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Zwanziger: DFB muss Ethikkommission einrichten

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Theo Zwanziger
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Theo Zwanziger plädiert für die Schaffung einer Ethikkommission beim DFB. Foto: Steffen Schmidt Foto: dpa

Berlin (dpa) - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) muss nach Ansicht des ehemaligen Verbandspräsidenten Theo Zwanziger eine Ethikkommission schaffen.


«Ohne die Ethikkommission fehlt es dem DFB an einem unabhängigen Gremium. Es muss eine Anklage-Instanz geben, die nicht weisungsgebunden, sondern unabhängig ist», sagte Zwanziger der Zeitung «Die Welt». Eine entsprechende Vorgabe des Weltverbandes FIFA wird von der DFB-Spitze derzeit mit Hinweis auf die bestehende Sportgerichtsbarkeit des Verbandes abgelehnt.

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FIFA-Exekutivmitglied Zwanziger nannte als Beispiel den Fall um den ehemaligen Schiedsrichter Obmann Manfred Amerell, in den er als damaliger DFB-Chef involviert war. «Der Kontrollausschuss wollte Herrn Amerell wegen Amtsmissbrauchs anklagen, das Präsidium hat das verhindert. Ein solches Veto wäre mit einer unabhängigen Ethikkommission ausgeschlossen.»

Die FIFA fordert im Zuge der eigenen Demokratiereform die Schaffung nationaler Ethikkommissionen ihrer Mitglieder. «Wir haben hier ein klares Pflichtverhältnis; der DFB ist verpflichtet, eine Ethikkommission einzurichten», betonte Zwanziger, wollte aber keine Sanktionen androhen. «Wir sind eine Fußballfamilie, erst einmal werden wie Überzeugungsarbeit leisten», sagte er.

Zwanziger-Interview "Die Welt"