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Zwei Männer ist einer zuviel – Kolping-Theater Waging begeistert mit "Ein Schlüssel für Zwei"

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Als die Ehefrauen der beiden Liebhaber eintreffen, ist die Verwirrung komplett. Anne (von links, Franziska Mader), Richard (Vincent Marohl), Gregor (Helmut Loipfinger), Mathilde (Margit Weinmann), Alex (Wiggerl Stief) und Henriette (Monika Mader). (Foto: Konnert)

Waging am See – Das Leben ist schwierig, vor allem für alleinstehende Frauen. Man muss schauen, wie man weiterkommt. Henriette tut das auf ihre Art. Sie ist »die Frau zur Linken« von gleich zwei verheirateten Männern, von denen sie sich aushalten lässt. Leicht ist das nicht immer, denn wegen der Wirtschaftskrise »war es ein sehr schweres Jahr für ausgehaltene Frauen ...«, erzählt sie ihrer Nichte.


Dass dies auf Dauer nicht gut gehen kann, und wie eine raffinierte Frau doch damit durchkommt, zeigt die temporeiche Komödie »Ein Schlüssel für Zwei«, die das Kolping-Theater Waging in diesem Jahr einstudiert hat. Die Premiere am Sonntagabend im Pfarrsaal Waging sorgte bei den zahlreich erschienenen Zuschauern für einen unterhaltsamen und kurzweiligen Abend, an dem man herzlich lachen konnte.

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Die von zwei Meistern des britischen Humors, John Chapman und Dave Freeman, geschriebene Komödie haben die Waginger laut Spielleiterin und Regisseurin Martina Schmidt tatkräftig bearbeitet, und sie »irgendwo in einer Stadt« und »irgendwann auch immer« angesiedelt. Denn so etwas wie in der Komödie soll tatsächlich immer wieder mal vorkommen.

Die Hauptfigur Henriette, gekonnt gespielt von Monika Mader, lebt recht unbeschwert, denn ihre zwei Liebhaber sorgen dafür, dass es ihr an nichts fehlt. Der bodenständige Alex (Wiggerl Stief) bringt gern Fisch zum Essen mit. Gregor (Helmut Loipfinger), von Beruf Werbefachmann, steuert Eier von seinen eigenen Hühnern zum Haushalt bei. Beide wissen natürlich nichts voneinander und beide sind verheiratet, was Harriet aber nicht sehr stört, denn sie zahlen ja die Miete und das Haushaltsgeld und alle Rechnungen, die so anfallen. Alles läuft bestens, da sich jeder ihrer Liebhaber an Harriets ausgeklügelte Zeiteinteilung zu halten hat.

Aber wie es in Komödien nun einmal so ist, wirbelt ein dummes Missgeschick den fein gestrickten Plan durcheinander. Gregor rutscht in der Küche auf einem Fisch aus, den Alex mitgebracht hat und kann deshalb nicht mehr zum Geburtstag seiner Frau Magda (Sabine Loipfinger) nach Hause eilen. Überraschend erscheint dann auch noch Harriets Nichte Anne (Franziska Mader), die sich von ihrem Mann Richard (Vincent Marohl) getrennt hat. Sie erfährt von Harriets Dreiecksgeschichte und bewundert sie dafür.

Als Alex, der zweite Liebhaber, früher als erwartet zurückkommt, hilft sie ihr, zu improvisieren und die Situation »zu retten«. Die Wohnung wird als »Privatkrankenhaus« ausgegeben mit Henriette und Anne als Krankenschwestern. Als dann auch noch Gregors Frau Magda (Sabine Loipfinger) und Alex Ehefrau Mathilde (Margit Weinmann), und später noch Annes verlassener Ehemann Richard eintreffen, erreicht das Durcheinander seinen Höhepunkt.

Trotzdem gelingt es den beiden Freundinnen, die verworrene Situation – nicht ganz ohne Turbulenzen –, in den Griff zu bekommen und souverän zu managen. Bis es soweit ist, gibt es aber viele komische, köstlich lustige Momente und Gags, die sich die Theatergruppe ausgedacht hat und die die Darsteller brillant herüberbringen.

Ein Lob auch den Helfern hinter den Kulissen. Für das gelungene Bühnenbild zeichneten Christoph Hötzendorfer, Andi Mader und Ansgar Weinmann verantwortlich, für die Maske Petra Grammelsperger. Susanne Hötzendorfer sorgte als Souffleuse dafür, dass keiner der Schauspieler über Textlücken gestolpert ist.

Die Zuschauer bedankten sich bei den sieben hochprofessionell agierenden Laienschauspielern mit langanhaltendem Applaus. Weitere Aufführungen sind jeweils Samstag und Sonntag, 11. und 12. März sowie 17. und 18. März. Beginn ist samstags um 20 Uhr und sonntags um 18 Uhr. Die Abendkasse öffnet jeweils eine Stunde vor Beginn. Karten gibt es in der Tourist-Info unter 08681/313. kon