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Zur Prostitution gezwungen: Angeklagten-Paar verurteilt

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Statue der Justitia
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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David Ebener/Archiv Foto: dpa

München (dpa/bb) - Ein Paar, das eine junge Afghanin monatelang zur Prostitution gezwungen hat, ist zu je drei Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Opfer lebte damals in Berlin. »Wir haben keinen Zweifel an dem Motiv, die Geschädigte kommen zu lassen, um sie auf den Strich zu schicken«, sagte Richter Philipp Stoll am Dienstag bei der Urteilsverkündung am Münchner Landgericht I. Die beiden wurden unter anderem wegen schwerer Zwangsprostitution verurteilt.


Das Paar hatte das Opfer Ende 2017 über einen Online-Chat kennengelernt. Der 28 Jahre alte Mann hatte der 27-Jährigen die Ehe versprochen, seine 29-jährige Verlobte gab sich als seine Schwester aus. Kurz nach der Ankunft des Opfers in München kam es zum Geschlechtsverkehr mit dem Mann. Das Gericht wertete dies als sexuellen Übergriff. Mit der verlorenen Jungfräulichkeit und weiteren Drohungen setzte das Paar, das ebenfalls aus Afghanistan stammt, die Frau anschließend derart unter Druck, dass sie sich schließlich prostituierte. Die Einnahmen kassierten die Angeklagten. Monate später ging die 27-Jährige mit einem Freier zur Polizei. Bei der Urteilsverkündung war sie nicht anwesend. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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