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Zum 175. Geburtstag Gedenkstele enthüllt

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Initiator und Künstler gemeinsam an der Erinnerungsstele: Der Vorsitzende des Historischen Vereins, Herbert Ohl, und Bildhauer Helmut Müller jun. (rechts).

Ruhpolding – Am 31. August 1843 wurde in Darmstadt der spätere Bayerische Ministerpräsident und Deutsche Reichskanzler Dr. Georg Friedrich Karl Freiherr von Hertling geboren.


Den Tag seines 175. Geburtstages hat der Historische Verein Ruhpolding mit seinem Vorsitzenden Herbert Ohl nun zum Anlass genommen, diesen Mann, der über drei Jahrzehnte seines Lebens in Ruhpolding verbrachte und 1914 zum Grafen ernannt wurde, mit einer Erinnerungsstele zu ehren.

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Im Rahmen einer kleinen Feierstunde, die von den Ruhpoldinger Alphornbläsern musikalisch umrahmt wurde, erinnerte Ohl in seiner Festrede daran, dass schon im vergangenen Jahr bei der Ausstellung »Begegnungen, Kunst, Kultur & Gemeinde« Georg Graf von Hertling anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Bestellung zum Reichskanzler ein allumfassendes Thema gewesen sei.

Damals sei auch die Idee entstanden, einen Gedenkstein aufzustellen. Damit hätte man auch dem Vorschlag von Heinz Hermann Elting entsprochen, Hertling besonders zu würdigen. Um die Zustimmung zum Aufstellen der Gedenkstele zu bekommen, seien einige Gespräche mit der Grundstückseigentümerin – den Barmherzigen Schwestern – notwendig gewesen, die aber positiv abgeschlossen werden konnten. Besonders ging Altbürgermeister Ohl auf die zahlreichen Spender ein, ohne deren Zutun die Verwirklichung nicht möglich gewesen wäre.

In seiner Rede ging der Vorsitzende des Historischen Vereins auch auf die Lebensgeschichte von Dr. von Hertling ein. Er erinnerte daran, warum Hertling überhaupt nach Ruhpolding kam. Nach einem Schicksalsschlag, bei dem die jüngste Tochter starb, habe Hertling von »viel Schönem von dem bei Traunstein in den Voralpen gelegenen Ruhpolding« erfahren, was ihn und seine Familie dazu bewegt habe, den Ort zu besuchen. »Kaufmann Zeller (bei dem die Hertlings sich einquartiert hatten) bot ihm später dann das damals unverbaute Grundstück zum Kauf an«, so der Hobbyhistoriker Ohl. 1886 kaufte Hertling dieses Areal und 1887 wurde die »Hertling-Villa« gebaut.

Auf dem Grundstück, wo die »Hertling-Villa« an der Brandstätter Straße stand, enthüllte Izabel von Weitershausen, die Ehefrau von Urenkel Ottheinrich von Weitershausen, eine von Bildhauer Helmut Müller jun. geschaffene Erinnerungsstele. Diese Granitsäule trägt oben eine aus Bronze gegossene Darstellung der damaligen Villa, darunter ein Medaillon mit Hertlings Gesicht und wieder darunter eine bronzene Gedenktafel mit der Inschrift: »Hier stand die Villa-Hertling; Landsitz von Georg Graf von Hertling; geb. 1843 in Darmstadt, gest. 1919 in Ruhpolding; Deutscher Reichskanzler 1917 bis 1918; Bayerischer Ministerpräsident 1912 bis 1917: Historischer Verein Ruhpolding 2018«. Zum Aufstellen und Pflastern des kleinen Vorplatzes hatte Müller mit Steinmetz Horst Kellndorfer den richtigen Mann gefunden.

Vor der Segnung des Denkmales durch den Ortspfarrer Otto Stangl überbrachte Dekan Georg Lindl aus Traunstein die Grußworte des Diözesanbischofs Kardinal Reinhard Marx. Bürgermeister Claus Pichler betonte, »dass wir uns heute an einen großen Mann und bedeutenden Mitbürger für unser Dorf erinnern«. Hertling sei eine sehr wichtige Persönlichkeit in einer unruhigen Zeit gewesen. Abschließend meinte er: »Wenn wir das Denkmal eröffnen, ist es auch ein Mahnmal, dass wir uns mit der Geschichte auseinandersetzen müssen.« Der Urenkel Hertings, Ottheinrich von Weitershausen, dankte dem Historischen Verein für die Errichtung der Stele und lobte besonders den Bildhauer Müller für das gelungene Werk. hab

 

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