Zweiter Bauabschnitt soll Umfahrung abrunden – Aubergtunnel offiziell für Verkehr freigegeben

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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer kam zur feierlichen Freigabe des Aubergtunnels, hier im Gespräch mit Peter Ramsauer.

Altenmarkt – Eine lange und unfallfreie Lebensdauer verspricht sich Baudirektor Christian Rehm vom Staatlichen Bauamt Traunstein vom neuen Aubergtunnel in Altenmarkt. 2017 wurde mit dem Bau des 30-Millionen-Euro-Projekts begonnen und seit rund zehn Monaten läuft bereits der Verkehr durch den Tunnel. Während der Bauphase hatte die Schutzpatronin der Mineure, die »Heilige Barbara«, am Tunneleingang über das Projekt gewacht und »der Segen beim Tunnelanstich hat seine Wirkung nicht verfehlt. Der Bauverlauf verlief unfallfrei«, freute sich Rehm bei der offiziellen Verkehrsfreigabe. Wie berichtet, fand die nachträgliche Freigabe am Donnerstag im Beisein zahlreicher Polit-Prominenz statt, allen voran Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer.


Für die Gemeinde Altenmarkt und die ganze Region sei die Baumaßnahme ein außergewöhnliches Projekt, so der Baudirektor. Mit dem rund 430 Meter langen Tunnel habe man in einem ersten Bauabschnitt einen Hauptengpass beseitigen können. Viel Lob gab es für alle am Bau beteiligten, auch für seinen Amtsvorgänger Sebald König sowie für den früheren Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer.

Dass die Einhaltung des Kostenrahmens und des Zeitfensters eine hohe Professionalität der Baufirmen und Projektbeteiligten verdeutliche, unterstrich auch Altenmarkts Bürgermeister Stephan Bierschneider. Sowohl das Gemeindeoberhaupt als auch der Baudirektor hoffen auf einen baldigen zweiten Bauabschnitt, um eine volle Entlastung des Orts zu realisieren.

Wie beim ersten Bauabschnitt und grundsätzlich bei solchen Infrastrukturprojekten, werde die Baurechtschaffung die größte Hürde sein, sagte Rehm. Man sei aber planerisch auf einem guten Weg, versicherte auch Gerhard Reichel vom Bauministerium München, der die Bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer vertrat. Noch vor dem Jahreswechsel soll das Planfeststellungsverfahren für den zweiten Abschnitt angegangen werden.

Während des Festakts, der neben der Einfahrt zum Tunnel stattfand und die Blicke der Verkehrsteilnehmer auf sich zog, wurde die zulässige Geschwindigkeit von 70 auf 30 km/h gedrosselt. Mit Blick auf den Verkehr stellte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer fest: »Jetzt sieht man auch schon die Wirkung und man kann nach der virtuellen Freigabe im November letzten Jahres jetzt sagen, der Verkehr fließt.« Altenmarkt werde ruhiger, sicherer und lebenswerter. Außerdem würden die Bundesstraßen 299 und 304 weiter als wichtige Verbindungsachsen gestärkt. Ziel sei jedoch, in einem zweiten Bauabschnitt eine volle Entlastung der Ortsdurchfahrt von Altenmarkt zu realisieren. Den Verkehrsteilnehmern wünschte er eine stets unfallfreie Fahrt und ein gutes Gelingen und an Christian Rehm appellierte er: »Auf auf, Herr Rehm, Baurecht brauchen wir.«

Dr. Peter Ramsauer sprach von einem Glückstag, betonte aber zugleich, neben dem zweiten Bauabschnitt auch den Anschluss in Richtung Süden im Auge zu behalten: »Wir haben noch viel, viel vor uns. Ich freu mich auf die Herausforderung.«

Bei der nachgeholten Feier waren auch Bürger anwesend, die durch die Tunnellösung Nachteile haben, weil die Autos jetzt unmittelbar an einigen Wohnhäusern vorbeifahren. Bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern sei entlang der Wasserburger Straße vor allem der Lkw- und Motorrad-Verkehr besonders laut, beklagen die Anrainer. Nach Angaben eines Betroffenen würde eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h schon hilfreich sein. Ramsauer versicherte, sich diesbezüglich um einen Schallschutz zu kümmern: »Ich lass' nicht locker und werde mich für alle Betroffenen um Besserung bemühen«, versprach er.

Zelebriert wurde auch die Barbaraweihe durch Pater Sebastian Paredom. Die »Heilige Barbara« gilt als Schutzpatronin und überwacht die Arbeit der Mineure. Während der Bauzeit befand sich die kleine Statue am Eingang des Tunnels. Jetzt thront sie dauerhaft in einer kleinen Nische auf einem Findling bei der Zufahrt zum Tunnel aus Richtung Trostberg. Mit der Inbetriebnahme des Tunnels endete offiziell das Amt der Tunnelpatin Waltraud Bierschneider.

Die Ehefrau des Altenmarkter Bürgermeisters nahm ihre ehrenvolle Aufgabe sehr ernst und zeigte stets großes Interesse am Stand der Arbeiten. Bei ihren Besuchen brachte sie nach gutem, altem Brauch den Arbeitern immer eine kleine Stärkung mit. ga