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Zverev souverän weiter - Koepfer gegen Thiem chancenlos

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Alexander Zverev
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Hat es bei den Australian Open in Runde drei geschafft: Alexander Zverev. Foto: Rick Rycroft/AP/dpa Foto: dpa
Dominik Koepfer
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Chancenlos gegen Dominic Thiem: Dominik Koepfer. Foto: Dean Lewins/AAP/dpa Foto: dpa
Novak Djokovic
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Musste für sein Weiterkommen hart arbeiten: Novak Djokovic in Aktion. Foto: Rick Rycroft/AP/dpa Foto: dpa
Serena Williams
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Tennis-Star Serena Williams erreicht nach einer guten Leistung in Melbourne die dritte Runde. Foto: Rick Rycroft/AP/dpa Foto: dpa
Petra Kvitova
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Auch bereits in Melbourne ausgeschieden: Petra Kvitova. Foto: Dean Lewins/AAP/dpa Foto: dpa

Als einziger der anfangs fünf deutschen Tennis-Herren hat es Alexander Zverev bei den Australian Open in die dritte Runde geschafft. Dominik Koepfer ist gegen Dominic Thiem ohne Chance.


Melbourne (dpa) - Das Eisbad hatte Alexander Zverev schon hinter sich, als er kurz vor Mitternacht über seinen kommenden Kontrahenten sprach.

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Im Kampf um den Einzug in das Achtelfinale der Australian Open trifft der letzte im Feld verbliebene deutsche Tennisspieler am Freitag auf den Franzosen Adrian Mannarino. Statistik und Blick in die Vergangenheit machen dem 23 Jahre alten Hamburger Mut, die Bauchmuskelverletzung allerdings bereitet ihm noch erhebliche Sorgen.

Mit einem dicken Pflaster unter dem Muskelshirt trat Zverev im zweiten Match der Night Session gegen den amerikanischen Qualifikanten Maxime Cressy an und widerstand trotz unübersehbarer Schwierigkeiten beim eigenen Service mit Geduld und Nervenstärke dem Aufschlaghünen aus dem kalifornischen Hermosa Beach. 7:5, 6:4, 6:3 hieß es nach 2:04 Stunden für den Weltranglisten-Siebten, der vor dem Match nach eigenen Worten sogar noch Schmerzmittel einnehmen musste.

Beim ATP Cup in der vergangenen Woche hatte sich der US-Open-Finalist die Verletzung zugezogen. Danach wurde es erst besser, am Vortag der Partie gegen Cressy aber wieder schlechter. »Ich habe es schlechter gemacht«, sagte Zverev. »Ich habe probiert, voll aufzuschlagen, habe aber nach ein paar Aufschlägen gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist.« Gegen Cressy habe er viel langsamer aufgeschlagen als sonst und die Verletzung auch gespürt. »Ich hoffe, es wird im Lauf der Woche besser, denn bis zum Ende des Turniers brauche ich meinen vollen Aufschlag irgendwann mal wieder«, sagte Zverev, ehe er sich mit der Aussicht auf ein sehr spätes Abendessen, ein bisschen Regeneration und »Schlaf vermutlich nicht vor drei Uhr« ins Hotel verabschiedete.

Zverev rettete nach dem Chancenlos-Auftritt von Dominik Koepfer gegen den Österreicher Dominic Thiem die deutsche Herren-Bilanz - doch natürlich ist für den Melbourne-Halbfinalisten des Vorjahres auch in diesem Jahr eine Runde mit der Endung -finale das Minimalziel. Im direkten Vergleich gegen Mannarino führt Zverev 5:0. Doch mit dem unbequemen Linkshänder trug Zverev schon so manchen Zwist aus.

Die bislang letzte Partie entschied Zverev im vergangenen Jahr beim Masters in Paris für sich - nach einem 13:11 im Tiebreak des ersten Satzes. Auf dem Weg zu seinem Titel in Köln musste Zverev ebenfalls über die volle Distanz gehen. Und in Erinnerung ist natürlich auch noch das Duell bei den US Open im vergangenen Jahr, als Mannarino zu den direkten Kontaktpersonen des positiv auf Corona getesteten Benoît Paire zählte und erst nach stundenlanger Warterei und einem ewigen Hin und Her gegen Zverev antreten durfte (und in vier Sätzen verlor).

»Er ist einer der schwersten Gegner, wir spielen meist sehr lange. Es wird ein sehr physisches Match gegen ihn«, sagte Zverev. Auf dem Platz hatte er den Zuschauern noch zugerufen: »Bringt eure Schlafsäcke mit, falls es wieder die Night Session wird.«

Das spätabendliche Match gegen Cressy entwickelte sich anfangs zur erwartet komplizierten Angelegenheit. Die beiden 23 Jahre alten, beide 1,98 Meter großen Kontrahenten schlugen zunächst derart humor- und kompromisslos auf, dass die anwesenden Zuschauer nur mäßig unterhalten wurden. Beim Stand von 5:5 bot sich Zverev die erste Breakchance. Cressy unterlief ironischerweise ein Doppelfehler zum 6:5. Drei Minuten später entschied Zverev Durchgang eins für sich.

Spektakulärere Ballwechsel präsentierten die Protagonisten dann im zweiten Satz beim Stand von 4:4. Von den ersten vier Breakbällen für Zverev wehrte Cressy drei mit einem Ass ab, einen davon beim zweiten Aufschlag. Zverev holte aus, bewegte sein Spielgerät entschlossen Richtung Bodenbelag, besann sich dann aber doch und verzichtete im letzten Moment auf eine Transformation seines Tennisschlägers. Bei seinem Erstrunden-Sieg gegen Marcos Giron hatte Zverev noch beim Verlust eines Aufschlagsspiels seinen Schläger zertrümmert.

Diesmal aber landete beim fünften Breakball ein Volley von Cressy im Aus, Zverev ging 5:4 in Führung und entschied wenig später auch Satz zwei für sich. »Die Sätze waren sehr eng, aber das passiert bei den Serve-and-Volley-Spielern«, analysierte der am Eurosport-Mikrofon aus Melbourne zugeschaltete Mischa Zverev, der mittlerweile auch Manager seines jüngeren Bruders ist. »Es ist extrem wichtig, dass er ruhig bleibt und auf seine Chancen wartet. Jetzt hoffe ich nur, dass er nicht nachlassen wird«, sagte Mischa Zverev - und sein zehn Jahre jüngerer Bruder schien ihn zu erhören und zog zum fünften Mal nacheinander in die dritte Runde der Australian Open ein.

© dpa-infocom, dpa:210210-99-373933/10


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