weather-image
13°

Bauarbeiten an der betagten Bucherbrücke

5.0
5.0
Bildtext einblenden
In die Jahre gekommen: Ab 3. Februar wird die Bucherbrücke am Wachterlaufstieg saniert. Die B 305 ist dort deshalb bis 27. Juni gesperrt Foto: Anzeiger/Schüssler

Ramsau/Schneizlreuth – Die Bucherbrücke am Fuße des Wachterlaufstiegs führt seit 1936 in ihrer heutigen Form über den Schwarzbach. Voraussichtlich ab dem 3. Februar wird die Brücke für einige Monate nicht passierbar sein, da eine umfangreiche Sanierungsmaßnahme eine Vollsperrung der B 305 zwischen Unterjettenberg und dem Gasthaus »Wachterl« erforderlich macht. Der Verkehr von Schneizlreuth nach Ramsau wird dann über Bad Reichenhall umgeleitet.


Bei einer Sonderprüfung im Jahr 2002 zeigte sich, dass die oben liegenden Bauwerksteile der Bucherbrücke durch Tausalze stark geschwächt sind. Wie Vitus Danzl vom staatlichen Bauamt Traunstein bei einem Ortstermin am Dienstag erklärte, wurde die Maßnahme erst aus Finanzierungsgründen verschoben. Unmittelbar nach Kyrill habe man dann den Anwohnern eine weitere Sperrung der Straße ersparen wollen. Jetzt sei es aber notwendig, aktiv zu werden, um keine böse Überraschung wegen der fortschreitenden Bauwerksschäden zu erleben und die Brücke eines Tages von heute auf morgen sperren zu müssen. Die Sanierung erfolge mit Stahl- beziehungsweise Spannbeton, der gegen Tausalz unempfindlich sei. So könne die Brücke weitere zwei bis drei Generationen überdauern.

Anzeige

Schon seit November laufen erste Maßnahmen durch die österreichische Firma Strabag. Wenn die Witterung es zulässt, soll am 3. Februar mit den Fräsarbeiten begonnen werden. Bei diesen wird die Fahrbahnplatte in Teile zerschnitten, die von einem 500-Tonnen-Kran herausgehoben werden.

Die neue Brücke besteht dann aus Fertigteilen, die von einem 700-Tonnen-Kran eingesetzt werden. Der Bauzeitenplan sieht vor, dass diese Betonbauarbeiten bis Ende Juni abgeschlossen sein sollen. Vorgesehenes Ende der Vollsperrung ist der 27. Juni, während der Restarbeiten bis Ende Juli oder Anfang August sollte die Bucherbrücke dann zumindest wieder einseitig befahrbar sein.

Danzl erklärte, es werde das Mögliche getan, um zügig voranzukommen. So laufe die Maßnahme als sogenannte Tageslichtbaustelle, auf der deutlich länger als acht Stunden täglich und auch an Samstagen gearbeitet werde. Der ganze Zeitplan hänge jedoch an der Witterung: Die für Anfang März geplanten Betonarbeiten seien nur möglich, wenn es nicht zu kalt sei. Eine Entscheidung darüber, ob das Wetter Arbeiten zulasse und die Brücke tatsächlich ab dem 3. Februar gesperrt werden müsse, werde in der fünften Kalenderwoche 2014 fallen.

Die Bucherbrücke liegt zwar auf dem Gebiet der Gemeinde Schneizlreuth, die Auswirkungen der Vollsperrung wird aber wohl vor allem die Gemeinde Ramsau zu spüren bekommen. Ins Gasthaus »Wachterl« beispielsweise kommen rund die Hälfte der Besucher aus Richtung Schneizlreuth. Die Wirtsleute befürchten, dass nur ein kleiner Teil davon den Umweg über Berchtesgaden in Kauf nehmen wird, zeigten sich aber insgesamt froh darüber, dass die sich schon seit Jahren abzeichnende Maßnahme nun in Angriff genommen wird. Ein eigenes Hinweisschild – »frei bis Wachterl« – soll dafür sorgen, dass zumindest aus Richtung Ramsau weiterhin Gäste kommen. Um generell einer Verwirrung der Verkehrsteilnehmer vorzubeugen, ist eine umfangreiche Umleitungsbeschilderung geplant. Diese wird weitgehend der Beschilderung bei einer Lawinensperre des Wachterlaufstieges entsprechen. Markus Schüssler