Zahlreiche Schulen im Landkreis Traunstein geben Kurse in den Sommerferien

Zahlreiche Schulen im Landkreis Traunstein geben Kurse in den Sommerferien
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Versäumtes nachholen, Gelerntes wiederholen und vertiefen, sich auf das nächste Schuljahr vorbereiten. Diese Ziele verfolgen die Kurse, die im Rahmen der »Sommerschule« in verschiedenen Schulen angeboten werden. (Foto: P. Mix)

Das letzte Schuljahr war für Schüler, Lehrkräfte und Eltern sehr schwierig und anstrengend. Nun sind sie in den wohl verdienten Ferien. Doch um Lücken frühzeitig zu schließen, Versäumtes nachzuholen oder einfach zum Wiederholen des Gelernten sitzen an manchen Schulen die Kinder schon jetzt wieder im Klassenzimmer. In der »Sommerschule« gibt es verschiedenste Angebote an Förderkursen.


Das Traunsteiner Schulamt ist im Landkreis für 56 Grund- und Mittelschulen zuständig. Wie Schulamtsdirektorin Monika Tauber-Spring erklärt, bieten 24 von ihnen Ferienkurse an, die entweder gleich in den ersten beiden Ferienwochen waren oder nun in den letzten beiden Wochen der Sommerferien stattfinden. Dabei sind die Kurse unterschiedlich gestaffelt nach Lerninhalten, Alter der Kinder, Klassenzugehörigkeit oder anderen Aspekten. Jede Schule entscheidet über die Form und Dauer der Kurse selbstständig.

Es kann sein, dass manche Gruppen nur für 90 Minuten am Tag oder nur zwei bis drei Tage die Woche oder nur für ein bestimmtes Fach kommen, je nach Bedarf. »Es gibt individuelle Förderung für etwaige entstandene Lücken oder auch um den sozialen Zusammenhalt zu stärken, der in der Pandemie zu kurz gekommen ist, oder um einfach Basislerninhalte zu wiederholen«, so die Schulamtsdirektorin. Sie hält diese Form der Förderung, die übrigens auch schon neben dem Unterricht in den Wochen zwischen Pfingst- und Sommerferien stattfand, für »absolut sinnvoll«.

Es nehme den Druck von den Eltern, die ansonsten daheim Wissenslücken stopfen müssten. Und es helfe auch, wenn Eltern aufgrund des Lockdowns nicht mehr so viel Urlaub haben, um die ganzen Ferien bei ihren Kindern zu sein. Es sei auch viel besser, Versäumtes aufzuholen, ehe mit Beginn des neuen Schuljahrs bereits der neue Stoff auf die Schüler zukommt. Momentan gebe es ein Budget für das Kalenderjahr 2021 für die Fördermaßnahmen, die unter dem Namen »Gemeinsam.Brücken.Bauen« auch die Sommerschule beinhalten, es werde aber bereits darüber gesprochen, diese Maßnahmen eventuell bis auf weitere zwei Jahre auszudehnen. Während es wichtig ist, Lücken zu füllen, sieht Monika Tauber-Spring aber auch die Notwendigkeit, dass sich die Schüler in den Ferien erholen: »Die Kinder und Jugendlichen brauchen die unterrichtsfreie Zeit, denn man darf nicht meinen, dass der Lockdown für sie stressfrei war.« Im Distanzunterricht fehle ganz klar die direkte Interaktion zwischen Lehrern und Schülern sowie den Kindern untereinander. »Das alles ist digital nur bedingt möglich und die Lernphasen zuhause stellten die Schüler vor viel größere Anforderungen als Einzel- oder Stillarbeitsphasen in der Schule.«

Die Kurse in den Ferien werden von Lehramtsstudenten, von Pensionären, von Personal der Mittags- und Ganztagesbetreuung, von Pädagogen und anderen geeigneten Personen durchgeführt. Teilweise stellen sich auch Lehrer in ihrer Freizeit dafür zur Verfügung, was deren hohes Berufsethos zeige, da auch sie im Lockdown erschwerte Bedingungen hatten und die doppelte Arbeit leisten mussten.

mix