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Zehn-Punkte-Plan für die Marktstraße

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Für die Marktstraße in Teisendorf erarbeitet derzeit eine »Lenkungsgruppe« Verbesserungsvorschläge. Bürgermeister Thomas Gasser stellte nun erste Ergebnisse vor.

Teisendorf – Mediterranes Flair brachte der Umbau der Teisendorfer Marktstraße 2000 nach dem Bau der Umgehungsstraße in den Markt Teisendorf, und viele Gemeinden beneiden ihn um ein solches Zentrum. Doch durch die vielen verschiedenen Nutzungen auf engem Raum entzünden sich immer wieder Konflikte.


Die Marktstraße ist Dauerbrenner bei Bürgerversammlungen, weshalb derzeit eine »Lenkungsgruppe« Verbesserungsvorschläge und neue Kompromisse erarbeitet. Erste Ergebnisse stellte Bürgermeister Thomas Gasser nun im Gasthaus Alte Post den Anwohnern und Gewerbetreibenden vor.

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Einleitend erläuterte Gasser die rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Marktstraße sei eine Ortsstraße und ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Die beim Umbau verbreiterten Gehwege und die verschmälerte Fahrbahn seien niveaugleich ausgebaut. Dennoch seien auf den Gehwegen der Fahrzeugverkehr und das Parken verboten. Es handle sich um eine eingeschränkte Halteverbotszone: Halten bis zu drei Minuten, Be- und Entladen, Ein- oder Aussteigen sei erlaubt, allerdings nur auf der Fahrbahn.

Die Lenkungsgruppe mit Vertretern von Gemeinderat, Anwohnern, Gewerbe und Polizei habe sich seit September 2017 dreimal getroffen, berichtete Gasser. Ein städtebauliches Konzept, in das die Lenkungsgruppe integriert sei, mit dem Ziel der Generierung von Fördermitteln aus dem städtebaulichen Denkmalschutz werde bis Ende Oktober abgeschlossen. Ende September stehe ein Termin mit dem Wirtschaftskreis an. Eine Fragebogenaktion soll das Parkverhalten der Mitarbeiter beleuchten, mit dem Ziel, dass die zentrumsnahen Parkplätze für Einkäufer frei gehalten werden.

Wegen der Sperrtafeln für Lkws habe es eine Besichtigung mit Landratsamt, Polizei und Straßenmeisterei gegeben. Ende Juli sei ein Gespräch mit den Busbetreibern geplant. Ziel sei, dass jeder, der nicht durch den Markt muss, draußen bleibt.

Eine Besucherin beklagte auch die großen landwirtschaftlichen Maschinen und Traktoren. Gasser erklärte, bei Veranstaltungen der Bauern und des Maschinenrings werde bereits an die Landwirte appelliert, die Marktstraße zu meiden. Wenn so eine Riesenmaschine mit 30 km/h durchfahre, erscheine das den Leuten wie mit 50 km/h.

24 Pendler-Parkplätze an der Ludwig-Thoma-Straße

Für das geplante, neue Parkkonzept soll die Beschilderung angepasst werden, so der Bürgermeister weiter. 30 neue Stellplätze zwischen Schule und Seniorenheim sind bereits entstanden, die nur vormittags vorwiegend für Lehrer gedacht sind. Am Anfang der Lindenallee, nahe der VR-Bank, entstünden vier Kurzzeit-Parkplätze. Die Tafeln dafür würden demnächst aufgestellt. Ende August würden auch 24 neue Parkplätze an der Ludwig-Thoma-Straße markiert, die sich gerade für Pendler in Fahrgemeinschaften eignen würden. Im Rahmen der Städtebauförderung werde ein Parkdeck in Brunnpoint nördlich vom Markt, nur 70 bis 100 Meter von den Geschäften entfernt, geprüft.

Um in der Marktstraße geeignete Halteflächen festzulegen, werde derzeit ein Video zum jetzigen Halteverhalten ausgewertet. Gehbehinderte Menschen aussteigen lassen, Päckchen aufgeben oder ähnliches solle weiter möglich sein. Wenn solche Halteflächen fixiert sind, dürfe man aber nur noch dort halten. Dabei ist der Lenkungsgruppe wichtig, zuerst mit den Leuten zu reden. Ehrenamtliche Parkwächter sollen ein höfliches Schreiben überreichen, bevor als letzter Schritt für Unbelehrbare Bußgeldbescheide eingeführt werden.

Nadelöhr entschärfen und Barrierefreiheit fördern

In einer kurzen Diskussion kamen noch weitere Themen zur Sprache, die den Anwohnern und Ladenbesitzern auf den Nägeln brennen. Friseur Rudi Atzenberger regte an, dass die begrenzenden Steine in der Marktstraße besser versetzt aufgestellt werden sollten und die Gemeinde die Tiefgarage vermietet. Parkbuchten begrüßte er und Abfalleimer vermisste er. Roman Rieger wollte wissen, ob etwas zu melden ist, damit die Lkws per Navi von der Sperrung erfahren. Lkw-Navis würden sehr wohl auf Sperrungen, Tonnagebeschränkungen und zu niedrige Brücken hinweisen, erklärte Gasser, doch das Problem sei, dass die Fahrer nicht verpflichtet seien, das viel teurere Lkw-Navi zu verwenden. Die Landkreis-Bürgermeister bemühten sich hier um Verbesserungen.

Franz Wallner warb für eine Einbahnregelung, für die Einbindung der Poststraße ins Konzept und für Gespräche mit der Familie Wieninger wegen der beengten Abzweigung von der Marktstraße Richtung Poststraße zwischen dem leerstehenden Bräustüberl und dem Gasthof Alte Post. »Wir wissen: das ist ein Nadelöhr«, pflichtete Gasser bei. Gespräche liefen bereits. Die Einbahn-Idee könne man gern nochmal aufgreifen. Auch die Barrierefreiheit in der Wimmerer Straße, wo jetzt Kopfsteinpflaster die Passage mit Kinderwagen oder Rollator erschwert, liegt Wallner am Herzen. Hier könnten, wenn das Konzept im Herbst fertig sei, auch Fördermittel für einen zwei Meter breiten, glatten Weg für Menschen mit Handicap beantragt werden, so der Bürgermeister.

Walburga Krittian stieß sich an den Mähdreschern in der Marktstraße und den vielen Bussen in der Poststraße, die die Sicherheit beeinträchtigen würden. Sie warb dafür, die Busse früh, mittags und abends in der Steinwenderstraße durchfahren zu lassen. Die Sperrung in der Steinwenderstraße und der Buswendeplatz seien eingeführt worden, um den Fußgänger- und Radlerverkehr der Schüler einerseits und den Busverkehr andererseits zu entzerren, erklärte dazu der Bürgermeister. vm