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Anspruchsvolle Passagen mussten die Ultrabergläufer beim Chiemgauer100 meistern. Im nächsten Jahr findet die Traditionsveranstaltung nicht statt, stattdessen soll es einenanderen sportlichen Lauf geben, verspricht die engagierte Trailrunning-Abteilung des TSV Bergen. (Foto: Gerhard Chaloupka)

Zu hoher Aufwand: Chiemgauer100 findet 2023 nicht statt

Das sind keine guten Nachrichten für die Ultrabergläufer aus Nah und Fern: 2023 wird es keinen Chiemgauer100 geben. Das gab das Organisationsteam vom TSV Bergen Trailrunning um Meikl Krammer, Alois Klauser, Kathi Hallweger und Dirk Misselhorn nun bekannt.

Das Team zeigte sich für die letzten beiden Auflagen in den Jahren 2021 und 2022 verantwortlich. Zuvor hatte Giselher »Gi« Schneider den Kult-Ultraberglauf ins Leben gerufen und 16 Jahre lang überaus erfolgreich organisiert. Beim Chiemgauer100 stehen dabei zwei Distanzen zur Wahl: Es geht entweder über 100 km mit 4800 Höhenmeter oder über 100 Meilen (160 km) mit 7700 Höhenmetern.

»Wir können mit Stolz sagen, dass auch die letzten beiden Auflagen, für die der Sportplatz in Bergen Start, Ziel und Basislager war, ein voller Erfolg und jeweils fantastische Lauffeste waren«, betont das Organisationsteam. »Trotz teils schwieriger Umstände und auch nicht durchweg einfachen Wetterbedingungen.« Dies alles sei nur dank eines großartigen Helferteams möglich gewesen.

Aber warum gibt es dann im nächsten Jahr nicht die 19. Auflage dieses so erfolgreichen Rennens? »Zum Teil wird der Chiemgauer100 Opfer seines eigenen Erfolgs, denn er kann durchaus als einer der Wegbereiter des Ultraberglaufs in Deutschland und zum Teil sogar in Europa angesehen werden«, informierten die Veranstalter. »In den Anfangsjahren gab es keine vergleichbaren Veranstaltungen mit derart langen Distanzen und dem alpinen Charakter. Und auch in der geradezu explodierenden Berglauf-, Trail- und Ultraszene in den letzten zehn Jahren behielt der Chiemgauer100 seinen Ruf als anspruchsvoller Lauf mit ganz besonderer Atmosphäre und Stimmung.«

Nun gibt es aber zahlreiche Konkurrenz, denn es gibt mittlerweile viele vergleichbare Veranstaltungen. »Und so brechen uns – trotz der wachsenden Zahl an weiblichen und männlichen Trailrunnern und Ultraläufern – die Teilnehmer weg.« Zudem werde durch dievielen und überwiegend professionell agierenden Veranstalter andere Läufe teils zeitgleich angeboten. Das Serviceniveau sei dabei so hoch, »dass die Erwartungshaltung auch an uns hoch ist und nur mit sehr vielen und engagierten Helfern erfüllt werden kann«.

So standen allein in diesem Jahr 128 Teilnehmern gut 90 Helfer gegenüber. »Das muss alles organisiert und koordiniert werden.« Allein auf der alpinen Strecke müssten zwölf Posten platziert werden, die die Läufer maximal 35 Stunden lang rund um die Uhr versorgen. »Ob dies auch 2023 wieder so gelingen würde und auch ausreichend viele Teilnehmer antreten würden, ist fraglich«, teilte das Orga-Team weiter mit. »Vor allem aber ist klar, dass es mit dem bestehenden OrgaTeam so nicht nochmal zu stemmen wäre.«

Was bleibt? »Auf jeden Fall tolle Erinnerungen an 18 Jahre Chiemgauer100 – mit vielen Helfern und treuen Sponsoren sowie einer neuen Trailrunning-Abteilung im TSV Bergen.« Diese hat einen Lauftreff am Mittwochabend ins Leben gerufen und zudem eine ganze Reihe an Ideen, eine alternative Laufveranstaltung auf die Beine zu stellen. »Eine, die mehr Läufer anspricht, nicht nur die Ultraläufer – aber eben auch diese.« Die Premiere soll schon im kommenden Herbst stattfinden.

Mehr wollte man aber noch nicht verraten. »Sobald die Ideen konkrete Formen angenommen haben, werden wir sie bekannt geben. Und dann hoffen wir, dass wieder viele bekannte Gesichter dabei sind, um die einmalige Atmosphäre des Chiemgauer100 wieder aufleben zu lassen.«

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