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»Zwoa Brettl, a g'führiger Schnee, juchhee...«

Berchtesgadener Land - Richtig in die Wintersaison starten werden die meisten Skigebiete im Berchtesgadener Talkessel erst am Wochenende vor Weihnachten. Doch morgen Samstag und übermorgen Sonntag können sich die Skifahrerinnen und Skifahrer schon einmal aufwärmen. Denn vielerorts fahren die Lifte und Bahnen schon einmal übers Wochenende. Der »Berchtesgadener Anzeiger« hat sich umgehört.

Nicht nur im Bereich der Jennerbahn-Talstation laufen die Schneekanonen seit Tagen auf Hochtouren. Fotos: Anzeiger/cw
Die Bedingungen für Langläufer sind, wie hier am Aschauerweiher, bereits perfekt.

Tagelang liefen die Schneekanonen in den verschiedenen Skigebieten. Aber auch das natürliche »Weiß« bedeckt bereits bis zu einem Meter hoch die Pisten. Nachdem traditionell der Rottenlift schon am letzten Wochenende den Betrieb aufgenommen hat, folgen nun morgen Samstag weitere Skigebiete.

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So fällt auch im Familienwintersportgebiet am Hochschwarzeck morgen der Startschuss. Aufgrund der anhaltenden und ergiebigen Schneefälle der letzten Tage sind Skipisten und die Rodelbahn »Hirscheckblitz« in einem super Zustand, erklärte Geschäftsführer Christian Riel, der ab 9.00 Uhr die Lifte eröffnet. »Auf geht’s, die ersten Schwünge im Schnee und eine Riesen-Familiengaudi auf der Rodelbahn am tiefwinterlich verschneiten Hochschwarzeck warten auf Euch«, sagte Riel.

Der Kenner fährt laut Werbeslogan bekanntlich zum Jenner, der ebenfalls am Samstag die Wintersportsaison eröffnet. Von gut 60 Zentimeter weißer Pracht bei der Mittelstation berichtet Betriebsleiter Wilfried Däuber. Allerdings ist nur die Talabfahrt geöffnet, weil es im oberen Bereich zu stark geweht hat. »Vielleicht fährt auch der Krautkaser-Lift, das halten wir uns noch offen«, informierte Däuber, der vor allem die Tourengeher warnt. Denn bis zu Beginn des regulären Skibetriebs am Samstag, 22. Dezember, werden die Skipisten am Jenner mit Seilwinden-Fahrzeugen präpariert. Daher sind die Sperrungen im Jennerbereich unbedingt zu beachten. In Betrieb ist auch schon das Anfänger-Ski-Areal neben der Jenner-Talstation.

Der Wildmoos-Lift in der Oberau läuft am Samstag und Sonntag jeweils von 10.00 bis 16.00 Uhr. »Wir haben zirka 60 Zentimeter Neuschnee, die Verhältnisse sind sehr gut«, freut sich die Familie Lenz, die dann den Liftbetrieb durchgehend ab Freitag vor Weihnachten verspricht.

Etwas weiter oben beim Rottenlift tummeln sich Snowboarder und Skifahrer schon seit dem letzten Wochenende am gut hergerichteten Hang.

In der Mautgrube wäre Skilauf ebenfalls möglich: »Aber es sind ja noch keine Gäste da und die Einheimischen haben nicht einmal einen Zwergerl-Skikurs angenommen«, berichtet Liftbetreiber und Skilehrer Wasti Stanggassinger.

Noch ein Stück weiter oben liegt das tief verschneite Roßfeld. »Wir haben bis zu einen Meter Schnee. Zwei Lifte sind am Wochenende ab 9.45 Uhr in Betrieb. Wir wieseln schon tagelang, die Verhältnisse sind top«, freut sich Rudi Schaupp aus der Liftbetreiberfamilie. Schaupp lässt es aber aufgrund der schlechten Wettervorhersage offen, ob die Roßfeldlifte auch unter der Woche weiter laufen. Ab dem 22. Dezember findet ohnehin täglicher Skibetrieb am Roßfeld statt.

Am Götschen laufen die beiden Lifte am Samstag und Sonntag von 9.00 bis 16.00 Uhr. »Schnee kann man nie genug haben, aber wir konnten auch noch am Mittwoch und Donnerstag gut schneien, das angesagte Tauwetter wird uns nicht mehr viel anhaben können«, meint Regionalzentrum-Leiter Helmuth Wegscheider, der sich besonders über einen gewaltigen Kicker für Snowboarder, Freestyler und Skiläufer freut. Der regelmäßige Skibetrieb beginnt am Götschen wie in den meisten weiteren Skigebieten am Samstag, 22. Dezember. Das erste Flutlichtskifahren ist für den 28. Dezember geplant.

Eine gute Schneelage herrscht auch um den Gutshof, wo ebenfalls ab dem 22. Dezember von 9.30 bis 16.00 Uhr alle Lifte in Betrieb sein sollen. Betreiber Erich Schalmoser spricht von 80 Zentimetern Naturschnee und viel produziertem Maschinenweiß. Schalmoser wollte bereits an diesem Wochenende eröffnen, befürchtet jedoch Probleme mit dem angekündigten Wärmeeinbuch. So lässt er es lieber sein.

Auch der gemeindeeigene Grünsteinlift in Schönau am Königssee plant die Eröffnung für das Wochenende vor Weihnachten. Man möchte mit Beginn der Weihnachtsferien den Liftbetrieb starten, derzeit seien noch Arbeiten nötig, war zu erfahren. Zu Saisonbeginn möchte man gleich einmal ein Nachtskifahren veranstalten.

Auch die Langlaufloipen befinden sich bereits in gutem Zustand. Im Aschauerweiher-Langlaufgebiet können die Ausdauersportler klassisch auf 20,4 Kilometern und per Skatingtechnik auf 14,9 Kilometern ihrem Hobby frönen. Außerdem gibt es bis 20.00 Uhr auf der kleinen Stadionrunde Flutlicht.

Die Gemeinde Schönau am Königssee beschreibt die Königsseer und die Schönauer Loipe seit dem Mittwoch bereits als sehr gut präpariert. Auch in der Scharitzkehl wurde ganze Arbeit geleistet, sodass sich die inneren und auch die Waldloipen in gutem Zustand präsentieren.

Die Gemeinde Ramsau ließ sich ebenfalls nicht lumpen und bietet für die Langlauffreunde sowohl die Schwarzecker Loipe als auch die Taubensee-Loipe an. »Wir mussten bei dem vielen Schnee ganz einfach reagieren, sonst wäre die Präparierung schwierig geworden«, erklärte dazu Tourismuschef Fritz Rasp.

In der Scheffau hat man erst jüngst ein neues Präparierungsgerät gekauft, das im Bereich Neusieden in den letzten Tagen eine Klasseloipe in den Schnee gezaubert hat. Geöffnet ist außerdem die Loipe Auerdörfl in der Oberau, wo es Langlaufmöglichkeiten für die klassische und die Skater-Technik gibt.

Zu guter Letzt wird auch von den Naturrodelbahnen »grünes Licht« gemeldet. Wie beschrieben, befindet sich der Schwarzeck-Blitz bereits in Topzustand. Auch die Eckau-Naturbahn in der Ramsau wurde präpariert. In der Gemeinde Schönau am Königssee bieten die Vorderbrand- und Spinnerwinkel-Rodelbahnen sehr gute Verhältnisse. Darüber hinaus ist die Rodelbahn Gmerk in Betrieb.

Trotz der Kritik im ADAC-Rodelbahnen-Test (wir berichteten) können sich die Rodler auf der Obersalzberg-Rodelbahn in Berchtesgaden so richtig austoben. Noch ist die 3,5 Kilometer lange Topstrecke nämlich eine reine Schneebahn und somit auch für Familien mit kleineren Kindern gut geeignet. Die ersten Naturkurven auf dem ersten Kilometer der Strecke, der Höllenritt über Teiglbrunn mit anschließender Schleichstrecke zur Teufelskurve und dem Hochgeschwindigkeitsabschnitt Richtung Eisstadion mit zwei exakt zu nehmenden Kurven erfreuen jeden Rodelfan. »Nicht nur hier darf es am Wochenende heißen: »Bahn frei!« cw