weather-image
13°

Zeugnis hoher musikalischer Potenz in der Region

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Die künstlerischen Leiter Christian Günther, Dr. Helmut Wittmann und Augustin Spiel freuen sich schon auf den Musiksommer 2014 und viele Besucher. (Foto: Mergenthal)

An »magische Orte« wie Frauenchiemsee, das Kloster Seeon oder die neu mit aufgenommene Klosterkirche Altenhohenau führt der »Musiksommer zwischen Inn und Salzach« im Jahr 2014 Liebhaber der geistlichen Musik und der höfischen Serenadenmusik. Das reichhaltige Programm der 29 Konzerte vom 2. Mai bis 20. September stellten der Musiksommer-Vorsitzende, Landrat Hermann Steinmaßl, und künstlerischer Leiter Augustin Spiel nun im Parkhotel in Traunstein vor.


Eine stolze Bilanz zog Steinmaßl zur Konzertsaison 2013, die mit 7594 Besuchern das Vorjahres-Niveau erreichte. Im Schnitt waren die 32 Konzerte mit 223 Besuchern trotz des Juni-Hochwassers und der Hitzeperiode im Juli und August gut ausgelastet. Besucherrekorde gab es in Ebbs, wo das Ensemble von Hans Berger 650 Zuhörer anlockte, sowie in Halsbach und Salzburg. »Seit nunmehr 38 Spielsaisonen bis 2013 ist unser ,Musiksommer zwischen Inn und Salzach’ eine feste Größe in der regionalen Konzert- und Festivallandschaft der fünf Landkreise Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn, Rosenheim und Traunstein«, zeigte sich der Vorsitzende erfreut. Verstärkt werde auch die jahrhundertealte kulturelle Verbindung zu Salzburg gepflegt.

Anzeige

Aufgrund mehrerer gesundheitsbedingter Absagen umfasst der Musiksommer heuer drei Konzerte weniger als im Vorjahr. Den Auftakt in die 39. Saison gestalten die Chorgemeinschaft Neuötting und die Bad Reichenhaller Philharmonie unter Leitung von André Gold am Freitag, 2. Mai um 19.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche von Neuötting. Erklingen werden die Missa solemnis (»Graner Festmesse) von Franz Liszt und das Te Deum in C-Dur von Anton Bruckner.

Wie Augustin Spiel betonte, gibt es kaum eine andere Konzertreihe, die mit so vielen Chor- und Orchesterkonzerten aufwarten kann. Leisten könne sich dies der Musiksommer nur dank der hohen musikalischen und künstlerischen Potenz in der Region, von wo die Hälfte der Ensembles kämen. Ein weiteres Segment sind die Serenaden- und Freiluftkonzerte, »der Abenteuerfaktor im Musiksommer«, wie Spiel schmunzelnd feststellte. Diese Konzerte zeigten, wie kontaktfreudig untereinander die Besucher sind, wenn sie witterungsbedingt spontan umziehen müssen. Serenadenorte wie der Kreuzganghof in Seeon und der Burghof in Tittmoning unterstützen seiner Ansicht nach die Wirkung der Musik durch die »Schauder der Vergangenheit«, die sie ausstrahlen. Gepflegt werde auch die aristokratische Form der »Harmoniemusik«, die die »Fürstlich Löwensteinsche Hofmusic« in Tittmoning ertönen lässt. Sie bezieht ihr Repertoire ausschließlich aus dem Archiv des Hauses Löwenstein.

Als »Nagelprobe« und »Prüfsiegel« einer Konzertreihe bezeichnete Spiel die Bereiche der Kammermusik und der Moderne, die beide beim Musiksommer durchaus ihr Publikum hätten. »Wir wollen der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik nicht aus dem Weg gehen«, hob der künstlerische Leiter hervor und nannte die Moderne eine »neue ästhetische Kategorie«. Verkörpert werde diese unter anderem am 1. Juni in der Pfarrkirche Übersee vom Orpheus Chor München mit geistlicher Chormusik aus Osteuropa, eine Musik, die gewiss niemand verschrecke, und auch vom Streichtrio »triple///strings« am 31. August im Bibliothekssaal des Chorherrenstifts Herrenchiemsee.

Die Brücke zur Volksmusik schlagen das »Alpenländische Marienoratorium« von Hans Berger am 20. Juli in Fridolfing und das Konzert »Saitenspiel und Bläserklang« am 29. Mai im Industriedenkmal »Klaushäusl« in Grassau. Das Saitenduo Huber, das Ruperti-Ensemble und das Grassauer Posaunenquartett interpretieren dort Karl Edelmann, Hans Kröll, Carl Orff und andere.

Spiel begrüßte besonders die Aufnahme der Kirche St. Peter und Paul des ehemaligen Dominikanerinnenklosters in Altenhohenau in der Gemeinde Griesstätt nahe Wasserburg als neuen Veranstaltungsort. Es habe Überlegungen gegeben, die Kirche zu veräußern, und die Zukunft der Werke des bedeutenden bayerischen Rokkokobildhausers Ignaz Günther sei unklar gewesen. »Hier muss man ein Zeichen setzen«, befand Spiel: Das wiedergewonnene Stück geistliche Heimat wird am 25. Juli von den Salzburger Bläsersolisten mit der Musik von Haydns »Schöpfung« erfüllt.

Das gesamte Programm ist im Internet unter www.musiksommer.info nachzulesen. Veronika Mergenthal