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Zwei Extreme. Eine Wurzel.

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Eine gemeinsame Ausstellung vereint ab Samstag in der Burg Tittmoning Werke der beiden ortsansässigen Künstlerinnen Silvia Menzel und Susanne von Siemens, deren Kunst auf den ersten Blick gegensätzlicher wohl kaum sein könnte. Die Eröffnung findet am heutigen Freitag um 19 Uhr statt.


Die in geduldiger Feinarbeit zumeist aus Naturmaterialien und Textilien gefertigten, oft filigran-fragilen Objekte von Susanne von Siemens schöpfen aus der Kraft der Natur. Sie sind von bestechender Klarheit und meditativer Schlichtheit, fein komponiert und mit Liebe zum kleinsten Detail (und oft einer gehörigen Portion Humor) gestaltet.

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Silvia Menzel hingegen hat mit ihren intensiv farbigen Holzdrucken auf Leinwand ihre eigene, kraftvolle Formensprache gefunden, in der sie ihre Ausdrucksmöglichkeiten entfalten kann. Ihre schweißtreibende Arbeit mit Schnitzmesser oder Motorsäge am Material Holz erfordert oft viel körperliche Kraft, die man dem fertigen Werk noch ansieht.

Von der gemeinsamen Schau im Fürstenstock und Carabinierisaal der Burg darf man sich eine neue Perspektive auf das jeweilige Werk erwarten, da die beiden Künstlerinnen bewusst auf ihre Gegensätzlichkeit setzen und diese, wie der Titel der Ausstellung verrät, wohl auch ausspielen wollen. Dem Titel kann man jedoch auch entnehmen, dass sie in der Kreativität, die sich bei ihnen in zwei so grundverschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen Bahn bricht, eine gemeinsame Wurzel als starkes verbindendes Element erkennen. Und so lassen die beiden Künstlerinnen sich für die Ausstellung auch mit einer ersten gemeinsamen Arbeit auf ein Experiment ein.

Daneben zeigt natürlich jede ihr Werk: Bei Silvia Menzel sind das vor allem mehrfarbige Holzschnitte, denen zum Teil die Druckplatten zur Seite gestellt werden, um so den künstlerischen Vorgang transparent zu machen, sowie großformatige Gemälde. Unter Susanne von Siemens’ Naturobjekten sind diesmal »ausgestorbene und vom Aussterben bedrohte Tiere aus Tittmoning und Umgebung« aus ihrer Werkstatt – präsentiert zusammen mit naturwissenschaftlichen Texten über die jeweiligen Arten, wie die Künstlerin augenzwinkernd betont. In dieser ganz besonderen Archäozoologie vereint von Siemens ihre Lebensthemen Natur und Vergehen. Außerdem gibt es auch einige Kleider aus Naturmaterialien von ihr zu sehen, mit denen die Künstlerin bei der Modenschau zur Eröffnung des »Kunstplatz Tittmoning« 2016 beeindruckte und die im selben Jahr auch bei ihrer Einzelausstellung »Die Poesie der Natur« im Burghausener Liebenweinturm ausgestellt waren. Eine erweiterte Kollektion wird es übrigens im August in der Studienkirche Burghausen als »Natur auf dem Laufsteg« zu sehen geben. Die Ausstellung ist bis 8. Juli täglich außer Mo./Di. von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Nähere Informationen gibt es auch unter www.tittmoning.de.

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