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»Zwischen den Zeiten«

Für Markus Gromes war das Konzert »Zwischen den Zeiten« im Pfarrheim Petting ein Heimspiel. Aber gerade die können oft die schwierigeren sein, denn die Erwartungen sind hoch, wenn alle wissen wollen, wie gut er denn wirklich ist.

Regina Laxgang und Markus Gromes überzeugten bei ihrem Konzert »Zwischen den Zeiten« im Pfarrheim Petting mit ihrer virtuosen und innovativen Musik. (Foto: Alois Albrecht)

Markus Gromes meisterte dieses Heimspiel unter Mithilfe von Regina Laxgang an der Harfe und mit dem Gesang von Stefanie Prochazka aber mit Bravour. Die Virtuosität, mit der er seine Ziach bearbeitete, ließ keine Wünsche offen. Dabei war es aber viel mehr als nur sein Spiel, das begeisterte, denn die meisten der Stücke, die er zum Besten gab, hatte er auch selbst komponiert.

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Im Spiel von Markus Gromes, dessen Vater Vorstand im Trachtenverein ist, in dem sich auch Markus selbst sehr engagiert, könnte man nichts als bodenständige Volksmusik erwarten. Er hat aber offensichtlich auch über den Tellerrand hinaus geschaut und in sein Spiel viel anderes integriert. Ein »Kleines Musettchen« gefällig? Markus ist dazu bereit. Oder soll Markus als Begleiter irisch-schottischer Lieder agieren, die Stefanie Prochazka ganz hervorragend singt. Markus überzeugt dabei ebenfalls. Mit »Signore della cime« macht er einen Ausflug nach Italien.

Überhaupt experimentieren Markus mit seiner Ziach und Regina Laxgang mit ihrer Harfe sehr viel und wollen offensichtlich nicht nur in die Volksmusik-Ecke gestellt werden, sondern zeigen, dass sie weit mehr als nur das Spielen dieser Art von Musik beherrschen. Markus erkannte im Laufe seines Studiums an der Hochschule für Musik und Theater in München, dass sich die Musik für die Diatonische Ziach in einem Umbruch befindet. Wie er auch in seinem Konzert vorführte, sind die Möglichkeiten des Instruments mit der traditionellen Volksmusik, so sehr sich die Ziach dafür auch eignet, bei weitem nicht ausgeschöpft. Das stachelt an zum Experimentieren.

Dabei wollen Markus, Regina und Stefanie keinesfalls den Eindruck erwecken, die Volksmusik sei in irgendeiner Form minderwertig; sie wollen lediglich eine weitere Dimension in die Musik bringen. Unwillkürlich in den Sinn kommt einem bei der Vorgehensweise dieser jungen Leute der Spruch von Gustav Mahler: »Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche.«

Gleichzeitig vergessen die jungen Leute dabei aber offensichtlich nicht, wo sie herkommen und wem sie die Chancen, die sich ihnen bieten zu verdanken haben. So bedankte sich Markus nicht nur bei seinen Eltern und den Sponsoren, die mit ihrer Unterstützung die Aufnahme der ersten CD von Markus und Regina ermöglichten, sondern auch bei Ida Killer, in derer Volksmusik-Veranstaltung im Rathaus Freilassing Markus seinen ersten größeren Auftritt hatte. Markus hat für Ida sogar extra die »Ida Polka« komponiert. Der Applaus, der die jungen Künstler am Ende des Konzertes zu einigen Zugaben anstachelte, zeigte, dass sie mit ihrer Musik zurzeit zwischen dem Althergebrachten und der Erweiterung ihres musikalischen Horizonts liegen mögen, die Richtung, in der sie gehen, aber absolut stimmt al