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Der Bundeswehr-Nikolaus wird 50

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Seit 50 Jahren ziehen die Buttnmanndl des Gebirgsjägerbataillons 232 jeweils am 5. Dezember durch den Markt Berchtesgaden. Fotos: Bundeswehr
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Tausende kommen jedes Jahr auf den Schlossplatz, um den Bundeswehr-Nikolaus und seine Engerl zu bestaunen.

Bischofswiesen - Seit 50 Jahren gehören die Buttnmanndl des Gebirgsjägerbataillons 232 in der Strub fest zum Kramperlbrauchtum im südlichen Berchtesgadener Land. So feiert der Tross um den Bundeswehr-Nikolaus bei seinem großen Umzug durch den Markt Berchtesgaden am Mittwoch, 5. Dezember, ein stolzes Jubiläum.


Im Jahr 1957 zogen die ersten Soldaten wieder in die alte Garnisonsgemeinde Bischofswiesen-Strub ein. Fünf Jahre später war der Bischofswieser Helmut Weinbuch die treibende Kraft zur Gründung des ASV Strub. Und zur selben Zeit kam ihm auch die Idee, einen großen Nikolauszug auf die Beine zu stellen.

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»Zur Gründung des ASV Strub trug bei, dass wir den Soldaten außer dem militärischen Sport eine Möglichkeit bieten mussten, Wettkampfsport auszuüben«, erinnert sich Weinbuch. »Doch wir wollten uns auch in die Traditionen der Berchtesgadener Bevölkerung einbringen. Was lag da näher, als einen großen Umzug mit dem heiligen Nikolaus mit Engerln, Knecht Ruprecht sowie Strohbuttnmanndln und Ganggerln zu veranstalten?«, sagt Weinbuch.

Nachdem der erste Umzug im Jahr 1962 gleich ein voller Erfolg war, beschloss man vonseiten der Bundeswehr, das Spektakel zwischen Jägerkaserne und Markt Berchtesgaden in jedem Jahr zu wiederholen. Die ohnehin enge Verbindung zwischen der Berchtesgadener Bevölkerung und ihren Struber Jagern ist dadurch noch gewachsen.

Tausende Zuschauer sind jedes Jahr im Markt auf den Beinen, wenn der Bundeswehrnikolaus mit seinen wilden Gesellen und der Marktkapelle Berchtesgaden im Markt Einzug hält. Die in einer Kutsche fahrende Musi lässt weihnachtliche Weisen erklingen, in weiteren Kutschen fahren der heilige Nikolaus und sein Knecht Ruprecht mit dem schwarzen Gesicht. Mit dabei sind auch zahlreiche Mulis der Ausbildungskompanie für das Tragtierwesen in Bad Reichenhall.

Nachdem sich Weinbuch als Organisator und Michael Schropp als Nikolaus viele Jahre beim Umzug verdient gemacht hatten, übernahm später der unvergessene Hochzugführer Heribert Ailler die Organisationsarbeit. Später folgte Martin Hallweger und derzeit zeichnen Joachim Schwab und Josef Pfnür für den Bundeswehr-Buttnmanndlzug verantwortlich.

Weil sich nicht nur der Nikolaus, sondern auch die wilden Gestalten stets kinderlieb verhielten, nahm das Ansehen des Nikolauszugs immer weiter zu. Tausende Menschen mit ihren Kindern und Enkeln aus nah und fern werden auch am Mittwoch, 5. Dezember, wieder in den Markt strömen und auf den Tross warten, für den sich um Punkt 14.00 Uhr die Tore der Jägerkaserne öffnen werden. Zuvor werden alle Teilnehmer vom katholischen Militärgeistlichen gesegnet. Nikolaus, Knecht Ruprecht und die Engerl hoch zu Ross verteilen dann an die Kinder Süßigkeiten. Gegen 15.00 Uhr werden sie den Markt Berchtesgaden erreichen. Auf dem Schlossplatz warten beim Christkindlmarkt noch einmal Hunderte Kinder, eng an ihre Eltern, Großeltern und Verwandten geschmiegt, ehe es für die Bundeswehr-Buttnmanndl über die Bahnhofstraße zurück in die Kaserne geht. cw