Zwei Jungtiere in Schleching gerissen

Bildtext einblenden

Schleching – Thomas Pletschacher ist wütend, darüber, dass ihm zwei Tiere gerissen wurden – ein Zicklein und ein Schafbock – und darüber, dass sich niemand zuständig fühlt und die Politik nur redet, aber nichts tut. Denn gerissen wurden die beiden Weidetiere allem Anschein nach von einem Wolf.


Pletschacher und sein Lebensgefährte Michael Seebauer bewirtschaften den Knogler-Hof in Schleching, vermieten an Feriengäste, viel genutzte Wanderwege – unter anderem zum Schmugglerweg – führen am Hof vorbei. Dass hier jetzt ein Wolf in der Nachbarschaft sein könnte, ist für den Kogler-Bauern daher gleich ein doppeltes Problem. »Am Sonntagabend sind Wanderer zu uns auf den Hof gekommen, und haben gesagt, dass oben auf der Weide ein totes Tier liegt«, berichtet Pletschacher. Zusammen mit seinem Lebensgefährten ist er hinauf auf die rund zwei Hektar große Weide, die rund 150 Meter vom Hof entfernt ist, und auf der bisher zehn Ziegen und fünf Schafe zur Landschaftspflege eingesetzt werden.

Doch von den handzahmen Tieren, die zum Teil Flaschenaufzuchten sind und auf Zuruf »wie Hunde« reagieren, war nichts zu sehen. »Es war eine gespenstische Stille auf der Weide«, erinnert sich Seebauer. Was die beiden schließlich fanden, war ein schwerverletzter, junger Schafbock und nach längerem Abgang des insgesamt vier Hektar großen Areals das Skelett eines Zickleins. »Das ging schon ein paar Tage ab, und wir konnten es bisher trotz Suche nicht finden«, sagt Michael Seebacher. Die anderen Tiere hatten sich verängstigt in einer Ecke zusammengedrängt.

Pletschacher hat sofort erkannt, dass der verletzte Schafbock nicht mehr zu retten ist und erlöst werden muss. Und dann gingen die Telefoniererei und das Herumgereiche los. »Ich habe die Polizei angerufen. Doch die sind für Tierrisse eigentlich nicht zuständig. Nach einigem Hin und Her sind sie dann aber gekommen, und haben sich das angeschaut.« Auch den Förster hat er angerufen, um sich zu erkundigen, wer denn das Tier nun töten soll. Der hat ihn an den Wolfsbeauftragten verwiesen, der aber derzeit in Urlaub ist und der Vertreter sei nicht zu erreichen gewesen. Schließlich habe sich die Polizei bereit erklärt, das verletzte Tier zu erschießen, was letztlich aber nicht nötig wurde, da zufälligerweise der Tierarzt Robert Fischer aus Übersee gerade am Hof war, und den Bock eingeschläfert hat. Schockiert waren die beiden auch angesichts der Tatsache, dass der Schafbock am helllichten Tag gerissen worden sein muss. Der Wanderer, der das verletzte Tier gefunden hat, habe dort am Morgen noch nichts bemerkt.

Pletschacher und Seebauer haben den Tatort nicht verändert, sie wollen, dass Proben genommen werden, damit mittels einer DNS-Probe abgeklärt wird, ob es sich auch wirklich um einen Wolf handelt. Zweifel daran haben sie jedoch keinen. Doch erst im Laufe des Montags konnte Pletschacher nach erneutem Hin- und Hertelefonieren erreichen, dass ein Assistent des Tierarztes zur Probenentnahme kommt, die ans Landesamt für Umweltschutz geschickt werden. Diese will Pletschacher auch an ein unabhängiges Labor in Österreich zu schicken. Ihm wird in dieser Sache zu viel zurückgehalten.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der heutigen Ausgabe (7. September) des Traunsteiner Tagblatts.

vew