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Fahndung im Fernsehen

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Nach Ersin Celebi aus Freilassing wird europaweit gefahndet. (Foto: Kripo Traunstein)

Mithilfe der ZDF-Sendung »Aktenzeichen XY ungelöst« sucht die Kriminalpolizei Traunstein nach Ersin Celebi aus Freilassing. Er soll Mitglied einer Betrügerbande sein, die nach Schätzungen des Bundeskriminalamts bisher in Deutschland über 300 000 Menschen übel hereingelegt hat.


Wie in dem Fahndungsaufruf im Fernsehen am Mittwochabend dargestellt wurde, soll das Netzwerk aus dubiosen Call-Centern in der Türkei vorwiegend älteren Leuten in den vergangenen Jahren zig Millionen Euro aus der Tasche gezogen haben – ohne Gegenleistung. Nach Erkenntnissen der Kriminalpolizei rufen die Mitarbeiter der Call-Center vor allem Senioren an und behaupten, sie hätten bei einer Verlosung in der Türkei ein wertvolles Auto gewonnen. Für die Überführung nach Deutschland müssen die Opfer dann immer wieder höhere Geldbeträge zahlen. Auf das Auto warten sie vergeblich.

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Ersin Celebi, nach dem europaweit gefahndet wird, steht laut Informationen der Kripo Traunstein im Verdacht, selbst in etwa 7500 Fällen Leute betrogen und dabei weit über eine halbe Million Euro erbeutet zu haben. Er war Inhaber einer Telekommunikationsfirma in Freilassing und soll mithilfe der türkischen Call-Center den ohnehin schon geschröpften Betrugsopfern auch noch teure Infoblätter angedreht haben, wie man sich vor betrügerischen Anrufen schützen könne. Außerdem wird er verdächtigt, wertlose Anrufblocker verkauft zu haben – kleine Geräte, die angeblich dubiose Anrufe verhindern. Kostenpunkt: jeweils 80 bis 100 Euro. Nach Erkenntnissen der Kripo beträgt der Schaden, den er damit angerichtet haben soll, rund 650 000 Euro.

Der Gesuchte ist türkischer Staatsangehöriger, 45 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 Meter groß und schlank. Er hat kurzes, dunkles Haar und spricht akzentfreies Deutsch. Hinweise nimmt die Kripo Traunstein entgegen, Telefon 0861/98730.