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Zehntausende Fans feiern in schwarz-rot-gold

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Fanfest Hamburg
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Fußballfans beim Fanfest in Hamburg. Foto: Daniel Reinhardt Foto: dpa
Fanmeile Berlin
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"Public Viewing" auf der Fanmeile am Brandenburger Tor. Foto: Daniel Bockwoldt Foto: dpa

Berlin (dpa) - Der erste Schritt zum Sommermärchen 2014 ist getan: Deutschland ist im Achtelfinale und die Fans sehen wieder schwarz-rot-gold. Das Rudelgucken Zehntausender geht also weiter.


Die deutschen Fans können weiter von ihrem Sommermärchen 2014 träumen: Deutschlands Nationalmannschaft ist nach dem 1:0-Sieg gegen die USA als Gruppenerster im WM-Achtelfinale und wird weiterhin die Massen auf die Fanmeilen locken. So war es auch am Donnerstagabend: Während im brasilianischen Recife eine Wasserschlacht auf dem Rasen tobte, feierten Zehntausende nicht nur in Deutschland schwarz-rot-goldene Jubelfeiern - und die amerikanischen Fans jubelten gleich mit. Ihr Team ist ebenfalls in der K.o.-Runde.

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Auf der FANMEILE: So nass wie Joachim Löw waren etliche Fans in Berlin. Dort fing es pünktlich zur zweiten Hälfte kräftig an zu regnen. Die Zehntausende bei Deutschlands größtem Public Viewing störte das aber kaum. Weiter feuerten die Fans in schwarz-rot-gold ihr Team an. Einige konnten dem Regen jedoch entgehen: Weil die Fanmeile proppenvoll war, wurden die Eingänge geschlossen, twitterte die Polizei kurz nach Spielbeginn.

Auf dem FANFEST: Direkt neben dem Millerntor-Stadion, Heimat des Zweitligisten FC St. Pauli, versammelten sich 40 000 Fans zur dritten Vorrundenpartie der Deutschen - gut 10 000 weniger als beim Samstagsspiel gegen Ghana. »18.00 Uhr ist ein bisschen früh, da arbeiten viele noch«, erklärte eine Sprecherin. Die Stimmung beim zweitgrößten deutschen Fanfest war trotzdem klasse. Bei angenehmen 20 Grad feierten die bunt geschmückten Fußballfans ausgelassen vor der 92 Quadratmeter großen LED-Wand.

Unter DIPLOMATEN: Diplomatische deutsch-amerikanische Fußballpartys feierten mehrere hundert Fans in Berlin-Kreuzberg und in Köln. Die US-Botschaft in der Hauptstadt und das US-Generalkonsulat Düsseldorf hatten dazu geladen - im letzten Fall mit dem ausdrücklichen Wunsch nach Fußball-Patriotismus: »Team spirit and dressing in your national colors encouraged!«, stand auf der Einladung.

Mit SOLDATEN: Hunderte US-Militärs fieberten auf der Burg Dagestein im bayerischen Vilseck mit ihrem Team. »Ein lokaler Fußballverein hat uns eingeladen und die Soldaten und Familienangehörigen fiebern mit den deutschen Fans«, sagte der Sprecher der US-Army im oberpfälzischen Grafenwöhr, Franz Zeilmann. »Soccer« rangiert in den USA zwar weiterhin in der zweiten Reihe der Sportarten: »Die Euphorie bei der WM ist aber riesengroß. Zumal einige Soldaten auch in den Fußballvereinen der Umgebung spielen«, sagte Zeilmann. Die meisten Soldaten wünschten sich ein Unentschieden - aber es hat ja auch so geklappt mit dem Achtelfinaleinzug.

Bei GOETHE: Eine deutschen Enklave in Porto Alegre: Etwa 100 Fußballfans drängten sich in der kleinen Cafeteria des Goethe-Instituts vor der Leinwand. Viele in Deutschland-Fahnen gehüllt, mit geschminkten Gesichtern und Trikots von Lukas Podolski oder Thomas Müller, auch Brasilien-untypische Hüte in Form eines Bierkruges in schwarz-rot-gold waren dabei. »Deutschland vor, noch ein Tor an«, sangen die Fans, darunter viele deutschstämmige Brasilianer, nach dem 1:0 durch Müller. Deutscher Schnaps kreiste. Echte Kneipenatmosphäre eben in dem brasilianischen Hort deutscher Kultur.

Auf der VIEWING PARTY: Es dürfte eine der größten »World Cup Viewing Partys« in den USA gewesen sein: Tausende Fans strömten in den Grant Park in Chicago, um ihr US-Team anzufeuern. Dort hatten im vergangenen Jahr Zehntausende den Stanley-Cup-Gewinn des Eishockey-Teams Chicago Blackhawks gefeiert. Auch in vielen Kneipen und Sportsbars zwischen New York und Los Angeles saßen die Fans zusammen und drückten Jürgen Klinsmanns Team die Daumen. Das sind dort übrigens keine Public Viewings, denn das bedeutet in den USA die Aufbahrung einer Leiche.

In der AIR FORCE ONE: Keine Trikots, keine Schminke, kaum laute Fangesänge: In der Maschine von Barack Obama, der Air Force One, schaute sich der US-Präsident mit einigen Vertrauten das Spiel auf einem Fernseher an - ganz amerikanisch mit Chips, Erdnüssen und Cola. Bundeskanzlerin Angela Merkel musste darauf jedoch vermutlich verzichten: Zum Anpfiff des Spiels um 18.00 Uhr standen beim Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs im belgischen Ypern eine Gedenkzeremonie und die Einweihung einer Gedenkbank zur Erinnerung an die Toten des Ersten Weltkrieges an. Beim furiosen 4:0-Auftaktsieg Deutschlands gegen Portugal war die Kanzlerin noch im Stadion und später sogar in der Kabine der Spieler gewesen.

Tweet zur Air Force One

Tweet der Berliner Polizei