weather-image
10°

Zwei Geißen und ein Gustl

2.8
2.8
Bildtext einblenden
Faschingsfans mit Leib und Seele: Andreas Heilmann und Tanja Mißfeldt.
Bildtext einblenden
Die Kostüme der »Berchtesgadener Goassen« sind nicht nur farbenfroh, sondern klimpern dank der eingenähten, nicht sichtbaren Schellen auch. Dazu gehören außerdem Kuhglocken, Holzmasken und der fahrbare »Gustl« vorne im Bild. (Fotos: Annabelle Voss)

Schönau am Königssee – Andreas Heilmann und Tanja Mißfeldt sind Faschingsfans durch und durch. Vor fünf Jahren entschieden sie, sich langsam von der auseinanderbrechenden Berchtesgadener Faschingsgilde loszulösen und eine eigene Maskengruppe ins Leben zu rufen. Sie nennen sich die »Berchtesgadener Goassen«. Dem »Berchtesgadener Anzeiger« verrieten sie, was sie in der derzeitigen fünften Jahreszeit vorhaben. Zudem präsentierten sie ihre neuen Kostüme.


Die neue Gruppe – es ist kein Verein, wie die beiden mehrmals betonen – besteht nur aus dem Paar. Jedoch geben sich die beiden für ihre Leidenschaft viel Mühe und beweisen Ideenreichtum. »Wir haben insgesamt drei Goaßen, den kleinen Gustl, den mittleren und den großen Gustl«, erklärt Mißfeldt. Dabei handelt es sich um Holzfiguren auf Rädern, die die beiden selbst zusammengezimmert haben. Auf dem großen »Gustl« kann man sogar reiten, wie Heilmann erzählt. Der 52-Jährige ist Hausmeister der Gemeinde Schönau am Königssee. In seiner Wohnung im Rathaus Unterstein ist der Fasching alleiniger Herrscher: Hunderte von Orden hängen an den Wänden und Regalen. »Ich bin seit 44 Jahren im Fasching engagiert, da sammelt man schon was an«, lacht Heilmann. Seine Begeisterung für die Narren erklärt der Schönauer so: »Mir gefällt es, wenn alle gleich angezogen, verkleidet sind.« Seiner Lebensgefährtin Tanja Mißfeldt geht es ähnlich: »Für mich ist Verkleiden das Höchste.« Dies sei immer schon so gewesen, aber erst durch Andreas Heilmann sei sie richtig dazugekommen: »Wir waren 2014 das Prinzenpaar der Faschingsgilde.« Alleine wäre sie nie auf die Idee gekommen.

Anzeige

Ein Jahr später wollten sie »etwas Neues, etwas Eigenes« auf die Beine stellen, erklärt die 41-Jährige. Auf die Idee mit den Goaßen kamen sie durch einen befreundeten Verein aus Boxberg, Baden-Württemberg. Durch die »Bocknarren« kam auch die Idee für das neue Gewand, das dem des Vereins ähnelt. Es ist eine Art Hosenanzug mit aufgenähten, flatternden Filzbändern und eingenähten klimpernden Schellen. Nur die Farben und die Holzmasken sind anders. Das typische Berchtesgadener Rot-Blau und Goaßen-Masken zeichnen die heimischen Narren aus. Sogar einen eigenen Faschingsorden ließen die beiden sich anfertigen. Bewusst wollen die Faschings-Fans keinen eigenen Verein gründen. »Wir wollen niemandem auf den Schlips treten«, sagt Heilmann. Damit spielt er auf die Vergangenheit und das Ende der Faschingsgilde an. Die beiden hätten lediglich Freude am Fasching und wollen diese auch weiterhin ausleben.

Sollte jemand Lust haben, sich der Maskengruppe »Berchtesgadener Goassen« anzuschließen, so kann er sich bei Heilmann unter Telefon 0151/58870775 erkundigen. Die Maschkara nehmen an verschiedenen Faschingsveranstaltungen teil, wie etwa dem Faschingsumzug in Walldürn am 9. Februar, dem Nachtumzug in Kuchl am 8. Februar oder auch der »Nacht der Narren« am 15. Februar in Boxberg. Auch beim Ramsauer Faschingsumzug mischen sich die »Berchtesgadener Goassen« unter die Massen.

Annabelle Voss