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BBV sagt Teilnahme an Bauernkonferenz ab

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Georg Planthaler hat den Kontakt zum BBV gesucht. Vergebens. Auch auf der Bauernkonferenz am Mittwoch im »Bräustüberl« war kein Vertreter dabei. Foto: Anzeiger/Pfeiffer

Berchtesgaden - Agrarministerkonferenz am Obersalzberg, Bauernkonferenz im »Bräustüberl«: Ein Stuhl blieb leer. Und zwar der des Bayerischen Bauernverbands (BBV; siehe Seite 5). Für die Vertreter des Agrarbündnisses Berchtesgadener Land/Traunstein und des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) ist das wie ein Schlag ins Gesicht. »Das darf nicht sein, dass da keiner kommt«, heißt es aus Kreisen der Milchviehhalter. Beim Bayerischen Bauernverband ist man da anderer Meinung: »Wir sind bewusst nicht erschienen.« Warum?


Es geht um die Bäuerinnen und Bauern, um Milchpreise, um Förderungen - um Dinge, die den Landwirt betreffen. Doch der Bauernverband lässt sich nicht blicken. »Beim BDM wird sehr ideologisch diskutiert, oft polemisiert«, sagt BBV-Sprecher Markus Peters. Das dürfe nicht sein, denn eine Bauernkonferenz ergebe auf diesem Weg keinen Sinn, meint Peters. Er geht noch einen Schritt weiter: »Eine Zusammenarbeit mit den Milchviehhaltern hat es noch nie gegeben.« Der Grund: eine fehlende Gesprächsbasis, sagt Peters. Für den Dialog sei man immerzu offen gewesen. »Man hackt auf uns herum, konstruktive Unterhaltungen gibt es nicht«, so der BBV-Sprecher weiter. »Wir haben 154 000 Mitglieder«. Deshalb bezeichnet er den deutlich kleineren BDM auch nur als »Protestbewegung«, die ihre Mitgliederzahlen mit Hilfe von »Karteileichen« schönt.

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»Unverschämt, nicht nachvollziehbar«, so lautet die Reaktion der Milchviehhalter. Auch Biobauer Georg Planthaler kann nicht verstehen, warum der Bauernverband den Kontakt scheut, der Bauernkonferenz fern bleibt, wie er auf einer kürzlich stattgefundenen Presseveranstaltung bekräftigte. Generell hat man beim BDM eine andere Sichtweise: »Der Bauernverband setzt sich für uns nicht ein«, so lautet der Vorwurf. Vielmehr arbeite man nur mit der »großen Politik« zusammen, vernachlässige aber die kleinen Bauern, die unter erschwerten Bedingungen ihrer Arbeit nachgehen. »Hier werden Bedürfnisse der Industrie befriedigt. Wir Kleinen haben das Nachsehen.«

Ziel müsse es sein zusammenzuarbeiten. Das zumindest wollen die BDMler um jeden Preis. Beim BBV hört sich das deutlich abgeklärter an. Markus Peters hat kaum Hoffnung, dass sich die Zusammenarbeit verbessern könnte. Kilian Pfeiffer