Zeichen an Europa: Bayern gönnen sich »kleines Schlückchen«

Barcelonas Mittelfeldspieler Gavi (l) und Münchens Leon Goretzka
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Barcelonas Mittelfeldspieler Gavi (l) und Münchens Mittelfeldspieler Leon Goretzka. Foto: Sven Hoppe/dpa Foto: dpa

Bayern-Kapitän Neuer stuft das 3:0 des FC Bayern in Barcelona als »Ausrufezeichen« ein. Trainer Nagelsmann genießt die Arbeit mit seinen Weltstars und geht offensiv mit der Mitfavoritenrolle um.


Barcelona (dpa) - Julian Nagelsmann wollte sich nach seinem verheißungsvollen Premierensieg mit dem FC Bayern auf Europas Fußball-Bühne »ein kleines Schlückchen« im Teamhotel genehmigen. Der noch so junge Trainer stufte das kraftvolle Münchner 3:0 (1:0) bei einem ohne Lionel Messi international abgestürzten FC Barcelona gerade auch deshalb als sehr wichtig ein, weil es sein erstes Spiel »mit dem neuen Arbeitgeber« in der Champions League gewesen sei.

Der Abend im Camp Nou soll aber nur der Anfang für etwas Großes gewesen sein. Jedenfalls antwortete der 34-jährige Nagelsmann in der Nacht zum Mittwoch erfrischend offen(siv), als er gefragt wurde, ob der FC Bayern in der Champions League zu den Titelfavoriten zähle.

»Wenn wir in der Gruppenphase weiter so spielen, werden wir hoffentlich in die K.o.-Phase kommen. Das ist das erste Ziel«, sagte Nagelsmann und schloss an: »Wenn wir uns weiterentwickeln, sind wir einer der Favoriten. Wir probieren es auf jeden Fall, einer zu sein.«

Höchste Ambitionen haben auch seine Profis, die größtenteil 2020 das Triple gewannen. »Wenn du hier 3:0 gewinnst, ist das ein Signal«, tönte Thomas Müller, der mit dem ersten Tor den Weg ebnete. Torjäger Robert Lewandowski legte in der zweiten Spielhälfte doppelt nach.

Nagelsmann genießt schon wenige Wochen nach dem Wechsel von RB Leipzig die Arbeit beim deutschen Rekordchampion. In München reise er nicht mehr als »Underdog« zu Auswärtsspielen, sondern mit dem klaren Anspruch, diese zu gewinnen. »Ich bin unglaublich froh. Es war für mich auch spannend, wie es ist, mit Weltstars zusammenzuarbeiten«, sagte der noch titellose Coach. Dann lobte er den »spielenden Co-Trainer« Müller und den enorm gierigen Torjäger Lewandowski. »Lewy hört nicht auf. Das ist schon ein Charakterzug«, sagte Nagelsmann.

Der 33-jährige Lewandowski steht nun bei 75 Toren im wichtigsten Vereinswettbewerb, der nur ein Jahr jüngere Müller bei 49. »Gegen Barcelona treffe ich gerne«, scherzte Barça-Schreck Müller ein Jahr nach dem 8:2 von Lissabon und inzwischen sieben Treffern in sechs Partien gegen die Katalanen. »Es ist super wichtig, die ersten drei Punkte einzufahren und so eine Dominanz auszustrahlen. Wir haben ein Ausrufezeichen gesetzt«, verkündete Kapitän Manuel Neuer.

Den chancenlosen und erschreckend harmlosen Gastgebern fehlten die »gewissen besonderen Dinge« von Messi, wie Nagelsmann sagte: »Da ist ein großer Spieler weggebrochen.« Der Bayern-Coach bewertete den abgeklärten Sieg aber eher als eine Münchner Eigenleistung: »Wir haben es einfach sehr gut gemacht, das ist der Schlüssel.«

© dpa-infocom, dpa:210914-99-220156/3

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