weather-image
25°

»Zu ein bisschen Normalität zurückkehren«

2.5
2.5
Bildtext einblenden
Zeigt sich optimistisch, dass die Tourismus-Branche wieder in die Gänge kommt: Prokuristin Maria Stangassinger. (Foto: BGLT)

Berchtesgadener Land – Sie ist eines der prägenden einheimischen Gesichter der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT), für die sie aktuell als Prokuristin und im Bereich »Markenmanagement« tätig ist: Maria Stangassinger. Der »Berchtesgadener Anzeiger« sprach mit der Tourismus-Expertin anlässlich der bevorstehenden schrittweisen Wiedereröffnung der touristischen Betriebe über die Stimmung im Berchtesgadener Land und vor allem im Talkessel in Corona-Zeiten.


Anzeige

Frau Stangassinger, Sie sind schon lange bei der BGLT tätig, wie lange eigentlich? Und wo wohnen Sie derzeit?

Maria Stangassinger: Ich bin seit über 40 Jahren im Tourismus tätig und seit deren Gründung (2005) bei der BGLT. Ich bin gebürtig in Berchtesgaden und wohne jetzt in Bischofswiesen.

Überwiegen Depression, Entspannung angesichts der Entschleunigung, Vorfreude auf die baldige Wiederöffnung, Existenzängste, Ungewissheit, wie es mit den Auflagen klappen kann – oder wahrscheinlich eine Mischung aus allem?

Stangassinger: Zuerst war ich persönlich der Meinung, das wird sicherlich nicht allzu lange dauern. Aber als dann die Ausgangsbeschränkung kam, war klar, das zieht sich länger. Ab da sahen viele die Saison schwinden. Somit kam bei einigen Panik auf, wenn zum Beispiel gerade in Neues investiert wurde. Bei vielen anderen kamen Existenzängste hinzu – so auch zum Beispiel, wenn es mit den angekündigten staatlichen Zuschüssen nicht gleich geklappt hat. Ich denke, zwischenzeitlich hat sich alles wieder etwas gelegt. Man schaut positiv nach vorne und ist gewillt, die ganzen anstehenden Vorschriften zu erfüllen, damit wir wieder gute Gastgeber sein können und die Gäste sich bei uns sicher und wohl fühlen. Die Öffnungen haben für jeden Einzelnen eine andere Gewichtung – die persönlichen Einschränkungen, der geschäftliche Faktor und so weiter. Es ist wichtig, dass wir wieder zu ein bisschen Normalität – mit aller gebotenen Vorsicht – zurückkehren können.

Gibt es schon eine Schätzung über die Umsatzeinbußen für die heimische Tourismusbranche?

Stangassinger: Diese Frage kann derzeit noch nicht exakt beantwortet werden. Dass einige Betriebe in der Krise stecken, steht außer Zweifel. Aber alles andere wäre meines Erachtens Kaffeesatzlesen. Ab dem Herbst kann man sicherlich mehr dazu sagen. Es ist ja auch nicht nur so, dass jetzt im Frühjahr Umsätze fehlen. Nein, auch die ganzen Sicherheits- und Hygienevorschriften kosten zusätzlich Geld.

Wie haben Sie es als Einheimische erlebt, dass während der Coronakrise die Hotspots des Tourismus wie der Königssee so ruhig waren? Waren Sie selber dort in dieser Zeit und hatte das auch was Schönes für Sie?

Stangassinger: Mich persönlich hat die Ruhe fast beängstigt. Ich bin so viel spazieren gegangen wie noch nie, in den Tallagen um die Wohnung. Einmal war ich mit dem Rad am Königssee, das habe ich als gespenstisch empfunden. Keine Menschen. Ruhe ist für mich sehr wichtig und etwas Schönes, in diesem Fall habe ich es aber nicht als so »schön« empfunden, es war einfach anders.

Veronika Mergenthal