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Zu klein und zu alt: Waging votiert für Bauhof-Neubau

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Das Bauhof-Gebäude ist nicht mehr zeitgemäß und bietet deutlich zu wenig Platz. (Foto: Marktgemeinde Waging)

Waging am See – Sanierung oder Neubau des Bauhofs? Diese Frage beschäftigt die Waginger Gemeindeverwaltung schon seit längerem. Denn das 1975 erbaute Bauhof-Gebäude ist inzwischen deutlich zu klein geworden und erfüllt nicht mehr die zeitgemäßen technischen und sozialen Standards.


Bautechniker Franz Fenninger stellte jetzt dem Gemeinderat eine Studie vor, die mehrere Sanierungsvarianten und eine Neubauvariante hinsichtlich Raumbedarf, Raumeinteilung, Funktionalität und Kosten vergleicht. Bei der Bedarfs- und Raumnutzungsanalyse waren die Mitarbeiter des Bauhofs eng eingebunden.

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Mit Blick auf einen möglichen Umbau waren bei einer Projektstudie drei Varianten durchgerechnet worden, keine erwies sich als optimal. Weder für die Waschhalle noch für die Werkstatt ließe sich die geeignete Raumgröße erreichen. Die geschätzten Umbaukosten inklusive Heizung, Sanitär, Elektrik und technische Ausstattung der Werkstatt würden bei allen Varianten rund 1,53 Millionen Euro betragen.

Durch dieses unbefriedigende Ergebnis ließ die Gemeinde einen Neubau durchkalkulieren. Er könnte am jetzigen Standort als ein einziges, zusammenhängendes Gebäude errichtet werden, mit den Außenmaßen von rund 41 auf 16 Meter. So entstünde ein zusätzlicher Raum von rund 990 Quadratmeter, meinte Franz Fenninger, der auch erste Pläne für die Raumaufteilung vorlegte. Im Erdgeschoß wären demnach Werkstatt, Garagen, eine Waschhalle, ein Büroraum sowie Umkleide und Sanitärräume untergebracht. Im Obergeschoß könnte man einen Personalraum, ein Archiv und weitere Sanitäranlagen unterbringen. Die Gesamtkosten für einen solchen Neubau bezifferte Fenninger mit 1,9 Millionen Euro.

Neubau-Lösung zukunftssicherer

Bürgermeister Herbert Häusl zeigte sich überzeugt, dass die Neubau-Lösung zukunftssicherer sei: »Wenn man sieht, wie die Aufgaben des Bauhofs in den letzten Jahren angestiegen sind, müssen wir langfristig planen«, meinte er. Nach kurzer Diskussion stimmten alle Gemeinderäte zu, dass ein Neubau einem Umbau vorzuziehen sei. Die Planungen sollen in diese Richtung vorangetrieben werden. Für den Beginn der Bauarbeiten strebe man, so Fenninger, das Frühjahr 2019 an.

Für den Bauhof will die Marktgemeinde ein neues Nutzfahrzeug beschaffen. Dafür sind im Hauhalt 122 000 Euro eingestellt. Nachdem das Fahrzeug zu einem Großteil für touristische Einrichtungen in der Gemeinde im Einsatz ist, zum Beispiel für den Kurpark oder die Wanderwege, besteht laut Kämmerer Bernhard Krauss die Möglichkeit einer Förderung. Der Marktgemeinderat stimmte der Beschaffung eines Multifunktionsfahrzeuges zu. Die Förderung soll beantragt werden, eine Auftragsvergabe soll erst nach einer Bewilligung erfolgen.

Der Spielplatz in der alten Römersiedlung soll saniert werden. Er ist mittlerweile in die Jahre gekommen, wird aber dringend benötigt, wegen der vielen Kinder in der Neubausiedlung an der Geppinger Straße. Bauhof-Mitarbeiter und Landschaftsgärtner Sebastian Geier stellte dem Gemeinderat ein Sanierungskonzept vor. Demnach sollen bis auf die Tischtennisplatte und die Wippe alle Spielplatzgeräte ausgetauscht werden. Vorgesehen sind unter anderem ein Spielhaus, ein Klettergerüst, Schaukeln und eine Slackline. Die Kostenkalkulation liegt bei rund 40 000 Euro.

Gemeinderätin Christine Rehrl regte an, mehr Naturmaterialien wie Steine und Baumstämme zu verwenden. Mehrere Gemeinderäte wiesen allerdings darauf hin, dass auf einem gemeindlichen Spielplatz nur TÜV-gerechte Geräte aufgestellt werden dürfen. Nach kurzer, angeregter Diskussion fiel der Beschluss zur Sanierung des Spielplatzes und zum Kauf neuer Spielgeräte einstimmig.

Bürgermeister Herbert Häusl, der längere Zeit krank war, bedankte sich unter anderem bei seinen Stellvertretern Matthias Baderhuber und Felix Daxenberger für die kompetente Führung der Amtsgeschäfte während seiner Abwesenheit. Für eine Überraschung während der Sitzung sorgte die Waginger Feuerwehr, als sie mit dem am Vortag gelieferten Feuerwehrfahrzeug vorfuhr, um sich so bei den Gemeinderatsmitgliedern für die Bewilligung der Anschaffungskosten zu bedanken. kon