
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Nach monatelanger Planung können die Organisatoren des Seefestes aufatmen, das Musikereignis fand trotz Regens großen Anklang bei den Besuchern.
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Ein Schnapserl für den Bürgermeister.
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Die Rothendirndl erhielten beim Gasthof »Seeklause« musikalische Unterstützung von den Kienberg-Buam aus Inzell.
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Während die Klausbach-Musi im Garten des Gasthofs »Alpenhof« aufspielte, ließ sich auch kurz die Sonne blicken.
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Der Plattlernachwuchs der Achentaler lacht in die Kamera.

Ramsau – Erstaunlich groß war der Besucherandrang am Sonntag beim musikalischen Seefest am Hintersee, trotz des grauen Regenwetters. Einheimische und Besucher ließen sich die vielen Konzerte rund um den See nicht entgehen. Neben der Musikkapelle Ramsau spielten zum Beispiel die Priesberg-Musi und die Klausbach-Musi in den Zelten und den Gaststätten entlang des Ufers. Die Kinder konnten die kleinen Ponys vom Ponyhof Ruppen beim Wörndlhof streicheln, während die Erwachsenen lieber bei einer Halben Bier und ein paar Schweinswürsteln im Bierzelt saßen. Der Verein »Berchtesgaden hilft« bot den Besuchern sogar ein Glücksrad mit tollen Preisen.


Helmut Stutz ist einer der Organisatoren und hat viel Arbeit in die Planung des Festes gesteckt: »Wir überlegen schon seit Herbst, wie wir das ganze abwickeln«. Neben Stutz, der im Vorstand des Ramsauer Skiclubs ist, zählt Rudi Fendt zu den Organisatoren. Er brachte die Idee für das Seefest schon beim Amtsantritt von Bürgermeister Herbert Gschoßmann ein, der sich dort ebenso leidenschaftlich gern engagiert. Dazu kommt die Zusammenarbeit mit Fritz Rasp, dem Chef der Tourist-Info Ramsau, und den Ramsauer Vereinen sowie der Feuerwehr Ramsau.

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Der Trachtenverein Ramsau sorgte beispielsweise für den Aufbau eines großen Bierzelts, das wegen des trüben, nassen Wetters dringend nötig war. Die Niederschläge brachten noch mehr Probleme mit sich: »Wir mussten leider dem Familienkreis Ramsau mit dem Wartstein-Echo absagen«, bedauerte Stutz. Zudem konnten die Landjäger aus Lofer weder schießen noch eine geplante Ausstellung zu ihren Böllern zeigen. So fielen schon mehrere Punkte aus dem Programm heraus.

Umso mehr freuten sich alle Beteiligten des Seefestes, als der Dauerregen gegen Mittag langsam aufhörte und der starke Wind nachließ. Denn ab 12.30 Uhr zeigten die Wolfsberger Goaßlschnalzer vor dem Gasthof »Wörndlhof« ihr Können. Die Zwanzleitner Musi begleitete von da an jede Stunde das Schnalzen der »Goaßln«. Als das Wetter sich besserte, nutzte auch die Ramsauer Musikkapelle die Gelegenheit. Das Konzert auf dem eigens gebauten Floß wurde einfach vom Vormittag auf den Nachmittag verschoben. So gab es den seltenen Anblick einer ganzen Kapelle auf dem Hintersee, gezogen von vier Ruderbooten, doch noch zu genießen.

Die Priesberg-Musi vom GTEV D’Achentaler aus der Ramsau war am Festsonntag auch mit von der Partie und begeisterte die Zuschauer nicht nur mit ihren schönen Stückeln. Denn besonders gefallen haben den Gästen die dazugehörigen Schuhplattler-Einlagen der Kindergruppe des Trachtenvereins.

Vor dem großen Bierzelt am hinteren Uferparkplatz bot der wohltätige Verein »Berchtesgaden hilft« den Besuchern ein ganz anderes Schmankerl. Er hatte ein riesiges Glücksrad und ein überdimensioniertes Sparschwein aufgebaut. Für einen Spendenbetrag durfte man am Rad drehen und konnte sowohl große als auch kleinere Preise mit nach Hause nehmen. Besonders gefreut hat sich ein Ehepaar über seinen Essens-Gutschein im Gasthof »Alpenhof«.

Das Fest wäre laut Helmut Stutz nicht möglich gewesen ohne die »Kraft und Arbeit«, die von Bürgermeister Herbert Gschoßmann investiert wurde. »Unser Bürgermeister fühlt sich nicht nur für das Kommunalpolitische verantwortlich, sondern setzt sich immer auch für Veranstaltungen wie diese ein. Zum Beispiel ist das Floß seine Sache«, erzählte Stutz anerkennend.

Das Seefest am Hintersee gab es laut dem Lehrer Rudi Fendt bereits in den 40er und 50er Jahren. Nachdem es lange pausiert hatte, fand es zuletzt im Jahr 2009 statt. Annabelle Voss