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Zeitgenössische Kunst als Poesie

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Pauline Füg las die im Rahmen des Projekts »Wort:Bilder« entstandenen Gedichte vor, hier vor einem Werk von Imi Knoebel. (Foto: Mix)

Bereits zum fünften Mal gab es im Traunreuter Museum »DAS MAXIMUM« bei den Chiemgauer Kulturtagen das Projekt »Wort:Bilder«. Dabei erhielten verschiedene Gruppen Zugang zu den Kunstwerken auf besondere Art: Sie brachten Kunst und Poesie zusammen, fassten ihre Eindrücke aus den Bildern in Worte und die dabei entstandenen Texte wurden beim Abschlussfest vorgetragen.


Museumsleiterin Dr. Birgit Löffler erläuterte das Projekt: »'DAS MAXIMUM' ist ein Museum mit Weltkunst und es hat den Auftrag, Begegnung mit der Kunst unserer Zeit zu ermöglichen.« Oft trauten sich aber Menschen ohne Vorwissen nicht an die moderne Kunst her-an. Um neben den internationalen Besuchern auch Gäste aus Traunreut und der Umgebung ins Museum einzuladen, entstand vor fünf Jahren erstmals das Projekt »Wort:Bilder« mit den beiden Bühnendichterinnen Pauline Füg und Henrikje Stanze. Die beiden verbrachten in der Projektwoche viel Zeit mit den Gruppen und machten, wie es Dr. Löffler formulierte, »die Fenster zur Kunst auf, von der einen Seite mit den Augen, von der anderen mit den Ohren«.

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Gruppen der Lebenshilfe Kreisvereinigung Traunstein, der Jugendsiedlung Traunreut, der Caritas, der beiden Gymnasien Traunreut und Trostberg, der Werner-von-Siemens-Mittelschule und des Seniorengartens Auszeit haben sich mit einigen Kunstwerken genauer befasst. »Denen und allen, die vor der zeitgenössischen Kunst ein wenig unsicher sind, macht das Projekt Mut, sich unbefangen auf die Kunst einzulassen. Das heißt, 'Wort:Bilder' ist ein Inklusionsprojekt«, meinte Dr. Birgit Löffler.

Was dabei herauskam, welche Eindrücke die Teilnehmer hatten, wie die Kunst auf sie wirkte und welche Gedanken sie sich zu den einzelnen Bildern machten, trug Pauline Füg beim Abschlussfest vor. Vier Kunstwerke waren für die Abschlusspräsentation ausgewählt worden: Das Bob-Dylan-Porträt von Maria Zerres, »Fishing Red 1« von Imi Knoebel, »Coney Island« von Blinky Palermo und »The large landscapes« von Walter de Maria. Ari, ein junger Asylbewerber aus Afghanistan, las sein Lieblingsgedicht in seiner Heimatsprache und auf Deutsch vor. Er war dazu durch die Betrachtung der Bilder inspiriert worden. In sehr beeindruckenden, klaren Worten kamen in den Texten die verschiedenen Betrachtungsweisen der Kunstwerke und die unterschiedlichsten Sichtweisen auf jedes einzelne Bild zum Ausdruck. Pia Mix