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Zu nass, um unter dem Apfelbaum zu sitzen

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Sänger Tobias Heinz mit der Big Band Teacher’s Groove – im Klaushäusl umlagert von Fans. (Foto: Flug)

Von»Don’t sit under the appletree« – so der Titel des letzten Lieds, das beim diesjährigen Jazzfrühschoppen im Museum Klaushäusl in Rottau zum Programm gehörte und das von den »Swing Drops« aus München gesungen wurde. Sie waren heuer Gäste der Grassauer Bigband »Teacher’s Groove«. Und wie oft in diesem Sommer war auch diese Veranstaltung an jenem, wie Moderator Horst Lehnert feststellte, »lauen Wintermorgen« begleitet von recht starrsinnigem Regen – zu nass also, um unter dem Apfelbaum zu sitzen.


Das aber tat der guten Stimmung des Moderators, der Musiker und Musikerinnen und der vielen Zuhörer keinen Abbruch. Sie zauberten über zwei Stunden lang beschwingt Klang und Rhythmus in die Niederreserve. Das Jazz-Vokalquartett »Swing Drops« brachte mit frischer, selbstbewusster Interpretation mehrstimmigen Satzgesangs eine neue Note in das Programm von »Teacher’s Groove«. Sie ergänzte hervorragend die bekannte und bewährte Zusammenarbeit zwischen der 17-köpfigen Grassauer Lehrer-Bigband und ihrem Sänger Tobias Heinz. Dessen starkes Stimmvolumen und seine Bühnenpräsenz machten jeden Gesangstitel mit »Teacher’s Groove« zu einem musikalisch-heiteren Erlebnis.

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Wieder bot Bandleader Michael Keul ein dynamisches Programm, in der neben Jazzstandards auch kubanische Rhythmen, Cha Cha Cha, Ragtime und preisgekrönte Filmmusik wie der Titel »The Shadow of Your Smile« (Oscar 1966) zu hören waren. Keul dirigiert seine Musiker – anders als andere Bandleader – aus dem Hintergrund der Bühne, wo er am Schlagzeug sitzt, also auf zauberische Weise, und seine Profi-Kollegen reagieren taktgenau und mit dem richtigen Gefühl für dynamischen Swing. Namentlich waren dies an der Trompete Peter Boschner, Johannes Schneider, Georg Hogger, Semir Jakic; an der Posaune Rupert Kamhuber, Wolfgang Diem, Georg Klein, Johann Schmuck; am Saxofon Stefanie Menter, Christine Gassner, Markus Müller, Barbara O’Douill, Gregor Bürger; am Keyboard Beatrice von Kutzschenbach und am Bass Heidi Martl.

Die Bigband gedachte zweier bekannter Musiker, die in den vergangenen Monaten verstorben sind und mit deren Arbeit sie viel verband. Vor allem war es Hugo Strasser, den Michael Keul als großen Klarinettisten und Menschen bezeichnete. »Teacher’s Groove« hatte in den letzten Jahren sieben Konzerte mit ihm spielen dürfen. Tobias Heinz erinnerte an den relativ jung gestorbenen Roger Cicero, der deutschen Texten in der Bigband- und Swing-Szene wieder zu großem Erfolg geführt hatte.

Dass übrigens zehn kleine Kinder unter den Fans im Publikum waren, wird auch in den nächsten Jahrzehnten der bekannten Bigband ein volles Haus garantieren. Also; dranbleiben. Uta Grabmüller