Zum 25. Mal dabei

Ruhpolding: Jubiläum für Biathlon-Wettkampfarzt Prof. Dr. Rupert Ketterl – Zum 25. Mal beim Weltcup dabei
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Das Ärzteteam des Weltcups: Dr. Michaela Leuze (von links), Dr. Markus Ewald, Professor Dr. Rupert Ketterl, Dr. Ulrich Sieber, Dr. Marcel Filipovic und Dr. Johannes Brunhuber waren am Sonntag in der Chiemgau-Arena im Einsatz. (Foto: Brenninger)

Mit dem einsetzenden Schneefall am Samstagfrüh hatten auch die Ärzte, die in der Chiemgau-Arena während des Biathlon-Weltcups im Einsatz sind, einiges mehr an Arbeit. Das Ärzteteam führte auch in diesem Jahr wieder in bewährter Manier Professor Dr. Rupert Ketterl an.


Der ehemalige Chefarzt am Klinikum Traunstein – er ist ja seit ein paar Monaten im Ruhestand – feiert in diesem Jahr sogar ein Jubiläum. Denn er ist bereits zum 25. Mal im Weltcup-Einsatz. Die Arbeit macht ihm nach wie vor sichtlich Freude. »Man ist schon mit viel Herzblut dabei«, sagte er im Gespräch mit unserer Sportredaktion. Und er fiebert und leidet vor allem auch mit dem deutschen Team mit. Schließlich hat er einige Athleten des Teams schon behandelt. »Die Vanessa tut mir richtig leid«, sagte der Professor und spielte damit auf die Staffel an, dabei hatte Hinz ja am Freitag richtig viel Pech und musste gar zweimal in die Strafrunde.

Aber auch mit den Trainern, Betreuern und Sportlern aus den anderen Nationen pflegt Ketterl einen herzlichen Kontakt. Das Ärzteteam ist nämlich auch Ansprechpartner für die Teams. »Nur die größeren Mannschaften haben auch ihre eigenen Ärzte dabei«, informierte Ketterl.

In all den Jahren hat sich die Arbeit für das Ärzteteam wenig geändert. »Nur die Zuschauer sind immer mehr geworden«, blickte Ketterl zurück. Meist müssen sie Gott sei Dank nur kleinere Sachen wie Verstauchungen versorgen. »Aber es kann schon auch internistische Sachen geben«, sagte Ketterl. Am Freitag etwa hatte sein Team insgesamt 15 Behandlungen. »Die meisten Einsätze regeln wir auch direkt hier vor Ort«, hob Ketterl hervor. Bei schwerwiegenden Erkrankungen werde der Patient dann aber in ein Krankenhaus gefahren.

Insgesamt umfasst das Team von Professor Dr. Ketterl sechs Ärzte. Ab dem ersten Training für den Weltcup muss auch ein Arzt vor Ort sein. Während der ersten Weltcup-Tage sind dann jeweils drei Ärzte in der Chiemgau-Arena. Wegen des hohen Zuschaueraufkommens erhöht sich die Zahl am Samstag und am Sonntag in der Regel auf vier, diesmal waren gestern sogar sechs Ärzte dabei.

»Ich habe ein hoch motiviertes und eingespieltes Team«, freute sich Ketterl. Und das arbeitet übrigens ehrenamtlich! »Die Kollegen legen ihre Dienstpläne so, dass sie für ihren Einsatz hier einen freien Tag haben«, lobte der Professor das Engagement.

Ein paar Mal will Prof. Dr. Ketterl jetzt übrigens beim Weltcup noch selbst an vorderster Front stehen. »Vielleicht mache ich die 30 voll«, sagte er. Aber dann wird ein jüngerer Kollege sein Amt übernehmen. Doch bis es so weit ist, wird Professor Dr. Rupert Ketterl noch selber einige Male vor den Wettkämpfen in der Chiemgau-Arena im Einsatz sein und direkt während der Rennen ist er übrigens an der Strecke, um im Notfall die Sportler schnell versorgen zu können – freilich fiebert er dann auch mit. »Man ist schon emotional dabei.« SB