weather-image

Zehn Jahre Zehnerzug Berchtesgadener Land

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Ein prächtiges Bild: der Zehnerzug der Kaltblutpferdezuchtvereinigung Berchtesgadener Land. (Foto: Horn)

Teisendorf – Das ist schon eine herausragende Gemeinschaftsleistung, die die Kaltblutpferdezuchtvereinigung Berchtesgadener Land geschafft hat: Seit zehn Jahren gibt es einen Zehnerzug, der weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt ist. Nun hat die drittkleinste Vereinigung im oberbayerischen Verband dieses Jubiläum beim Kaltblutfest der Holzhauser Pfingstwoche gefeiert.


Einziger Wermutstropfen: Vereinsvorsitzender Franz Edfelder, der den Zehnerzug seit der Gründerzeit steuert, konnte aufgrund eines Arbeitsunfalls nicht an dem Fest teilnehmen. Doch es konnte prominenter Ersatz gefunden werden: Der mehrfache bayerische Meister im vierspännigen Fahren, Helmut Meidert, erklärte sich spontan bereit, den Zehnerzug zu fahren und so den Zuschauern ein optisches Spektakel zu liefern.

Anzeige

Im Jahr 2008 wurde der Zehnerzug der Kaltblutpferdezuchtvereinigung Berchtesgadener Land ins Leben gerufen. Die Züchter Franz Edfelder, Josef Hinterreiter, Franz Krammer, Martin Reitschuh, Georg Waldhutter und Josef Weidenspointner ergriffen die Initiative. Der erste Auftritt war beim Kaltblutfest der Holzhauser Pfingstwoche. Vom ersten Tag an saß Franz Edfelder als Fahrer auf dem Kutschbock. Im Laufe eines Jahrzehnts hat sich der Zehnerzug zu einer beliebten und hochgeschätzten Attraktion etabliert. Bei zahlreichen Feiern und Umritten konnten die stolzen, gutmütigen Rösser und Edfelders Fahrkunst bewundert werden, zum Beispiel dem Zentral-Landwirtschaftsfest, dem Trachten- und Schützenumzug im Rahmen des Münchner Oktoberfestes und dem ersten internationalen Zehnerzugtreffen in Hundham. Der Auftritt des Zehnerzugs war auch ein Höhepunkt beim 100-jährigen Bestehen der Kaltblutzuchtvereinigung Berchtesgadener Land, das 2015 gefeiert wurde.

Beim Kaltblutfest in Holzhausen am vergangenen Wochenende informierte Werner Zeininger in bekannt lockerer und fachlich fundierter Manier die Zuschauer über die Geschichte und Entwicklung des Zehnerzuges. Helmut Meidert ist ein wahrer Könner seines Fachs und nicht umsonst mehrfacher bayerischer Meister im vierspännigen Fahren. Es war schon eine besondere Pracht, als Meidert das Gespann mit den braunen Kaltblütern über die Felder in Richtung aufgesteckten Parcours lenkte. Auf dem Gesellschaftswagen hatten jene Züchter Platz genommen, deren Pferde eingespannt waren. Es herrschte fast andächtige und staunende Stille, als das edle Gespann in den Parcours einfuhr und vor der Ehrentribüne defilierte. Was dann folgte, war eine Demonstration höchster Fahrkunst. Die zehn Rösser wurden unter Meiderts Händen förmlich eins, und fast schien es, dass die Pferde eine Portion gesunden Stolz an den Tag legen, in diesem Gespann mitlaufen zu dürfen. Es war ein Bild, das unter die Haut ging, und der begeisterte Applaus der Zuschauer sprach für sich. Durch Idealismus und durch die konsequente Ausbildung der Pferde hat sich der Zehnerzug zu dem entwickelt, was er heute ist: ein Aushängeschild für den Verein und ein Beweis für den Stellenwert der Kaltblutpferdezucht im Landkreis.

Beim Kaltblutfest gab es außerdem zahlreiche attraktive Vorführungen: Es wurden Anspannungsarten verschiedenster Form gezeigt und ein lustiger Wettbewerb unter dem Motto »Reiten, Fahren, Laufen« abgehalten. mh