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Finderin darf Königssee-Gold behalten

Schönau am Königssee – Die Halbjahresfrist ist am Wochenende um: Da nach wie vor ungeklärt ist, wem der Königssee-Goldbarren gehört, darf ihn seine 16-jährige Finderin abholen und dann behalten. Die junge Frau aus Essen, die nach wie vor anonym bleiben will, wird im Lauf der nächsten Woche im Fundbüro der Gemeinde Schönau am Königssee, wo der 500 Gramm schwere Barren seit September im Tresor liegt, erwartet. Dort kann die ehrliche Finderin das etwa 16 000 Euro teure Stück aus den Händen von Rathausmitarbeiterin Veronika Lenz und einem Vertreter der Berchtesgadener Polizei entgegennehmen.

  • Das wertvollste Stück im Tresor: Schönaus Bürgermeister Hannes Rasp und Veronika Lenz vom Fundbüro zeigen den 500-Gramm-Barren. (Foto: Kastner)

Es war das Sommermärchen des Jahres 2015: Eine 16-jährige Urlauberin aus Essen fand am 7. August beim Baden im Königssee einen Goldbarren. Und brachte ihn zur Polizei. Medien aus ganz Europa berichteten über den Sensationsfund. Wilde Spekulationen machten die Runde. Handelt es sich um Nazi-Gold? Stammt der Barren aus einem Raub? Dass es sich um einen Goldbarren aus dem Dritten Reich handelt, konnten Sachverständige bald ausschließen. Ansonsten haben die Recherchen, an denen auch der Berchtesgadener Ermittlungsbeamte Aloys Janzen beteiligt war, keine konkreten Hinweise auf Herkunft oder Eigentümer ergeben. Fest steht nur, dass es sich um einen Barren der Firma Degussa, dessen Seriennummer abgeschliffen wurde, handelt. »Wir hatten zwar mehrere Anfragen, aber bisher konnte keiner beweisen, dass er der Eigentümer des Barrens ist«, sagt Janzen.

Der »Berchtesgadener Anzeiger« berichtete seinerzeit als Erster über den Fund. Was folgte war ein Medienrummel, der seinesgleichen sucht. Einige Stimmen behaupteten sogar, das Königssee-Gold sei ein gezielt gesteuerter PR-Gag für das Sommerloch gewesen. Die Finderin und deren Eltern hielten sich zurück, gaben bis heute kein einziges Interview. »Ich habe immer noch dauernd Presseanfragen. ZDF, TZ, BILD, und so weiter«, erklärt Aloys Janzen, der während seiner Ermittlungen mehrmals Kontakt mit der Familie aus Essen hatte.

Seit September liegt der Goldbarren im Tresor des Rathauses von Schönau am Königssee. Schönaus Bürgermeister Hannes Rasp hat das wertvolle Stück beim Fototermin mit dem »Berchtesgadener Anzeiger« am Donnerstag erstmals zu Gesicht bekommen. Seine Mitarbeiterin Veronika Lenz ist froh, wenn das Mädchen den Barren abholt. Auch sie habe regelmäßig Anfragen von Presse, Funk und Fernsehen erhalten. Sie habe das Presseverbot der Familie aber stets ernst genommen. Nicht einmal der »Berchtesgadener Anzeiger« hat erfahren, wann genau die Übergabe stattfindet. Fest steht nur, dass es anschließend eine Besprechung in der Polizeiinspektion Berchtesgaden gibt. Deren Leiter, Erster Polizeihauptkommissar Günther Adolph, möchte sich persönlich bei dem Mädchen und dessen Eltern bedanken. »Damit, dass sie den Goldbarren nicht einfach mitgenommen hat, ist sie ein großes Vorbild für andere«, betont der Polizeichef. »Dass sie das wertvolle Teil jetzt behalten darf, ist umso schöner für sie.« Christian Fischer

Quelle: Berchtesgadener Anzeiger

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