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Heiteres Kunstfest mit hochwertigen Gemälden

Schönau am Königssee – Ein heiteres Kunstfest feierten am Sonntag Künstlerinnen und Künstler aus fünf Nationen sowie viele Kunstfreunde aus der Bevölkerung im und am Rathaus in Schönau am Königssee. Der Bildkunst-Wettbewerb »IV. Internationales Extempore« war trotz des miserablen Wetters während der Malphase von Donnerstag bis Samstag ein Erfolg. Zahlreiche heimische Malerinnen und Maler nahmen teil und gewannen auch Preise.

  • Branko Pizzul (68) aus Istrien (r.) übergibt Bürgermeister Hannes Rasp sein mit dem Hauptpreis gekröntes Werk, eine mediterrane Sicht auf den Königssee. (Fotos: Mergenthal)
  • Fritz Schelle (66) aus Berchtesgaden mit seinem Bild, das Tobias Kastner (i.) in die Sparkassen-Zentrale in Bad Reichenhall bringt.
  • Veronika Wein (28) aus Schönau mit Hotelier Stefan Zapletal, der sich über das neue Schmuckstück freut.
  • Viel Bewunderung fand das Panorama des jungen Ukrainers Wasily Yolokov (r.), das er hier mit Extempore-Organisator Peter Karger hochhält.
  • Lukas Dittrich (9) aus der Stangaß zeigt in seinen Drucken die Unterwasserwelt im Königssee.
  • Hubert Zierl freut sich über das Bild von Josepha Gruber (20), Musikantin der Feuerwehrkapelle Königssee.

An die 90 Gemälde von Künstlern aus fünf Nationen wurden bei der Erwachsenenwertung eingereicht, 30 Werke bei der Jugendwertung und unzählige Bilder bei der Schülerwertung. Bei der Preisverleihung im Rathaus-Innenhof blieb es bis auf wenige Regentropfen trocken. Passend zum hochkarätigen künstlerischen Wettstreit leitete die Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Königssee den Festakt mit dem Marsch »The Olympic Spirit« ein.

Die Gemeinde Schönau am Königssee sei gerne der Austragungsort und Veranstalter des IV. Extempore und stelle selbstverständlich den Hauptpreis zur Verfügung, betonte Bürgermeister Hannes Rasp. Die Themen »Schöne Au« und »Malerwinkel Königssee« spiegelten beide Ortsteile wider. Beim »Malerwinkel« gab Initiator Peter Karger den Teilnehmern auch die Möglichkeit, sich selber als Maler auf dem Bild in Szene zu setzen. »Ich zolle Euch allen meinen Respekt«, zeigte sich Rasp von der hohen Qualität der Beiträge beeindruckt.

Mit dem Wettbewerb setzten die Organisatoren die lange Tradition der Landschaftsmalerei am Königssee fort. Im 19. Jahrhundert seien die ersten Künstler in die wildromantische und damals noch gefährliche Gegend gekommen und hätten sie als erste »Werbeträger« bekannt gemacht, erklärte Karger. Auch die Beteiligung der Hoteliers, die Wertgutscheine im Wert von 1 500 bis 1 000 Euro spendierten (Hotel Alpenhof, Hotel Stoll's Alpina, Hotel Königssee), knüpfte an die Historie an: Die früheren Künstler hatten meist kein Geld und bezahlten Kost und Logis mit Bildern.

»Es war ungemein schwierig«, beschrieb Dr. Hermann Amann die Aufgabe der von ihm geleiteten Jury, unter den im ganzen Rathaus platzierten Bildern die besten auszuwählen. Mit zur Jury gehörten auch die Künstler Siegfried Gruber (Berchtesgaden), Otto Beck (Salzburg) und Ronny Jusic (Buje, Kroatien) sowie Kunsterzieherin Sarah Spenglwimmer aus Salzburg.

Auf raffinierte Weise verband Veronika Wein (28), eine Zahnarzthelferin aus Schönau am Königssee, in ihrem mit dem ersten Hotelpreis gekürten Werk einen Scherenschnitt und eine Kohlezeichnung zu einem Königssee-Motiv mit einem stillen Betrachter voller Feinheit und Ruhe.

Schnitzschul-Lehrerin Petra Schwenzfeier (35) aus der Stanggaß, die täglich zeichnet und mit einer malerischen Skizze von Passanten an der Seelände »eine Art Tagebucheintrag« erstellte, attestierte Amann eine »sichere, spontane, lockere Hand« und ein »gutes Farbgefühl«. Sie gewann den dritten Preis und ihr Vorgänger als Lehrer für Bildhauerei, Fritz Schelle, den zweiten. Sein Acryl-Gemälde zeigt in einem Stillleben ein »Königssee-Bild im Bild«. Auf dem Tisch liegt ein Fisch, ein Glas Wasser und ein Fotoapparat – letzterer für Amann ein Hinweis, »dass heute viele Menschen mehr fotografieren als sehen«. Schelle ist zwar eigentlich Bildhauer, aber »das Malen liegt mir auch«, verriet das überraschte und freudestrahlende Mitglied des Berchtesgadener Künstlerbundes.

Einen Extra-Applaus gab es für die drei Künstler mit der weitesten Anreise aus der Ukraine: Sie flogen in zwei Etappen nach Berlin und Salzburg und kamen dann mit dem Bus nach Schönau, um sich am Samstag buchstäblich um »fünf vor Zwölf« in letzter Minute einzuschreiben. Ihnen blieb nur der Samstagnachmittag zum Malen. So war das von Wasily Yolokov eingereichte und prämierte zweiteilige Panorama-Ölbild noch feucht. »Ihr seid wunderbare Botschafter der Ukraine«, sagte Karger und wünschte den drei jungen Menschen, dass der Bürgerkrieg in ihrer Heimat bald aufhört.

Die erste Preisträgerin bei der Jugend, Josepha Gruber (20) aus Nussdorf, studiert an der Schnitzschule und spielt daher bei der Feuerwehrkapelle Königssee Saxophon. Ihr in rhythmisch aufeinander abgestimmte Farbflächen eingeteiltes Königssee-Bild zeichnete sie am Computer mit der Maus.

Da die Jury nur eine Vorauswahl traf, war bei der endgültigen Bestimmung der Preisträger durch die Sponsoren manchmal auch deren Geschmack ausschlaggebend. Sehr gute Jury-Bewertungen erhielten auch Werke von Elisabeth Sebold aus Ramsau, die den Reiz von Sturm und Schlechtwetter am Königssee einfing, und Katharina Dittrich aus Stanggaß mit einer zauberhaften Natur-Komposition, die Amann mit »Arche Königssee – Traum von der versöhnten Schöpfung« betitelte.

Zahlreiche Ehrenamtliche unterstützten den Wettbewerb. Die Elftklässler des CJD-Christophorus-Gymnasiums recherchierten Künstleradressen, nahmen die Anmeldungen entgegen und fotografierten alle Werke. Um die Bewirtung kümmerten sich unter anderen die Frauen-Union, der Förderverein der Musikschule und der Trachtenverein, der mit der Musikschule und der Feuerwehrkapelle auch den Festakt umrahmte.

Weitere Fotos im Internet unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. Veronika Mergenthal

Quelle: Berchtesgadener Anzeiger

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Fläche: 131,68 km²
Einwohner: 5400 / Stand: 30.09. 2013 

1. Bürgermeister
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83471 Schönau a. Königssee

Telefon: 08652 9680 0
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E-Mail: poststelle(at)koenigssee.com

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