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20 Jahre Heiliges Grab

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Das Heilige Grab in der Hilgerkapelle. Foto: Anzeiger/Pfnür

Berchtesgaden (A.P.) - Bei Weitem nicht so überlaufen wie das Herrengrab in Höglwörth, auch längst nicht so imposant wie das Heilige Grab in der Stiftskirche - und dennoch hat das kleine Heilige Grab, das seit nunmehr 20 Jahren wieder in der Hilgerkapelle »Maria Dorfen« an der Locksteinstraße aufgestellt wird, seine eigene Ausprägung und seinen ganz besonderen Zauber.


Begonnen hat alles 1991. Nach einem der Gottesdienste, die monatlich in der Hilgerkapelle stattfinden, durchstöberten zwei Ministranten den Speicher und fanden dort in einer Ecke einen Korb mit Grabkugeln und einen kleinen Schrein mit einem liegenden Jesus aus Holz. Auf Befragen des damaligen Stiftsmesners Heini Zauner und der Mesnerin der Hilgerkapelle, Therese Angerer, erfuhren sie, dass in der Hilgerkapelle einmal ein Heiliges Grab existiert hatte. Nachdem Pfarrer Dr. Walter Brugger den Schrein gesehen hatte, fasste er sofort den Entschluss, ihn von Friedl Reinbold restaurieren zu lassen. 1993 war es dann soweit: Die Nachbarschaft stiftete den Stoff zum Verhängen der Fenster und den Blumenschmuck. Am Gründonnerstag wurde der Schrein mit einigen Grabkugeln als Heiliges Grab aufgebaut.

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Weil das Heilige Grab aber nach Angaben der Mesnerin noch nicht so vollständig wie das vormalige war, wurde der Speicher von den Ministranten erneut unter die Lupe genommen und sie entdeckten einen hölzernen Bogen zur Befestigung von Grabkugeln, in dessen Mitte das Allerheiligste gestellt werden kann. Die dazugehörigen kleinen Grabkugeln waren allerdings alle gesprungen. Der von der Feuchtigkeit schwer beschädigte Holzbogen war nicht mehr zu reparieren. Die Nachbarn, Hans Neumayer senior und junior, erklärten sich damals spontan bereit, einen neuen Bogen anzufertigen. Eine weitere Hilfe wurde in Maler Georg Renoth junior gefunden, der den neuen Holzbogen nach alter Vorlage fasste. Die kleinen Glaskugeln wurden von Theodor Schober ersetzt. Alle diese Arbeiten geschahen unentgeltlich.

So konnte das Heilige Grab 1994 vervollständigt aufgestellt werden. Dem Zusammenhelfen der Nachbarn sowie deren Spenden ist es zu verdanken, dass am Gründonnerstag immer wieder die Fenster verhängt, die Kapelle mit Blumen geschmückt, 32 Grabkugeln gefärbt und in den Holzbogen eingesetzt und aufgestellt werden. Mit 150 Teelichtern gelingt es seit nunmehr 20 Jahren, das Heilige Grab in der Hilgerkapelle im alten Glanz erstrahlen zu lassen. In der völlig abgedunkelten Kapelle, die nur durch das flackernde Licht der bunten Glaskugeln leicht erhellt wird, entsteht eine geheimnisvolle und mystische Atmosphäre, die nicht nur zum »Grabschauen«, sondern auch zu Gebet, Meditation und stiller Kontemplation einlädt.

Die Anbetungsstunden sind am Karfreitag von 17.00 bis 20.00 Uhr und am Karsamstag von 9.00 bis 17.00 Uhr.